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Mercedes-Benz CLA EQ Shooting Brake mit 761 km Reichweite: Platz im kecken Heck

Der erste elektrische Shooting Brake mit Stern klotzt mit 761 Kilometer Reichweite, 455-Liter-Kofferraum sowie 100-Liter-Frunk und will dank Schnelllader hohe Reisequalitäten bieten: Bis zu 310 Kilometer Reichweite sollen in zehn Minuten geladen sein. Neben den Stromern gibt es ein Hintertürchen mit Hybrid.

Schnittiger Hoffnungsträger: Der Shooting Brake soll auch für Mercedes einen Durchbruch bringen in Sachen E-Mobilität. | Foto: Mercedes-Benz
Schnittiger Hoffnungsträger: Der Shooting Brake soll auch für Mercedes einen Durchbruch bringen in Sachen E-Mobilität. | Foto: Mercedes-Benz

Nur wenige Wochen nach der Premiere des neuen CLA hat Mercedes‑Benz das zweite Modell der komplett neuen Fahrzeugfamilie präsentiert: Der neue CLA Shooting Brake ist zugleich der erste elektrische Mercedes‑Benz mit Kombi-Heck. Der Kofferraum des 4,72 Meter langen, 1,85 Meter breiten und 1,46 Meter hohen Mittelklassemodells bietet ein Ladevolumen von 455 bis 1.290 Liter. Weitere 101 Liter fasst der beleuchtete Frunk unter der Fronthaube. Serienmäßig ist auch eine Dachreling, die die Transportmöglichkeiten erweitert, die Traglast beträgt 75 Kilogramm. Die Anhängelast beträgt 1.500 bis zu 1.800 Kilogramm beim Allrad (gebremst). Für Alltag und Reise gewappnet sein soll das Modell dank einer WLTP-Reichweite von bis zu 761 Kilometern (CLA 250+ Shooting Brake), was einem Energieverbrauch kombiniert von 12,7-15,2 kWh/100 km entspricht, ein Topwert für diese Klasse. Nachladen für weitere 310 Kilometer (WLTP) soll in zehn Minuten erledigt sein. Die Markteinführung der Kombiversion des neuen CLA startet im März 2026 in Europa.

„Mit dem neuen CLA Shooting Brake sprechen wir alle an, die die Dynamik eines sportlichen Fahrzeugs schätzen, im Alltag aber nicht auf Raum und Flexibilität verzichten möchten. Er vereint intelligente Technologie und Effizienz zu einem völlig neuen Fahrerlebnis“, wirbt Mathias Geisen, Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz Group AG, Vertrieb.

Ziel war es, die Proportionen eines viertürigen Coupés mit mehr Laderaum und einer großen Heckklappe ins Elektrozeitalter zu überführen. Dieses Konzept feierte 2012 mit dem CLS Shooting Brake seinen Einstand bei den Schwaben. 2015 etablierte man es mit dem ersten CLA Shooting Brake erfolgreich im Kompaktsegment. Zum Marktstart kommen zunächst zwei Modelle. Der CLA 250+ Shooting Brake EQ bietet eine Leistung von 200 kW und eine Reichweite von bis zu 761 Kilometer nach WLTP. Der 260 kW starke CLA 350 4MATIC Shooting Brake EQ verbraucht dann 13,2-15,7 kWh/100 km und soll als Performance-Version mit zwei Motoren und Allradantrieb am oberen Ende der Modellpalette positioniert werden. Er schafft eine Reichweite von bis zu 730 Kilometer nach WLTP.

Zwei-Gang-Getriebe für flotten Antritt und sparsame Fahrt

Das neu entwickelte elektrische Antriebssystem mit permanenterregter Synchronmaschine (PSM) und Zwei-Gang-Getriebe an der Hinterachse will dynamische Fahrleistungen mit hoher Effizienz kombinieren. Der erste Gang ermöglicht eine hohe Beschleunigung vom Start weg. Als CLA 250+ Shooting Brake sprintet er in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der zweite Gang ist für die Leistungsentfaltung bei hohen Geschwindigkeiten ausgelegt und soll für gute Reichweite und Komfort auf langen Strecken sorgen. Darüber hinaus verfügt das Modell über ein neues One-Box-Bremssystem, das die Rückgewinnung von Bremsenergie optimiert und so die Reichweite erhöht. Aus Effizienzgründen finden fast alle Bremsvorgänge per Rekuperation statt. Die Bremsleistung beträgt bis zu 200 kW.

Beide Modelle schöpfen ihre Energie aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit einem nutzbaren Kapazität von 85 kWh. Die Zellen verfügen über Anoden, bei denen Siliziumoxid zum Graphit beigemischt ist. Dies soll die Energiedichte erhöhen. Im Zusammenspiel mit dieser neuen Batteriegeneration kann die 800-Volt-Architektur die Ladezeit deutlich verkürzen. So kann beim 250+ Shooting Brake binnen zehn Minuten eine Reichweite von 310 Kilometern geladen werden. Formal ist DC-Laden ist mit bis zu 320 kW möglich, AC-Laden auch mit bis zu 22 kW. Anfang nächsten Jahres will man die Modellpalette um weitere batterieelektrische Varianten ergänzen.

