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Rhenus: Binnenschiffe in Indien am Start

Der Logistiker hat mit der Indischen Binnenwasserstraßenbehörde IWAI eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist der Aufbau eines logistischen Binnenschiffverkehrs.

Rhenus Indien will die Binnenschifffahrt in Indien ausbauen, unter anderem auf dem Ganges und Brahmaputra. Dazu wurde eine Absichtserklärung mit der Indischen Binnenwasserstraßenbehörde IWAI unterzeichnet. Foto: Rhenus Gruppe
Rhenus Indien will die Binnenschifffahrt in Indien ausbauen, unter anderem auf dem Ganges und Brahmaputra. Dazu wurde eine Absichtserklärung mit der Indischen Binnenwasserstraßenbehörde IWAI unterzeichnet. Foto: Rhenus Gruppe

Mit dem Memorandum of Understanding (MoU) will die Rhenus Gruppe künftig Binnenschiffsverkehre auf verschiedenen nationalen Wasserstraßen in Indien betreiben.

In der ersten Phase sollen Schubboote und 20 Flachbodenleichter aus Deutschland mit einer Kapazität von 400 Tonnen eingesetzt werden, die dann nach eigenen Angaben als Koppelverbände bis zu 1.200 Tonnen pro Fahrt transportieren können. Mit wachsender Nachfrage wolle Rhenus Indien die Flotte auf 100 Schiffe erweitern und die Korridore über den Indischen Subkontinent ausweiten, heißt es. Michael de Reese, Leiter der Division Rhenus Port Logistics:

„Die Binnenschifffahrt ist das Rückgrat der produzierenden Wirtschaft in Deutschland sowie in Europa. Mithilfe unserer Expertise und unserer langjährigen Erfahrung im Meistern von Herausforderungen wie dem Ausbau von Wasserstraßeninfrastruktur, schwankenden Wasserständen und der Ausbildung eines zuverlässigen Fachpersonals können wir gemeinsam mit der IWAI die wachsende indische Wirtschaft unterstützen.“

Eine Millionen Tonnen Fracht pro Jahr
Durch die Kooperation mit der Indischen Binnenwasserstraßenbehörde (Inland Waterways Authority of India – IWAI) wolle man einen Beitrag zum Aufbau eines stabilen multimodalen Logistiksystems in Indien zu leisten. Ziel sei es, bis 2025 über eine Millionen Tonnen Fracht pro Jahr zu befördern.

Rhenus hatte das MoU mit der IWAI am 5. Mai unterzeichnet, um dem Engagement der indischen Regierung zur Stärkung der Binnenschifffahrt zu unterstützen. Mit über 14.500 Kilometern schiffbarer Wasserstraßen, darunter 111 Nationale Wasserwege, verzeichne der indische Binnenschifffahrtssektor, der von der IWAI verwaltet wird, ein signifikantes Wachstum, so Rhenus. So seien die Frachtvolumina von 30 Millionen MMTPA (Metric Tonnes per Annum) 2014 auf 133 MMTPA 2024 gestiegen.

Frachtschiffe auf Ganges und Brahmaputra
Rhenus Indien will Transportlösungen für die Binnenschifffahrt einführen, darunter Binnenschiffsliniendienste, die den Gütertransport auf zwei indischen Flüssen, dem Ganges und dem Brahmaputra, erleichtern. Diese nachhaltigen Logistiklösungen würden einen nahtlosen Frachtverkehr in Indien und darüber hinaus ermöglichen. Mit diesem Vorhaben weite man das eigene Know-how im Bereich Hafenbetrieb und Binnenschifffahrt von Europa auf Indien aus.

Zunächst beabsichtige Rhenus Indien, Binnenschiffsverbindungen auf den nationalen Wasserstraßen NW-1, NW-2, NW-16 und der Indo-Bangladesch-Protokollroute (IBP) zu betreiben, wobei eine schrittweise Ausweitung auf weitere nationale Wasserstraßen des Landes geplant sei. Aus Schubbooten und Leichtern bestehende Koppelverbände, die auf eine Navigation bei geringem Tiefgang angepasst seien, sollen dazu genutzt werden, um Massen- und Stückgüter (Breakbulk) innerhalb Nord-, Ost- und Nordostindiens sowie künftig zwischen den Nachbarländern und Indien zu transportieren. Vivek Arya, CEO von Rhenus Indien und globaler CEO von Rhenus Warehousing Solutions Intercontinental:

„Mit mehr als 100 Jahren Erfahrung in der Binnenschifffahrt in ganz Europa freut sich Rhenus, mit der IWAI zusammenzuarbeiten, um ein intelligenteres, umweltfreundlicheres und wirtschaftlicheres Logistiknetz zu schaffen. Wir sind uns des immensen Potenzials der indischen Binnenschifffahrt bewusst und werden unsere bewährten Verfahren an die indischen Gegebenheiten anpassen und mit unseren innovativen Lösungen zu einem reibungslosen Transport auf den Wasserstraßen beitragen."