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SSB erhält zehn eCitaro G fuel cell

Premiere für Stuttgart: Daimler Buses hat den ersten Range-Extender-eCitaro mit neuem „H2-Mode“ an die Stuttgarter Straßenbahnen AG ausgeliefert.

Offizielle Übergabe des ersten von zehn Mercedes-Benz eCitaro G fuell cell mit H2-Modus an die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). (Foto: Daimler Truck AG)
Offizielle Übergabe des ersten von zehn Mercedes-Benz eCitaro G fuell cell mit H2-Modus an die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). (Foto: Daimler Truck AG)

Zehn vollelektrische Gelenkbusse des Typs Mercedes-Benz eCitaro G fuel cell mit dem neuen reinen Wasserstoffantriebsmodus „H2-Mode“ nimmt die Stadtbusflotte der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) im Jahr 2025 in Betrieb. Mit ihnen gibt die SSB den Startschuss für den Aufbau einer emissionsfreien Flotte im Busnetz der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Für die Mercedes-Benz eCitaro G fuel cell mit H2-Mode war die SSB eine Entwicklungspartnerin von Daimler Buses.

Die SSB beschafft keine Dieselbusse mehr. Ab 2027 will sie die Stuttgarter Innenstadt ausschließlich mit emissionsfreien Bussen befahren, ab 2035 das gesamte Stuttgarter Busnetz klimaneutral bedienen.

Am 14. April 2025 wurde der erste der zehn neuen Brennstoffzellengelenkbusse mit H2-Mode vom baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann sowie Dr. Frank Nopper, Aufsichtsratsvorsitzender der SSB und Oberbürgermeister von Stuttgart, und Thomas Moser, Technischer Vorstand und Vorstandssprecher der SSB, in Stuttgart präsentiert. Die Übergabe erfolgte durch Heinz Friedrich, Geschäftsleiter Vertrieb & Service Deutschland von Daimler Buses, und Carsten Reineck, ÖPNV-Vertrieb Deutschland bei Daimler Buses.

Reiner Wasserstoffantriebsmodus

Mit der neuen Betriebsstrategie H2-Mode können die mit einer wasserstoffbasierten Brennstoffzelle als Range Extender ausgestatteten eCitaro G fuel cell in bestimmten Einsatzszenarien ausschließlich mit Wasserstoff als Energiequelle betrieben werden. Der reine Wasserstoffantriebsmodus macht sie unabhängig von stationären Ladeprozessen. Das vergrößert ihren Einsatzradius gegenüber hybriden oder ausschließlich elektrischen Technologien.

Gelegenheitsladungen werden überflüssig

Die dreitürigen Brennstoffzellengelenkbusse der SSB besitzen eine relativ große Reichweite und hohe Rekuperationsrate sowie Antriebsleistung. Dabei sind auch in der Betriebsstrategie H2-Mode Batterie und Brennstoffzelle die Energiequelle für den Antrieb. Jedoch ist eine externe Aufladung der Batterien am Netz während der Standphasen nicht mehr erforderlich, denn sie werden während der Fahrt von der Brennstoffzelle geladen. Die Brennstoffzelle arbeitet auch im Betriebsmodus H2-Mode immer im effizienten Betriebsbereich zwischen 20 und maximal 40 kW.

Im Unterschied zu einem reinen Wasserstofffahrzeug mit kleiner Pufferbatterie sind die neuen eCitaro G fuel cell mit H2-Mode deutlich besser in der Lage, die beim Bremsen über die Rekuperation zurückgewonnene Energie vollständig in den großen Batterien zu speichern. Gerade im Stadtverkehr mit seinen häufigen Verzögerungsvorgängen, ganz besonders aber bei anspruchsvoller Topografie etwa an Steigungen wie der Stuttgarter Weinsteige, trägt dies zur Gesamtwirtschaftlichkeit des Fahrzeugs bei. Nicht zuletzt ermöglicht die große Batteriekapazität den Abruf hoher Antriebsleistungen über längere Strecken, ohne dass die Brennstoffzelle im oberen und damit ineffizienten Leistungsbereich arbeiten muss. Eine vorherige Beratung der SSB sowie die Bewertung der für die eCitaro G fuel cell geplanten Umläufe in Stuttgart erfolgte durch die Experten von Daimler Buses.

392 kWh Batteriekapazität

Die Mercedes-Benz eCitaro G fuel cell der SSB sind mit vier NMC3-Hochvolt- Batteriepaketen mit insgesamt 392 kWh Energiekapazität ausgestattet. Das kompakte Brennstoffzellenmodul hat eine Maximalleistung von 60 kW und befindet sich auf dem Dach des Hinterwagens direkt hinter dem Drehgelenk. Auf dem Dach der einzelnen Gelenkbusse befinden sich jeweils sechs Wasserstofftanks mit zusammen 30 kg H2-Fassungsvermögen.

Die Ausstattung der SSB-Fahrzeuge

Die Brennstoffzellengelenkbusse der Stuttgarter SSB sind mit jeweils 47 Fahrgastplätzen vom Typ City Star Eco in blau-gelben Stoffbezügen (plus Fahrersitz) und einer leistungsstarken Thermatronic-Klimaanlage ausgestattet. Im Premierenfahrzeug unterstreichen vier Sitze im vorderen Bereich, die auffällig in grauer Farbe mit rotem Querbalken und dem Logo des Fußballerstligisten VfB Stuttgart gestaltet wurden, die enge Verbundenheit der SSB mit den sportlichen Vertretern aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Dazu kommen 77 Stehplätze, so dass bis zu 124 Fahrgäste befördert werden können.

Die neuen Brennstoffzellengelenkbusse mit H2-Mode verfügen über LED-Lichttechnik rundum, eine Wank-Nick-Regelung und die elektrohydraulische Lenkung intelligent eco steering. Zu den Sicherheits- und Assistenzsystemen an Bord zählen Sideguard Assist 2 und Frontguard Assist, der Verkehrszeichenassistent Traffic Sign Assist, der Aufmerksamkeitsassistent (Attention Assist) und die Reifendruckkontrolle TPM (Tire Pressure Monitoring). Dazu kommen eine Rückfahrkamera, eine Videoüberwachungsanlage mit fünf Mini-Domkameras und einem 8“-TFT-LCD-Farbmonitor sowie ein Unfalldatenspeicher.

Eine manuell betätigte Klapprampe an der mittleren Einstiegstür, eine Vielzahl von USB-Doppelsteckdosen im Innenraum sowie zwei großzügig dimensionierte Sondernutzungsflächen mit Abstell- und Anlehnflächen für Rollstühle und Kinderwagen ergänzen die Ausstattung der neuen Gelenkbusse, die von der SSB ab 2025 in Stuttgart eingesetzt werden sollen.