PKW

Mercedes-Benz bestätigt vollelektrische E-Klasse

Mercedes-Benz bestätigt den Einstieg in die vollelektrische Ära mit der neuen E-Klasse. Die wird optisch fast identisch auf zwei verschiedenen Plattformen stehen!

Der CLA als Vorbild: Eine Optik, aber zwei Antriebskonzepte - Elektrisch und Verbrenner. | Foto: Mercedes-Benz
Der CLA als Vorbild: Eine Optik, aber zwei Antriebskonzepte - Elektrisch und Verbrenner. | Foto: Mercedes-Benz

Mercedes-Benz plant seine elektrischen Business-Limousinen (und –SUV) um. Die geplante elektrische Business-Limousine ist ein zentraler Baustein einer umfassenden Produktoffensive, die bis 2027 Dutzende neuer sowie überarbeiteter Modelle umfasst. Damit plant man eine strategische Weiterentwicklung des gesamten Mercedes-Portfolios.

Die neue Plattformstrategie: Gleiche „Hülle“ auf zwei technischen Basen!

Obwohl der Hersteller nicht explizit verrät, ob die neue E-Klasse den bisher unter dem Kürzel EQE geführten Modellen ablösen wird, spricht vieles dafür. Bereits bei der elektrischen G-Klasse wurde das Kürzel EQG vor dem Serienstart durch die Modellbezeichnung G 580 mit integrierter EQ-Technologie ersetzt. Angesichts des bisher moderaten Erfolgs des EQE-Modells ist ein Neustart mit neuem Namen und moderner Technik naheliegend.

Ein entscheidendes Element der neuen Entwicklungsstrategie ist der flexible Plattformansatz. Bereits beim Tech Day im Werk Sindelfingen wurde deutlich: Anstatt starrer Plattformen wird künftig auf modulare Komponenten gesetzt. Elektromotoren (zum Beispiel an der Hinterachse mit Zwei-Gang-Getriebe), Batteriemodule und Steuergeräte – wie sie im CLA zum Einsatz kommen – können auch in größeren Fahrzeugen, etwa in der neuen E-Klasse, Verwendung finden. Diese Modularisierung erlaubt es, die besten Eigenschaften in Sachen Platzangebot, Eleganz, Komfort und Effizienz zu vereinen, ohne Kompromisse bei Kostendisziplin und Fertigungsflexibilität einzugehen.

Einheitliches Design und differenzierte Antriebskonzepte

Während der CLA als Einstiegsmodell sowohl als vollelektrisches Fahrzeug als auch in Verbrenner- bzw. Mildhybridvariante angeboten wird, werden die Modelle im Core- und Top-End-Segment künftig auf separaten BEV- und ICE-Plattformen stehen – auch wenn das äußere Erscheinungsbild nahezu identisch bleibt. Kunden und Flotten können sich so in erster Linie für ein einheitliches, statusorientiertes Modell entscheiden und anschließend den bevorzugten Antrieb wählen.

Breitere Produktoffensive und wirtschaftliche Hintergründe

Neben der elektrischen E-Klasse ist auch die Einführung eines neuen elektrischen GLC Teil der Modelloffensive. Mercedes-Benz strebt bis 2027 einen EV-Anteil von über 30 Prozent an – ein ambitionierter Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität. Wie CEO Ola Källenius betont:

„Wir starten dazu die bisher größte Produkt- und Technologieoffensive unserer Unternehmensgeschichte und ein umfassendes Programm zur Steigerung unserer Leistungsfähigkeit.“

Wirtschaftlicher Druck: In China laufen EQE und Co. extrem schlecht

Hinter diesen Maßnahmen steht nicht nur die Innovationsstrategie, sondern auch ein wirtschaftlicher Handlungsdruck. Das Betriebsergebnis 2024 sank um 31 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro, der Umsatz fiel um 4,5 Prozent auf 145,5 Milliarden Euro, und in der Pkw-Sparte schrumpfte die Marge von 12,6 auf 8,1 Prozent. Angesichts weiter prognostizierter Rückgänge bei Absatz und Umsatz reagiert Mercedes nicht nur mit der Modelloffensive, sondern auch mit Produktionsanpassungen.

Produktionsstrategie und globale Effizienz: Mercedes wird viel ungarischer

Zukünftig soll die Produktion in den deutschen Werken zwar fortgeführt werden, jedoch mit einer Begrenzung auf jeweils 300.000 Fahrzeuge. Parallel dazu will Mercedes verstärkt in Länder mit niedrigeren Lohnkosten investieren – so soll der Anteil der Produktion in solchen Regionen von derzeit 15 auf 30 Prozent bis 2027 steigen. Ein Beispiel hierfür ist das Werk in Kecskemét, Ungarn, wo die Produktionskosten um bis zu 70 Prozent geringer sind als in Deutschland.

Was bedeutet das?

Mercedes-Benz stellt sein Portfoilo um und wird vom CLA bis zum EQS künftig alle Antriebsformen in identischer Optik präsentieren – aber mit verschiedenem Unterbau. Der Startschuss dazu fällt mit dem CLA.