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LeasingMarkt.de-Umfrage: Zwei Drittel befürworten Social Leasing

70 Prozent fordern deutsches Social-Leasing-Programm. Autohalter wollen mit Social Leasing Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit fördern. Auch deutsche Autohersteller sollen profitieren. Leasingraten in Höhe von rund 150 Euro halten die meisten für angemessen. 

Der Fokus auf Kleinwagen wie den Hyundai Inster beim Social Leasing käme auch den Staat deutlich günstiger. | Foto: Hyundai
Der Fokus auf Kleinwagen wie den Hyundai Inster beim Social Leasing käme auch den Staat deutlich günstiger. | Foto: Hyundai

Über 70 Prozent der deutschen Autohalter sprechen sich für die Einführung eines Social Leasing-Programms aus. Das geht aus einer aktuellen, repräsentativen Umfrage von LeasingMarkt.de, nach eigenen Angaben Deutschlands größtem Marktplatz für Leasing-Angebote, und Innofact hervor. In Frankreich habe sich das Konzept bereits bewährt, so die Verantwortlichen. Es ermöglicht auch Geringverdienern, für wenig Geld ein Elektroauto zu leasen – dank staatlicher Zuschüsse. Befürworter sehen darin die Möglichkeit, sowohl den Klimaschutz zu fördern als auch für mehr Gerechtigkeit in Deutschland zu sorgen. 60 Prozent wollen zusätzlich etwas für den Industriestandort Deutschland tun. Sie fordern daher, dass in erster Linie deutsche Automobilhersteller von den Zuschüssen profitieren sollen. Das Geld soll dabei nicht nur vom deutschen Steuerzahler, sondern auch aus EU-Töpfen kommen. 70,5 Prozent der Autohalter plädieren für die Einführung eines Social Leasing-Programms in Deutschland. Auf der anderen Seite stehen 29,5 Prozent der Umfrageteilnehmer, die das Modell ablehnen.

Als Gründe geben im Pro-Leasing-Lager 35 Prozent der Befragten an, sie forderten Social Leasing aus Gründen des Klimaschutzes. Für ebenso viele (35 Prozent) ist es schlichtweg eine Sache der Gerechtigkeit, einkommensschwachen Gruppen den Zugang zu einem Elektrofahrzeug zu ermöglichen. Die weiteren Gründe der Befürworter: Social Leasing sei gut, um die Elektromobilität hierzulande voranzutreiben (33 Prozent), es fördere die deutsche Automobilindustrie (27 Prozent) und es verleihe dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos einen Schub (26 Prozent). Jeder Fünfte (20 Prozent) erhofft sich durch das Social Leasing zudem konkrete persönlich Vorteile und sagt: Ich als Geringverdiener könnte mir vorstellen, selbst ein staatlich gefördertes E-Auto zu leasen.

Ein knappes Drittel ist gegen Sozial-Leasing

Auf der anderen Seite ist es ein knappes Drittel der Deutschen, das sich gegen das Social Leasing ausspricht. Ein Hauptgrund: Der Steuerzahler solle kein Geld für die individuelle Mobilität einiger weniger ausgeben – zumindest gaben das 16 Prozent der Befragten an. Jeder Zehnte (11 Prozent) ist deshalb gegen das Modell, weil es aus seiner Sicht kaum oder keine Auswirkungen auf den Klimaschutz hätte. Ähnlich viele (9 Prozent) sehen auch keinen Vorteil für die deutsche Automobilindustrie, da hierzulande gebaute Stromer ihrer Einschätzung nach zu teuer sind, um von der Förderung zu profitieren. Und während es 8 Prozent nicht richtig finden, dass eine Antriebstechnologie (Elektro) gegenüber anderen (Benziner, Diesel) bevorzugt werden sollte, lehnen 3 Prozent die Regelung auch deshalb ab, weil diese für sie als Gutverdiener keinen persönlichen Vorteil mit sich brächte.

„Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Deutschen die Verkehrswende mit der sozialen Gerechtigkeit versöhnen wollen. Bisherige Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität in Deutschland kamen in erster Linie Besserverdienern zugute. Die Befragten scheinen zu spüren, dass es an der Zeit ist, auch Menschen mit geringem Einkommen mitzunehmen, wenn die Wende zur Elektromobilität gelingen soll", meint “, meint Martin Teichmann.
 

