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Jubiläum: Seit 80 Jahren steuert Arnold Schwerlast Großprojekte unter komplexen Bedingungen

Vom Holzkohle-Transporter zum internationalen Speziallogistiker: Das Familienunternehmen Arnold Schwerlast hat sich in acht Jahrzehnten zur Expertenadresse für komplexe Großprojekte entwickelt – aktuell unter anderem bei der Hamburger Sternbrücke und einem Einsatz zwischen Kiew und Finnland.

 Oliver Arnold mit Co-Geschäftsführerin Heike Fuchs. | Foto: Julia Fofanova
Oliver Arnold mit Co-Geschäftsführerin Heike Fuchs. | Foto: Julia Fofanova

Die Arnold Schwerlast GmbH mit Sitz in Rimpar bei Würzburg blickt auf 80 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Das Familienunternehmen hat sich über mehrere Generationen vom klassischen Transportunternehmen zu einem international agierenden Spezialisten für Projektlogistik und Schwerguttransporte entwickelt. Heute liegt die Geschäftsführung bei Oliver Arnold, dem Enkel des Gründers Ernst Arnold.

Wandel vom Fuhrbetrieb zum Projektlogistiker

Gegründet unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Kauf eines Lastwagens, transportierte Ernst Arnold zunächst Güter wie Holzkohle und Zuckerrüben. In den folgenden Jahrzehnten, so erzählt es die Firmenchronik, entwickelte sich das Unternehmen unter familiärer Leitung kontinuierlich weiter – vom reinen Transportdienstleister hin zum Anbieter komplexer Logistiklösungen. Der einst umfangreiche Fuhrpark mit mehreren hundert Fahrzeugen sei inzwischen vollständig durch Know-how und digitale Büroinfrastruktur ersetzt worden.

Internationales Projektgeschäft und Schwergutlogistik

Heute, so berichte das Unternehmen, besteht das 20-köpfige Team aus Spezialisten für internationale Logistikprojekte. Die Leistungen reichen von der Routenanalyse über Verpackung und Zwischenlagerung bis zur kompletten Koordination von Transporten zu Land, zu Wasser und in der Luft. Ergänzend übernimmt Arnold auch Kran- und Montageeinsätze, Zollabwicklung sowie Dokumentenmanagement. Zu den Referenzen, auf das Unternehmen besonders stolz ist, gehören der Transport von 50 jeweils rund 105 Tonnen schweren und 17 Meter hohen Straddle Carriern von Abu Dhabi nach Istanbul sowie die Lieferung von Zyklotronen mit Einzelgewichten von 200 Tonnen nach Japan.

Auszeichnungen und internationale Präsenz

Für ihre Leistungen wurde die Arnold Schwerlast mehrfach ausgezeichnet. Dazu zählen der Exportpreis Bayern des Bayerischen Wirtschaftsministeriums (2010), die Aufnahme in die Publikation „The Best of German Mittelstand“ (2015), die Mitgliedschaft in der Logistics Alliance Germany (2017) und zuletzt das Siegel „Arbeitgeber der Zukunft“ des Deutschen Innovationsinstituts (2024). Um sich für internationale Projekte optimal zu positionieren, hat das Unternehmen Standorte in Hamburg, New York, Salzburg und Bratislava eröffnet.

Neue Führung und aktuelle Herausforderungen

Seit drei Jahren ist die Geschäftsführung neben Oliver Arnold breiter aufgestellt. Heike Fuchs, seit über 20 Jahren im Unternehmen tätig, und Volker Lenzing, der internationale Managementerfahrung mitbringt, verstärken die Leitungsebene. Das Unternehmen reagiert damit auf Herausforderungen wie volatile geopolitische Rahmenbedingungen, komplexe Lieferketten und den anhaltenden Fachkräftemangel. Besonders gesucht werden gut ausgebildete Fachkräfte in der Projektlogistik und multimodalen Disposition.

Laufende Großprojekte

Aktuell betreut das Unternehmen zwei umfangreiche Projekte: Zum einen übernimmt Arnold sämtliche Transport- und Kranleistungen für den Neubau der Hamburger Sternbrücke, einer 108 Meter langen und 21 Meter hohen Stabbogenbrücke mit einem Gesamtvolumen von rund 125 Millionen Euro. Zum anderen verantwortet der Dienstleister den Spezialtransport mehrerer hundert Tonnen Bauteile von Kiew (Ukraine) nach Finnland. Das Projekt erfordert hohe Flexibilität und logistische Präzision angesichts der schwierigen geopolitischen Lage.

Digitalisierung und Zukunftsperspektiven

Für die kommenden Jahre setzt Arnold auf weiteres Wachstum durch Digitalisierung, Optimierung interner Prozesse und den Ausbau seiner internationalen Aktivitäten. Trotz der aktuellen Unsicherheiten im Marktumfeld sieht das Unternehmen Potenziale in der Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für komplexe Logistikvorhaben. (av)