Schwerlastverkehr: Pilotprojekt zur Gewichtskontrolle auf der A4
Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) und die Autobahn GmbH setzen einen neuen Meilenstein bei der Kontrolle des Schwerlastverkehrs: Auf der A4 bei Düren ist jetzt der erste Pilotstandort für eine moderne Gewichtskontrollstelle vorgestellt worden. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Straßeninfrastruktur wirksamer vor überladenen Lkw zu schützen. Grundlage ist eine im Mai 2023 geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Institutionen.
Bei einem Ortstermin am 7. Mai auf der Rastanlage Rur-Scholle-Süd in Fahrtrichtung Köln verschafften sich Christian Hoffmann, Präsident des BALM, und Thomas Ganz, Direktor der Niederlassung Rheinland der Autobahn GmbH, ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten. Die neue Kontrollstelle sei Teil eines bundesweiten Vorhabens, das insgesamt 16 Standorte vorsieht, teilt dazu das BALM mit. Die technische Inbetriebnahme des Pilotprojekts sei für das Frühjahr 2026 geplant.
Die Autobahn GmbH übernimmt Planung, Bau und Betrieb der technischen Anlagen. Das BALM wird die Kontrollstellen für die Durchführung von Gewichtskontrollen nutzen. Die Zusammenarbeit beider Behörden soll laut der Behörde nicht nur der Erhöhung der Verkehrssicherheit dienen, sondern auch zur Verlängerung der Lebensdauer von Brücken und Fahrbahnen beitragen. Der zunehmende Schwerlastverkehr auf den Autobahnen stelle eine „große Belastung“ für die Infrastruktur dar, erklärte das Bundesamt.
Der Standort auf der A4 wurde bewusst gewählt. Die Strecke zwischen Aachen und Köln gehört zu den wichtigsten Korridoren für den Gütertransport aus den westlichen Nordseehäfen. Über die A4 laufen erhebliche Warenströme aus Antwerpen und Rotterdam. In direkter Nähe liegt mit Köln-Eifeltor zudem Deutschlands größter Containerbahnhof, der auch im Kombinierten Verkehr eine zentrale Rolle spielt.
Kernstück der Kontrollstelle ist ein neu entwickeltes System zur frühzeitigen Erkennung überladener Fahrzeuge. Achslastmessstellen auf der Fahrbahn erfassen das Gewicht von Lkw schon im fließenden Verkehr. Fahrzeuge mit auffälligen Werten werden anschließend automatisch über elektronische Anzeigetafeln auf die Rastanlage geleitet. Dort erfolgt die präzise Gewichtskontrolle auf einem Sonderfahrstreifen.
Die Wiegetechnik basiert auf einer Kombination aus einer nichtselbsttätigen, statischen Waage und einer selbsttätigen, dynamischen Komponente. Dieses System soll nicht nur eine schnellere Abwicklung der Kontrollen ermöglichen, sondern auch eine belastbare Beweissicherung für mögliche Ordnungswidrigkeitenverfahren. Im Fall einer festgestellten Überladung müssen Fahrzeuge ab- oder umgeladen werden. Gleichzeitig leitet das BALM ein Bußgeldverfahren ein.
„Mit dieser modernen Technik schaffen wir die Voraussetzungen für effizientere Kontrollen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Verkehrsinfrastruktur“, betonte BALM-Präsident Hoffmann.
Auch der Umweltaspekt spielt eine Rolle: Durch das gezielte Vorgehen gegen überladene Fahrzeuge soll der Energieverbrauch gesenkt und der CO2-Ausstoß verringert werden.
Nach Abschluss der Pilotphase sollen weitere Kontrollstellen in anderen Teilen des Bundesgebiets folgen. Das BALM plant, die gewonnenen Erkenntnisse in die Ausgestaltung der übrigen Standorte einfließen zu lassen.