Renault Trucks: Erste Fährfahrt eines E-Lkw über Ärmelkanal
Ein elektrischer Lkw vom Typ Renault Trucks E-Tech T hat Ende Mai erstmals erfolgreich eine Fährverbindung zwischen Großbritannien und Frankreich für einen grenzüberschreitenden Warentransport genutzt. Wie die beteiligten Unternehmen berichten, startete das Fahrzeug am Logistikstandort von Kuehne+Nagel in Derbyshire und überquerte mit beladener Ladefläche an Bord der Hybridfähre „P&O Liberté“ den Ärmelkanal. Die Überfahrt von Dover nach Calais gilt als verkehrsstrategisch zentrale Route im Handel zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland.
Der Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 40 Tonnen wurde im französischen Amiens entladen, erneut beladen und nach einem Zwischenstopp zum Laden der Batterien zurück ins Vereinigte Königreich überführt. Insgesamt legte er dabei rund 1.100 Kilometer zurück. Erstmals sei dabei eine komplette Transportkette im internationalen Verkehr durch einen vollelektrischen Schwerlast-Lkw abgebildet worden, erklären die Projektpartner.
Sie werten die Fahrt als einen Beleg für die Einsatzfähigkeit batterieelektrischer Fahrzeuge im grenzüberschreitenden Güterverkehr. Zudem bestätige sie, dass die Strecke über den Ärmelkanal für den Transport vollelektrischer Lkw rechtlich zulässig und technisch umsetzbar sei.
Ein weiteres Augenmerk lag auf der eingesetzten Fähre. Die „P&O Liberté“ ist als Hybridfähre ausgelegt und verursacht den Angaben des Betreibers zufolge bis zu 40 Prozent weniger CO2-Emissionen als konventionelle Schiffe auf dieser Strecke. Der kombinierte Einsatz von emissionsfreier Landstrecke und emissionsreduzierter Seeüberfahrt soll zeigen, wie sich klimafreundlichere Transportlösungen im Alltag etablieren lassen.
Die drei beteiligten Partner – Renault Trucks, Kuehne+Nagel und P&O Ferries – werten den erfolgreichen Testlauf als Beitrag zur schrittweisen Umstellung auf emissionsärmere Flotten. In ihrer Pressemitteilung betonen sie, das Projekt solle „das Vertrauen in die Elektromobilität im Güterverkehr stärken, zur breiteren Akzeptanz beitragen und den Wandel hin zu klimafreundlichen Transportflotten beschleunigen“.
Die Fährroute zwischen Dover und Calais ist eine der meistgenutzten Verbindungen im europäischen Handel. Der erste vollelektrische Transport auf dieser Achse könnte aus Sicht der Beteiligten ein Signal für weitere Pilotprojekte in diesem Segment sein.