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Seehäfen: ZDS fordert Investitionsoffensive

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hat ein Positionspapier veröffentlicht: Gefordert wird eine nachhaltige Stärkung der öffentlichen Hafeninfrastruktur in Deutschland.

Angela Titzrath, Präsidentin des ZDS, zufolge könnte mit einem vergleichsweise kleinen Anteil aus dem Sondervermögen der über Jahrzehnte aufgelaufene Sanierungsstau in den Seehäfen aufgelöst werden. (Foto: HHM/Peter Glaubitt)
Angela Titzrath, Präsidentin des ZDS, zufolge könnte mit einem vergleichsweise kleinen Anteil aus dem Sondervermögen der über Jahrzehnte aufgelaufene Sanierungsstau in den Seehäfen aufgelöst werden. (Foto: HHM/Peter Glaubitt)

In einem am 23. Juni 2025 veröffentlichten Positionspapier beziffert der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) den notwendigen Investitionsbedarf in den deutschen Seehäfen auf rund 15 Milliarden Euro.

Sanierungsstau auflösen

Dem Verband zufolge entspreche dies drei Prozent des von der Bundesregierung geplanten Sondervermögens Infrastruktur in Höhe von 500 Milliarden Euro. Die genannte Summe basiere auf einer Umfrage unter den ZDS-Mitgliedern.

„Mit einem vergleichsweise kleinen Anteil aus dem Sondervermögen können wir den über Jahrzehnte aufgelaufenen Sanierungsstau in unseren Seehäfen endlich auflösen – und so eine zentrale Säule für Versorgungssicherheit, industrielle Wettbewerbsfähigkeit sowie militärische Handlungsfähigkeit dauerhaft sichern“, so Angela Titzrath, Präsidentin des ZDS.

Der ZDS fordert darüber hinaus eine jährliche Grundfinanzierung in Höhe von 500 Millionen Euro durch den Bund - um auch künftig die Funktionsfähigkeit der Seehafeninfrastrukturen sicherzustellen.

Die Beteiligung des Bundes an den Hafeninfrastrukturen belaufe sich derzeit auf 38,4 Millionen Euro pro Jahr. Doch dies entspreche laut der Einschätzung von Experten und des ZDS in keiner Weise den tatsächlichen Anforderungen.

Systemrelevante Infrastruktur

Auch die Rolle der Seehäfen im Kontext der sicherheitspolitischen Zeitenwende gelte es zu beachten, da militärische Mobilität und Logistik in hohem Maße von leistungsfähigen Hafenstrukturen abhingen.

Aus diesem Grund fordert der ZDS die Etablierung einer flexiblen Finanzierungsgrundlage im Verteidigungshaushalt (Einzelplan 14) - um gezielt in die militärisch relevante Hafeninfrastruktur investieren zu können, so der Verband.

„Ohne belastbare Häfen keine glaubwürdige Zeitenwende. Wir brauchen jetzt ein starkes Signal der Bundesregierung, dass sie die Häfen als systemrelevante Infrastruktur ernst nimmt – und entsprechend handelt“, unterstreicht Florian Keisinger, Hauptgeschäftsführer des ZDS.