PKW

Irre Idee: Aston Martin denkt bei E-Autos über vibrierende Karosserien für „V12-Feeling“ nach

Auch Aston Martin plant rein elektrische Modelle. Und denkt darüber nach, das schwingende Karosseriestrukturen das Fahrgefühl eines Sportwagens mit V12-Motor simulieren könnten.

Aston-Martin CEO Adrian Hallmark denkt üpber Festkörperakkus und "vibrierende" Karosserien nach. Fest steht: Die Gewichte müssen runter. | Foto: Aston Martin
Aston-Martin CEO Adrian Hallmark denkt üpber Festkörperakkus und "vibrierende" Karosserien nach. Fest steht: Die Gewichte müssen runter. | Foto: Aston Martin

Aston-Martin.-CEO Adrian Hallmark überraschte die Kollegen von „Autocar“ mit einer neuen Idee: Stromer könnten mit dezent vibrierenden Karosserien das „Beben“ der straken V12-Vervbrenner simulieren! Doch bis dahin wird es ohnehin noch dauern: Erstmal möchten die Briten sie ihr Angebot an Hybridantrieben deutlich ausbauen. Das erste E-Auto werde laut Hallmark noch „in diesem Jahrzehnt“ auf den Markt kommen, aber Hybridewill man bis 2035 anbieten.

Die Krux für Hallmark: Wie entwickelt man ein elektrisches Hochleistungsauto, das die gleiche Leidenschaft entfacht wie ein kraftvoller Verbrenner? Den einfachen Weg wird man nicht wählen. Künstliche Schaltvorgänge und synthetische Motorgeräusche, wie sie andere Hersteller nutzen, sind keine Option. „Ich glaube, dass man durch die Schwingung von Karosserie- und anderen Strukturen eine emotionale Verbindung schaffen kann“, erklärt Hallmark. Es gehe um echtes Gefühl – kein inszenierter Sound, keine Simulation.

Der wahre Gegner ist das Gewicht. Und er ist mächtig

Hallmark weiß:

„Das größte Problem ist das Gewicht“

Seine Worte haben Gewicht – im wahrsten Sinne: Denn auch wenn Aston Martin nicht Lotus ist und noch nie für extrem Leichtbau bekannt war, gilt: Je leichter, desto lebendiger. Doch das Elektroauto bringt eine schwere Bürde mit sich – die Batterie. Masse ist für Hallmark der Feind, und bei Elektroautos ist Masse Teil der DNA. Ein Problem, das sich nicht durch kleine Einsparungen lösen lässt.

Festkörperakkus könnten massiv Gewicht sparen

Der Schlüssel könnte in der Festkörperbatterie liegen, einer Technologie, die noch nicht serienreif ist, aber das Potenzial hat, alles zu verändern. Weniger Gewicht, weniger aufwendige Kühlung, mehr Freiheit im Design. Hallmark freut sich:

„Damit könnten wir nicht nur die Batterie entschlacken, sondern das gesamte Fahrzeug neu denken.“

Mit den noch nicht serienreifen Festkörperbatterien würde nicht nur die Batterie selbst weniger wiegen, sondern auch weniger Material für die Kühlung und Sicherheit benötigt, so Hallmark. Das könnte mit neuen Technologien kombiniert werden, um das Gewicht anderer Strukturen und Komponenten zu reduzieren und so weiter Pfunde zu sparen. Dann könnte man durch Maßnahmen bei der Lenkung und Federung sowie „elektronisches Eingreifen“ das Problem der Dynamik leichter lösen.

Aston-Martin Kunden sind uneinig

Doch Technik ist nur ein Teil der Herausforderung. Mindestens genauso entscheidend ist die Einstellung der Kundschaft. Und hier tobt ein Kampf der Überzeugungen:

„Die einen wollen kein Elektroauto – sie hassen es“

kennt Hallmark seine Kundschaft. Sie fühlen sich von der Zukunft überrollt, ihnen erscheint der Wandel als Zwang. Aber auf der anderen Seite wachse die Zahl der Befürworter des Wandels. Interessanterweise findet sich ein Mittelweg: Sogar eingefleischte Benzin-Enthusiasten öffnen sich inzwischen – wenn auch vorsichtig – für Plug-in-Hybride. „Sie sehen das mittlerweile als sinnvolle Alternative“, so Hallmark. Eine Annäherung, die zeigt: Veränderung braucht Zeit, aber sie ist nicht aufzuhalten.

Was bedeutet das?

Festkörperakku, weniger Material – alles bekannte Rezepte, um das Gewicht zu drücken. Aber dass die Karosserie beben soll, was gerade ein V12 eigentlich auch z vermeiden sucht – ist ein spannender Ansatz!

Quellen: Autocar, Aston Martin