Was den Deutschen wichtig ist

In seiner Umfrage wollte LeasingMarkt.de von den Deutschen auch wissen, wie Social Leasing ihrer Meinung nach ausgestaltet werden sollte. Um das herauszufinden, wurde die Gruppe der Befürworter des Social Leasings gefragt, welche Punkte ihnen bei der Umsetzung wichtig bzw. weniger wichtig wären. Ganz oben auf der Prioritätenliste der Befragten steht demnach das Thema „Gebrauchtwagen“. So soll das deutsche Social Leasing-Modell nicht nur Neufahrzeuge, sondern eben auch gebrauchte E-Autos umfassen – 71 Prozent stufen diesen Aspekt als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ ein. Mit einer Zustimmung von 70 Prozent fast ebenso bedeutsam ist die Forderung, dass ausreichende Mittel bereitgestellt werden, so dass auch wirklich alle Berechtigten profitieren können.

Ein zentraler Punkt für 63 Prozent der Social Leasing-Fans: Die zur Verfügung gestellten Mittel sollen nicht ausschließlich vom deutschen Steuerzahler eingesammelt werden, sondern auch aus anderen Quellen kommen – etwa aus dem Klima-Sozialfonds der EU. Schließlich erwarten 60 Prozent, dass auch der Produktionsstandort Deutschland seinen Anteil am Social Leasing-Kuchen bekommt: Sie wollen, dass Lösungen gefunden werden, damit vor allem deutsche Elektroauto-Hersteller von dem Programm profitieren.

Wer profitieren soll: Mittelschicht, Arbeitssuchende, Systemrelevante

Im gleichen Frageschema hat LeasingMarkt.de auch ermittelt, welche Gruppen denn nun von den Leasing-Zuschüssen profitieren sollen. Hier sind 56 Prozent der Meinung, man solle nicht nur Geringverdiener fördern, sondern auch Menschen mit mittleren Einkommen. Für 54 Prozent ist es zudem wichtig, dass auch Arbeitssuchende anspruchsberechtigt sind. Und immerhin jeder Zweite (50 Prozent) findet es wichtig, dass systemrelevante Gruppen – etwa Krankenschwestern und -pfleger – bei der Mittelvergabe bevorzugt werden. Nur 39 Prozent ist es hingegen wichtig, dass die Mittelvergabe an einen Nachweis darüber gebunden ist, dass die Leasingnehmer ihr Auto aus beruflichen Gründen benötigen.

„Die geringe Präferenz der Befragten, die staatlichen Mobilitätszuwendungen an einen beruflichen Kontext, etwa die Anfahrt zum Arbeitsweg, zu knüpfen, kommt eher unerwartet“, räumt LeasingMarkt.de-Chef Teichmann ein. „Beim französischen Modell ist die Aufnahme ins Social Leasing-Programm nur möglich, wenn die Begünstigten ihr Fahrzeug insbesondere aus beruflichen Gründen benötigen.“

Wie viel es kosten soll: Leasingrate von rund 150 Euro pro

Bleibt die zentrale Frage, wie hoch die Monatsrate für ein Fahrzeug im Rahmen des neuen deutschen Social Leasing-Programms sein soll? Beim französischen Pendant stehen bereits Fahrzeuge für 100 Euro im Monat zur Verfügung. Geht es nach den Teilnehmern der LeasingMarkt.de-Studie muss es in Deutschland nicht ganz so günstig sein wie im Nachbarland. So plädieren die Social Leasing-Befürworter hierzulande für einen Preis von durchschnittlich 146 Euro, den die Teilnehmer des Programms aus eigener Tasche zuzahlen müssten.

Was bedeutet das für die Höhe der staatlichen Beihilfen? Laut Berechnungen von LeasingMarkt.de beträgt die durchschnittliche Leasingrate eines Elektrofahrzeugs aktuell 281 Euro im Monat. Damit läge der monatliche staatliche Zuschuss bei rund 135 Euro pro Fahrzeug. Betrachtet man nur das Segment der Kleinwagen, kommt der Staat deutlich günstiger weg. So ist das Leasing von elektrischen Kleinwagen auch ohne Zuschüsse bereits relativ günstig: Nur 157 Euro kostet es im Schnitt pro Monat, um ein entsprechendes Fahrzeug zu leasen. Demnach würde der Staatsbonus nur noch 11 Euro pro Fahrzeug betragen, um E-Auto-Leasing für alle zu ermöglichen.