LKW

Milence: Erste Megawattlader in Betrieb

Im Hafen von Antwerpen-Brügge können Nutzfahrzeuge nun mit bis zu 1,44 MW in rund 30 Minuten geladen werden.

Das Megawatt-Ladesystem (MCS), hier installiert am Hafen von Antwerpen-Brügge. (Foto: Milence)
Das Megawatt-Ladesystem (MCS), hier installiert am Hafen von Antwerpen-Brügge. (Foto: Milence)

Milence, Joint Venture zwischen Daimler Truck, Traton und der Volvo Group, hat sein erstes Megawatt-Ladesystem (MCS) an seinem Hub auf dem Truck Parking Ketenis am Hafen von Antwerpen-Brügge in Betrieb genommen. Zwei Hochleistungsladegeräte von Power Electronics, einem weltweit führenden Hersteller von Wechselrichtern zur Energiespeicherung, Solarwechselrichtern und Lösungen für die Elektromobilität, wurden an zwei zusätzlichen Ladebuchten installiert. Die Ladestation verfügt nun über 22 Ladebuchten mit einer CCS-Ladeleistung von 4 MW und einer MCS-Ladeleistung von 2,8 MW. Damit ist die Anlage am zweitwichtigsten Seehafen Europas eine der größten in Europa. Die von Power Electronics entwickelte Hochleistungsladelösung wurde bis 2024 strengen Tests unterzogen und ist somit nun marktreif.

Stromstärke von 1.500 A

Das Megawatt-Ladesystem (MCS) ist ein neu definierter Standard für Hochleistungsladungen, der speziell zur Unterstützung der raschen Verbreitung von vollelektrischen Lkw entwickelt wurde. Mit einer Leistung von bis zu 3,75 MW (3.750 kW) Gleichstrom stellt MCS einen grundlegenden Wandel in der Branche dar. Die im Hafen von Antwerpen-Brügge installierte Lösung soll die Ladezeiten um etwa 90 % reduzieren, so dass E-Lkw ihre Batterien in rund 30 Minuten aufladen können. Die Ladekapazität beträgt bis zu 1,44 MW bei 1.500 A Stromstärke und 1.000 V elektrischer Spannung.

Milence-CEO Anja van Niersen betonte die Bedeutung dieses Meilensteins: „Diese Einführung stellt einen Wendepunkt für den elektrischen Straßenverkehr dar. Die MCS-Technologie ist eine wichtige Voraussetzung für die breite Einführung von Elektro-Lkw und macht den Langstreckenverkehr zu einer praktikablen und nachhaltigen Option. Durch die drastische Verkürzung der Ladezeiten beseitigen wir eines der größten Hindernisse für die Elektrifizierung des Güterverkehrs. Die Zukunft des Straßenverkehrs liegt in der Elektromobilität, und wir sind entschlossen, bei diesem Übergang eine Vorreiterrolle zu übernehmen, nicht nur durch den Aufbau des größten öffentlichen Ladenetzes in Europa, sondern auch durch die Gewährleistung eines schnellen, zuverlässigen und nahtlosen Ladevorgangs.

Bau des ersten MCS-Korridors in Europa

Im Rahmen seines ehrgeizigen Expansionsplans ist Milence bestrebt, ein robustes Netz von Megawatt-Ladepunkten in ganz Europa aufzubauen. Bis 2027 will das Unternehmen mindestens 284 MCS-Ladepunkte an 71 Standorten in zehn EU-Mitgliedstaaten einrichten und damit der Aufforderung der Alternative Fuels Infrastructure Facility (AFIF) nachkommen. Der Knotenpunkt im Antwerpener Hafen Brügge ist der Ausgangspunkt für einen der ersten Korridore, die Antwerpen mit Stockholm verbinden.

„Wir sind zuversichtlich, dass diese Entwicklung nicht nur den Übergang zum elektrischen Güterverkehr unterstützen, sondern auch Europas Führungsrolle bei nachhaltigen Mobilitätslösungen stärken wird“, so Anja van Niersen abschließend.

Sicherstellung der Interoperabilität auf dem gesamten Markt

Milence setzt sich für die Bereitstellung nahtloser öffentlicher Ladelösungen für schwere Elektrofahrzeuge ein und arbeitet eng mit Partnern aus der Industrie zusammen, um die MCS-Technologie zu verfeinern und die Marktakzeptanz zu fördern. Der Pilot-Lkw war ein Prototyp des Mercedes-Benz eActros 600, der vor einiger Zeit im spanischen Valencia getestet wurde. Weitere Tests mit verschiedenen Lkw-Marken werden in den kommenden Monaten folgen.