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Jeep bringt den Cherokee zurück – auch elektrisch

Jeep gibt einen ersten konkreten Ausblick auf den nächsten Cherokee. Die neue Version soll noch 2025 offiziell präsentiert werden und ab 2026 bei den Kunden stehen. Zum ersten Mal wird es den Cherokee auch als Elektroauto geben.

Kantiger und größer: Jeep bringt den Cherokee zurück - auf STLA large Basis. | Foto: Jeep
Kantiger und größer: Jeep bringt den Cherokee zurück - auf STLA large Basis. | Foto: Jeep

Jeep denkt den Cherokee neu – leider nicht kompakt oder retro. Denn die einstige Cherokee-Rolle übernahm mittlerweile der Compass, an dem sich der künftige größere Bruder auch optisch orientiert. Laut Berichten der Plattform Autocar wird der neue Cherokee alles andere als eine Kopie des Vorgängers sein. Die gesamte Technik wird auf der großen Plattform STLA Large basieren, die Jeep-Mutter Stellantis für ihre Fahrzeuge nutzt.

Der Bruder: Der nächste Alfa Romeo Stelvio. Der Preis: Wettbewerbsfähig

Das bedeutet, dass Jeep künftig sowohl teil- als auch vollelektrische Antriebe anbieten kann – alles in allem eine deutliche Weiterentwicklung. Und das Beste? Technisch wird er mit dem nächsten Alfa Romeo Stelvio zusammenhängen, der ebenfalls auf dieser Plattform fußt. Wer hätte gedacht, dass der Cherokee und das Stelvio irgendwann mal so gut miteinander auskommen würden? Jeep-Chef Bob Broderdorf lässt es sich nicht nehmen, ein paar Visionen für das neue Modell zu teilen:

„Der neue Jeep Cherokee steht für unsere Bemühungen, den Kunden mehr Produkte, Innovationen, Auswahl und Standardinhalte als je zuvor zu bieten. Mit seinem wettbewerbsfähigen Preis wird der Cherokee den Kern des größten Fahrzeugsegments treffen und sich perfekt zwischen Jeep Compass und Jeep Grand Cherokee einfügen, um unser erfolgreiches Mainstream-Angebot zu stärken.“

Der Cherokee füllt die Lücke zwischen Compass und Wagonner S

Die Teaserbilder lassen erahnen, dass der neue Cherokee einige Designmerkmale mit dem Jeep Wagoneer S teilen wird – und das ist keine schlechte Nachricht. Der Wagoneer S ist mit seinen 4,9 Metern Länge ein echter Blickfang und wird exklusiv mit einem batterieelektrischen Antrieb angeboten. Möglicherweise wird der Cherokee ebenfalls eine Version des 3,0-Liter-Biturbo-Reihensechszylinders erhalten, der im aktuellen Ram 1500 mit 426 oder 548 PS für ordentlich Dampf sorgt. Als Einstieg könnte ein 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder dienen.

 

Ein rein elektrischer Cherokee würde vermutlich auf ähnliche Weise aufgebaut wie der Wagoneer S, der mit einer 100 kWh-Batterie und zwei Elektromotoren insgesamt 608 PS und ein Drehmoment von 832 Nm liefert. Der Cherokee dürfte da dezenter antreten – der große Wagoneer S legt die Latte auf jeden Fall hoch.

Eigentlich würde er noch auf STLA Medium passen...

Die Frontpartie des kommenden Cherokee wird von einem markanteren Jeep-Kühlergrill mit sieben Schlitzen geziert, der den Cherokee sofort als Teil der Familie erkennbar macht. Optisch wird er erwachsener und wieder kantiger. Mit einer Länge von 4,65 Metern für das derzeitige Modell hat der Cherokee schon ordentlich Platz –die neue Generation dürfte hier mehr bieten und eher gegen 4,8 Meter wachsen. Ungewöhnlich: Selbst wenn er in diese Richtung geht, würde der Cherokee problemlos auf die STLA Medium-Plattform passen. Auch sie wäre sowohl mit Hybrid- als auch rein elektrischen Antrieben kompatibel. Fahrzeuge auf dieser Plattform können mit Batterien bis 104,0 kWh ausgestattet werden. Der elektrische Antrieb bietet dabei eine Leistung von 160 kW (218 PS) bis zu 250 kW (340 PS), mit einer Reichweite von bis zu 500 km nach dem WLTP-Zyklus. Es könnte aber sein, dass es logistisch einfacher ist, den Cherokee und Wagoneer S auf einem einzigen Band mit einer einzigen Plattform zu vereinen.

In der elektrisch angetriebenen Variante könnte der Cherokee mit dem 441 kW (600 PS) starken Zweimotoren-Allradantrieb des Wagoneer S ausgestattet werden, der mit einer 100 kWh-Batterie und einer Reichweite von 483 Kilometern nach dem relativ realistischen US-Fahrzyklus EPA auftrumpft. Darüber hinaus wird es wie bei der aktuellen Modellpalette auch Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Versionen geben, um möglichst viele Käufer glücklich zu machen.

Der Cherokee wird in Europa den Grand Cherokee ablösen

Klar ist auch, dass der Grand Cherokee bald aus dem europäischen Verkaufsportfolio verschwinden wird, um dem neuen Wagoneer S Platz zu machen – der, wie der Cherokee, ebenfalls auf der STLA Large-Plattform basiert. Ein wenig schade, aber der neue Wagoneer S hat definitiv das Potenzial, dem Grand Cherokee den Rang abzulaufen.

Was bedeutet das?

Tschüss, Grand Cherokee: Mit dem Wachstum des neuen Cherokee wird der ohnehin kaum verkaufte „Grand“ in Europa überflüssig. Man darf gespannt sein, wie sich der neue jetzt weit oberhalb vom Compass schlägt. DAS Argument des Ur-Cherokee waren seine EU-tauglichen kompakten Maße und das zeitlose Design. An diese letzte Mitgift der damals im Sterben liegenden Mutter American Motors, die 1987 von Chrysler übernommen wurde, konnte kein Nachfolger je so recht anknüpfen.

Quellen: Autocar, Mottor1.com, Youtube