LKW

Schneller als der Lkw: Drohnen revolutionieren medizinischen Transport

Effizient, schnell und autonom: Asklepios setzt neue Maßstäbe beim Transport. Per Drohne fliegen Laborproben von Klinik zu Klinik.

DSpeziell montierte Halterungen ermöglichen den Drohnen das Andocken am Labor-Fenster. (Foto: Jedsy)
DSpeziell montierte Halterungen ermöglichen den Drohnen das Andocken am Labor-Fenster. (Foto: Jedsy)

Wie Drohnentechnologie logistische Prozesse optimieren kann, demonstriert Asklepios anhand eines Pilotprojektes. Die Klinikgruppe setzt seit dem 24. März 2025 Drohnen für den regelmäßigen Transport von Laborproben zwischen zwei Klinikstandorten in Schleswig-Holstein ein.

Ein Modellprojekt mit Potenzial

Die elektrisch betriebenen, weitgehend autonom fliegenden Transportdrohnen pendeln täglich zwischen der Asklepios Blomenburg Privatklinik in Selent und der Asklepios Klinik Bad Oldesloe. Laut Pressemeldung bewältigen die Flugkörper die Strecke von etwa 60 Kilometern in knapp 30 Minuten. Dabei transportieren sie bis zu vier Kilogramm Laborproben, hauptsächlich Blutproben.

Das Besondere: Die Drohnen docken direkt an speziell montierten Halterungen – sogenannten "Landegeschirren" – an. Der Warentransfer erfolge dadurch besonders effizient und ohne Personalaufwand. Asklepios-CEO Joachim Gemmel betont die Innovationskraft des Projekts:

„Asklepios beweist mit dem ersten regelhaften Einsatz von Drohnen einmal mehr seine enorme Innovationskraft und den Anspruch, in allen für die Verbesserung der Patientenversorgung relevanten Bereichen Vorreiter zu sein.“

Schneller und effizienter als der Straßentransport

Daniel Amrein, Geschäftsführer der Hamburger Asklepios Kliniken, hebt hervor, dass der Drohneneinsatz insbesondere für kleinere und ländlich gelegene Einrichtungen wie die Blomenburg Privatklinik Vorteile bringt.

„Der Transport von Laborproben mit Drohnen stellt eine flexiblere, deutlich schnellere sowie energieeffizientere Alternative zum Fahrzeugtransport dar.“

Auch Patrick Hauser, Geschäftsführer des Asklepios-Labordienstleisters Medilys, sieht langfristige Chancen:

„Die Drohnen versetzen uns in die Lage, Kunden außerhalb von Ballungsgebieten auch in Zukunft schnell und patientenorientiert zu versorgen. Perspektivisch werden wir damit auch Frachtkapazitäten für Dritte anbieten.“

Relevanz für den Gütertransport

Auch wenn sich dieses Modellprojekt auf den medizinischen Sektor konzentriert, sind die Parallelen zur Transport- und Logistikbranche offensichtlich. Die Kombination aus Energieeffizienz, Geschwindigkeit und einer automatisierten Übergabe an festgelegten Punkten könnte für bestimmte Transportsegmente interessant sein.

Gerade im urbanen Raum oder für zeitkritische Lieferungen könnte der Einsatz von Drohnen eine ergänzende Lösung sein. Ob und wann sich derartige Konzepte im Gütertransport etablieren, hängt nicht zuletzt von regulatorischen Rahmenbedingungen sowie technischen Weiterentwicklungen ab.