PKW

Sennder-Studie E-Lkw: Bis 2030 überholt der Stromer den Diesel bei Kosten

Bis 2030 sollen E-Lkw in der EU dieselbetriebene Fahrzeuge in Sachen Wirtschaftlichkeit überholen. Insbesondere der deutsche Markt erreicht die Kostenparität schon früher und ist weit beim Umstieg auf Elektro-Lkw.

Die neue Studie von Sennder zeigt, dass der Elektro-Lkw in Deutschland bereits jetzt wirtschaftlich mit Dieselmodellen konkurrieren kann. (Foto:Aral)
Die neue Studie von Sennder zeigt, dass der Elektro-Lkw in Deutschland bereits jetzt wirtschaftlich mit Dieselmodellen konkurrieren kann. (Foto:Aral)

Eine neue Studie von Sennder zeigt, dass Elektro-Lkw in Deutschland bereits 2025 mit Dieselmodellen wirtschaftlich konkurrieren können. Grundlage sind 1,3 Millionen durchgerechnete Szenarien aus dem realen Fahrzeugbetrieb.

Die Ergebnisse ihrer umfangreichen Untersuchung zur Wirtschaftlichkeit von Elektro-Lkw stellte die digitale Spedition auf der diesjährigen Transport Logistic in München vor. Im Rahmen eines Pressefrühstücks präsentierte das Unternehmen eine Analyse von mehr als 1,3 Millionen Kostenszenarien, die auf realen Fahrtdaten aus europäischen Märkten basieren. Die Untersuchung gibt Aufschluss darüber, unter welchen Bedingungen schwere Lkw mit Elektroantrieb wirtschaftlich mit Dieselfahrzeugen konkurrieren können.

Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich politische Rahmenbedingungen, Energiepreise und technologische Entwicklungen auf die Betriebskosten von Nutzfahrzeugen auswirken. Besondere Relevanz gewinnt die Studie vor dem Hintergrund der anstehenden Änderungen bei Mauttarifen, der CO2-Bepreisung und dem wachsenden Druck zur Dekarbonisierung des Güterverkehrs.

Deutschland laut Studie besonders weit im Umstieg

Laut den Berechnungen von Sennder ist Deutschland der erste größere europäische Markt, in dem Elektro-Lkw schon 2025 wirtschaftlich konkurrenzfähig sein können.

„Die Ergebnisse brachten einige interessante und neue Erkenntnisse, insbesondere im Hinblick auf den deutschen Markt“, sagte Christoffer Haldemar, Chief Commercial Officer bei Sennder. „So ist Deutschland in unseren Szenarien für 2025 der einzige größere europäische Markt, in dem Elektro-Lkw wirtschaftlich bereits kompetitiv sind.“

Die Studie zeige, so Sennder, dass in vielen Ländern Europas bis zum Jahr 2030 eine Kostenparität zwischen elektrischen und dieselbetriebenen Lkw erreicht werde. Teils seien sogar Einsparungen zugunsten der E-Fahrzeuge möglich. Der Untersuchung zufolge hängt die Wirtschaftlichkeit dabei stark vom Strompreis ab. Politische Anreize beschleunigten den Wandel, seien jedoch nicht zwingend erforderlich.

„Elektroantriebe werden auch bei Schwerlast-Lkw die Zukunft sein. Nicht nur, weil sie Vorschrift sein werden, auch weil sie wirtschaftlich überlegen sind“, sagte Graham Major-Ex, Senior Director of Green Business und eMobility bei Sennder.

Er verwies insbesondere auf Fortschritte bei der Batterietechnologie und günstigere Speicherlösungen als treibende Kräfte.

Strategische Hinweise für Transportunternehmen

Die Analyse liefert laut Sennder konkrete Hinweise für Transportunternehmen, wie sie ihre Netzwerke und Lieferketten strategisch anpassen können. Das Whitepaper zur Studie bietet einen detaillierten Einblick in die Ergebnisse und will laut Haldemar als Leitfaden für zukünftige Investitionen im Flottenmanagement dienen.

Die Ergebnisse basieren auf Annahmen, die realitätsnahe Einsatzszenarien in den Blick nehmen. Berücksichtigt wurden unter anderem Mautkosten, Energiepreise, CO2-Kosten, Wartungsaufwand sowie Batteriekosten und die Reichweite der Fahrzeuge. Die vollständige Studie stellt Sennder auf Anfrage zur Verfügung.