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IW/VDA: AfD-Pläne innovationsfeindlich und schädlich für Wirtschaft

Anlässlich der Vorstellung einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft warnt der VDA vor der Politik der Rechtsaußenpartei. Die sei innovationsfeindlich, etwa bei E-Mobilität und Erneuerbare Energie. Müller: "Wer den Klimawandel leugnet, besiegelt den wirtschaftlichen Abstieg".

Gegen E-Mobilität und Erneuerbare: Die AfD mit ihrer Chefin Alice Weidel - hier im sogenannten "TV-Quadrell" - fährt einen strikt innovationsfeindlichen Kurs, konstatiert jetzt auch eine Studie des IW. | Foto: IW/Getty Images
Gegen E-Mobilität und Erneuerbare: Die AfD mit ihrer Chefin Alice Weidel - hier im sogenannten "TV-Quadrell" - fährt einen strikt innovationsfeindlichen Kurs, konstatiert jetzt auch eine Studie des IW. | Foto: IW/Getty Images

Vor dem Hintergrund des für die Bundestagswahl prognostizierten Erstarkens radikaler Kräfte und besonders der AfD hat das Institut der Deutschen Wirtschaft IW im Rahmen der Unternehmensinitiative "Vielfalt ist Zukunft" vor den Folgen der rechspopulistischen Politik gewarnt. Deren ökonomische Vorschläge seien hochproblematisch für die deutsche Volkswirtschaft. Auch VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnte bei der Vorstellung der Studie, die wirtschaftspolitischen Ideen der AfD seien schädlich für die Wirtschaft und würden in der "Umsetzung einen massiven Wohlstandsverlust bedeuten". Die Partei präsentiere sich als innovationsfeindlich, etwa beim Thema E-Mobilität oder Erneuerbare Energien.

"Wer den Klimawandel leugnet und Zukunft nicht als Chance versteht, besiegelt den langfristigen wirtschaftlichen Abstieg", mahnte Müller.

Keine Partei plant so umfangreiche Steuersenkungen wie die AfD: In ihrem Wahlprogramm wirbt sie mit Steuergeschenken von 181 Milliarden Euro, umgerechnet 20 Prozent der Gesamtsteuereinnahmen. Dadurch wäre die staatliche Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt. Dies gilt umso mehr, da die Partei eine deutliche Rentenerhöhung auf 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens fordert – inklusive eines Steuerzuschusses zur Rentenversicherung. 

Ein Dexit wäre eine Katastrophe für die Wirtschaft

Besonders gefährlich für den Standort ist nach wie vor die Forderung, dass die Bundesrepublik aus dem Euro und womöglich sogar aus der EU austreten soll. Die Kosten eines  Dexit würden nach nur fünf Jahren 5,6 Prozent des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) – umgerechnet 690 Milliarden Euro – betragen, zeigen IW-Berechnungen. Damit würden 2,5 Millionen Arbeitsplätze wegfallen. Die ökonomischen Folgen eines Austritts aus der Gemeinschaftswährung kämen noch hinzu. 
 

Ausländische Beschäftigte bringen Wirtschaft voran

Problematisch ist auch die Wirkung der AfD auf potenzielle Zuwanderer: Die Demografiekrise kann nur mit ausländischen Erwerbstätigen ausgeglichen werden. Deutschlandweit erwirtschaften die 6,7 Millionen ausländischen Beschäftigen schon heute 13,2 Prozent der Bruttowertschöpfung. Nimmt man die vor- und nachgelagerten Impulse dieser Tätigkeiten hinzu, steigt deren wirtschaftliche Bedeutung sogar auf 16,9 Prozent, das entspricht einer Wertschöpfung von 648 Milliarden Euro. Besonders in Ostdeutschland haben ausländische Beschäftigte die Wirtschaft vorangebracht: Ohne Drittstaaten-Zuwanderung hätte es hier keine Zuwächse bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in den vergangenen Jahren gegeben.

Unternehmer geben der AfD-Energiepolitik Note 5

In der Energiepolitik kombiniert die AfD Windrad-Abbau, Kernenergie-Wiedereinstieg und eine Reparatur von Nordstream II mit Abgaben- und Steuerentlastungen. Die deutschen Unternehmen überzeugt dieses Angebot nicht: 67,2 Prozent erkennen im langfristigen Erstarken der Partei ein Risiko für die Transformationspolitik; nur sieben Prozent eine Chance. Von der Wirtschaft gibt es für die AfD-Energiepolitik ein glattes „mangelhaft“ – Schulnote 5.

„Die AfD ist nicht nur eine Gefahr für den Standort, sondern sie vergiftet auch den Diskurs“, sagt Studienmitautor Knut Bergmann.  „Mit Begriffen wie ‚Remigration‘ oder ‚The Great Reset‘ dockt die Partei bewusst an extrem rechte und verschwörungstheoretische Narrative an.“ 

Unternehmen und Verbände trauen der Partei keinen positiven politischen Beitrag zu: „Das spiegelt sich auch im großen Engagement der deutschen Wirtschaft für Vielfalt, Weltoffenheit und Toleranz wider“, sagt IW-Hauptstadtbüroleiter Bergmann.