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Mehr Transport, weniger Emissionen – Verband sieht Schiene im Vorteil

Laut dem Verband Die Güterbahnen spart der Schienengüterverkehr doppelt so viel Diesel ein wie die gesamte Land- und Forstwirtschaft jährlich verbraucht. Ein Aufwuchs soll trotz Engpässen möglich sein.

Die Schiene braucht mehr politischen Rückhalt, findet der Verband Die Güterbahnen. (Foto: ÖBB/Hanno Thurnher)
Die Schiene braucht mehr politischen Rückhalt, findet der Verband Die Güterbahnen. (Foto: ÖBB/Hanno Thurnher)

Zum Auftakt der internationalen Leitmesse Transport Logistic in München hat der Verband Die Güterbahnen seine Forderung nach einer stärkeren Förderung des Schienengüterverkehrs bekräftigt. Mit aktuellen Berechnungen will der Verband zeigen, dass sich wirtschaftliches Wachstum und Klimaschutz im Gütertransport durchaus miteinander verbinden lassen – vorausgesetzt, die Politik räumt der Schiene eine zentrale Rolle ein.

Wie der Verband vorrechnet, spart der Schienengüterverkehr in Deutschland jährlich doppelt so viel Diesel ein, wie in der gesamten Land- und Forstwirtschaft verbraucht wird. Der Kalkulation liegt die Annahme zugrunde, dass die Energieeffizienz elektrischer Güterzüge deutlich höher ist, verglichen mit dem dieselbetriebenen Lkw. Die Züge verursachen demnach im Schnitt siebenmal weniger CO2-Emissionen pro Tonnenkilometer als schwere Lkw. Die Schiene sei damit ein entscheidender Hebel im Kampf gegen die absehbare Verfehlung der Klimaziele im Verkehrssektor, so die Einschätzung des Verbands.

Die Bedeutung der Schiene wird nach Ansicht der Güterbahnen in der aktuellen verkehrspolitischen Debatte unterschätzt. Die Geschäftsführerin des Verbands, Neele Wesseln, erklärte:

„Als Klima-Joker unter den Verkehrsträgern leistet der Schienengüterverkehr bereits heute einen beträchtlichen Anteil im Klimalücken-Verschluss. Nun muss die Politik ihn nur noch als den Wachstumstreiber für die deutsche Wirtschaft erkennen, der gleichzeitig die Klimabilanz des Landes verbessern kann – und dementsprechend fördern.“

Wesseln verwies zudem auf die nahezu vollständige Elektrifizierung des Schienengüterverkehrs. Rund 94 Prozent der beförderten Güter würden heute bereits elektrisch transportiert. Damit sei die Bahn im Gegensatz zum Straßengüterverkehr weitgehend unabhängig von fossilen Kraftstoffen. Angesichts erwarteter Wachstumsimpulse für die deutsche Wirtschaft sei die Schiene das einzige Transportmittel, das steigende Transportmengen ohne proportional steigende Emissionen bewältigen könne.

Mit Blick auf die Netzkapazität wies der Verband den häufig geäußerten Vorbehalt zurück, die Infrastruktur der Bahn stoße an ihre Grenzen. Güterbahnen-Geschäftsführer Peter Westenberger erklärte dazu in München:

„Alleine durch höhere Zugauslastung, moderne Fahrplan-IT und bessere Instandhaltung schaffen wir Kapazität gegenüber dem aktuellen Stand. Eine bessere Baustellenkoordination, eine Erschließung von zusätzlichen Bestandsstrecken durch Elektrifizierung und die Verlängerung von Überholgleisen sind einige weitere Beispiele, wie wir im Vorgriff auf den Netzausbau deutlich mehr bewegen können.“

Nach Einschätzung des Verbands führen vor allem organisatorische und planerische Defizite dazu, dass vorhandene Potenziale nicht ausgeschöpft werden. Die Diskussion um den schleppenden Ausbau der Infrastruktur dürfe nicht davon ablenken, dass bereits mit heutigen Mitteln zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden könnten. Dies gelte sowohl für den Einzelwagenverkehr als auch für den Kombinierten Verkehr.

Der Verband reagierte mit seinen Ausführungen auf Prognosen von Regierungsberatern, denen zufolge der Verkehrssektor in Deutschland bis 2030 rund 167 Millionen Tonnen CO2 mehr ausstoßen werde als gesetzlich erlaubt. Der Schienengüterverkehr könne hier eine zentrale Rolle bei der Zielerreichung übernehmen – vorausgesetzt, er erhält aus Sicht des Verbands die nötige politische Unterstützung und Planungssicherheit.