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Projekt in Dänemark: Rotorblätter zur Radabstellern!

Wie ausgediente Rotorblätter zu Radabstellanlagen umfunktioniert werden könnten, erprobt ein Projekt in Dänemark. Das könnte Schule machen - und die Ökobilanz der schwer recyclierbaren Windkraftsysteme deutlich verbessern. 

Mach was draus: Ein einstiges Rotorblatt dient in Dänemark jetzt als Überdachung für einen Radabsteller. | Foto: Siemens Gamesa
Mach was draus: Ein einstiges Rotorblatt dient in Dänemark jetzt als Überdachung für einen Radabsteller. | Foto: Siemens Gamesa

Dänemark hat einen intelligenten Weg gefunden, um ein wachsendes Abfallproblem anzugehen - alte Windradflügel. Anstatt sie auf die Mülldeponie zu bringen, werden sie zerlegt und in haltbare Fahrradunterstände verwandelt. Darüber berichtet etwa ein Post des Instagram-Accounts wildheart_500. Das Projekt wird vom Re-Wind Network geleitet, an dem Forscher der Universität Aalborg und anderer Einrichtungen beteiligt sind. Die Glasfaserflügel wurden so konstruiert, dass sie extremen Wind- und Wetterverhältnissen standhalten und somit ideal für den langfristigen Einsatz im Freien sind. Jeder Unterstand ist gebogen und kompakt und bietet eine moderne, kostengünstige Struktur, die Fahrräder vor den Elementen schützt. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie Kreislauf-Design Abfall reduzieren und gleichzeitig den Bedürfnissen der Gemeinschaft dienen kann. Da bis 2050 Millionen von Schaufeln ausgemustert werden, könnte dieser Ansatz auf Brücken, Lärmschutzwände und sogar Spielplätze ausgeweitet werden.

Dem Vernehmen nach nutzen die Macher alte Flügel von Siemens-Gamesa-Windrädern, worüber der Branchenverband Leva-EU bereits 2021 berichtet hatte. Der Umbau der Flügel ist vergleichsweise einfach: Die gebogene Form bleibt bestehen und wird für den Unterstand genutzt. Das reduziert die Kosten, weil kaum zusätzliches Baumaterial nötig ist. Der Aufwand beschränkt sich auf das Zuschneiden und die Stabilisierung der Bauteile – deutlich weniger aufwendig als eine komplette Neuproduktion oder das Recycling in Rohstoffe.

 

Laut Projektbeteiligten liegen die Kosten für einen Fahrradunterstand auf einen Bruchteil vom Material vergleichbarer Neubauten. Mehrere Pilotprojekte laufen bereits, weitere sollen folgen. Man reagiert damit auf ein immer häufiger thematisiertes Problem der Windindustrie: Gemäß Schätzungen von Re-Wind müssen bis 2050 weltweit bis zu 40 Millionen Tonnen Altmaterial ausgedienter Windkraftanlagen entsorgt werden. Bereits bei einer Brücke im irischen Cork umgesetzt wurde der Einsatz als Brückenbauteile.