Hintertürchen mit Hybrid

Allerdings halten sich die Schwaben ein Hintertürchen offen und bringen auch einen 48-Volt-Hybrid. Man sieht vollelektrische Modelle zwar in einer "Schlüsselrolle bei der Umsetzung der nachhaltigen Geschäftsstrategie von Mercedes‑Benz", wie die Stuttgarter formulieren. "Doch die Wünsche und Mobilitätsbedürfnisse der Kundinnen und Kunden in den unterschiedlichen Regionen der Welt bestimmen das Tempo dieser Transformation", heißt es weiter. Der Shooting Brake kommt daher Anfang nächsten Jahres auch als Hybrid mit 48-Volt-Technik und einem ins Getriebe integrierten Elektromotor. E-Motor, Wechselrichter und Acht-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (8F-eDCT) bilden eine hochintegrierte Einheit. Der Elektromotor unterstützt über den gesamten Drehzahlbereich auf intelligente Weise. Bei innerstädtischen Geschwindigkeiten und wenn weniger als 20 kW benötigt werden, lassen sich die Hybride rein elektrisch fahren. Das sogenannte elektrische Segeln ist bis zu einem Tempo von rund 100 km/h möglich. Die Besonderheit: Der Motor kann in allen acht Gängen rekuperieren, also bis zu 25 kW Energie zurückgewinnen.

Erstes Modell mit MB.OS-Betriebssystem

Der neue CLA Shooting Brake ist nach dem CLA das zweite Fahrzeug, das vollständig über das Mercedes‑Benz Operating System (MB.OS) funktioniert. An Bord ist ein sogenannter Supercomputer verbaut, der mit der hauseigenen Cloud verbunden ist. Das soll regelmäßige Over-the-Air-Updates ermöglichen, nicht nur für das Entertainment, sondern auch für die wichtigsten Fahrzeugfunktionen inklusive Fahrassistenzsysteme. Die Schwaben versprechen vollmundig ein "völlig neues digitales Erlebnis". Die vierte Generation des Infotainmentsystems Mercedes‑Benz User Experience (MBUX) integriert künstliche Intelligenz (KI) von Microsoft und Google. Der weiterentwickelte MBUX Virtual Assistant soll komplexe, mehrteilige Dialoge führen können und ein Kurzzeitgedächtnis besitzen, sodass eine Konversation auch nach einer Pause fortsetzbar ist. Er basiert auf ChatGPT4o und Microsoft Bing. Dank Google Gemini soll er auch in Sachen Navigation fit sein und erkennt während eines aktiven Dialogs sogar Emotionen, versprechen die Ingenieure. Das System ist als „lebendiger“ Avatar in Form des Mercedes‑Benz Sterns auf dem MBUX Zero Layer des Zentraldisplays präsent. Der weiterentwickelte MBUX Zero Layer auf dem Zentraldisplay zeigt die wichtigsten Informationen, Vorschläge und erstmals auch die zuletzt genutzten Apps. In der App-Ansicht lassen sich die Anwendungen jetzt verschieben und in individuell benannten Ordnern zusammenfassen.

Google Maps wird Standard

Auch die Routenführung soll einfacher sein, die Navigation basiert auf Kartendaten von Google Maps, die mit Echtzeit-Informationen des Fahrzeugs kombiniert werden. Die Navigation plant auf Basis diverser Faktoren die schnellste und komfortabelste Route inklusive Ladestopps und passt die Ladeeinstellungen des Fahrzeugs automatisch an für das Schnellladen entlang der Route – inklusive Vorkonditionierung der Hochvoltbatterie für optimale Temperatur zum DC-Laden. Zusätzlich gibt das System Energiespartipps.

Gute Grundausstattung

Der Hersteller verspricht eine umfangreiche und hochwertige Serienausstattung. Die Basis "Progressive Line" umfasst LED High Performance Scheinwerfer mit Adaptivem Fernlicht-Assistenten, das Spiegel-Paket, ein Multifunktions-Lederlenkrad, Komfortsitze in Ledernachbildung/Stoff mit Sitzheizung und 4-Wege-Lordosenstütze sowie die Ein-Zonen-Klimaautomatik mit Luftauslässen auch für die zweite Sitzreihe. Technik-Fans will man mit einer Selfie- und Videokamera mit Gesichtserkennung sowie jeweils zwei USB-C-Ladeanschlüsse mit einer Leistung von 100 Watt in der vorderen und der hinteren Sitzreihe erfreuen. Auch der Kofferraum ist ausgestattet mit vier Verzurrösen, einem seitlichen Netz und einer 12-Volt-Steckdose. Ebenfalls Serie ist eine Kindersitzbefestigung, die MBUX Navigation, Live Traffic Information, ein fünf Meter langes Ladekabel für bis zu 22 kW Ladeleistung und der digitale Ladeservice MB.CHARGE Public für Zugang zu einem der größten Ladenetze der Welt. An den unternehmenseigenen Ladeparks lässt sich sogar ein Ladepunkt im Voraus reservieren.