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Gruber Logistics bringt Emissionsstandards ins EU-Projekt IKIGAI

Das EU-Projekt IKIGAI fördert die Integration digitaler Steuerung in reale Transportprozesse. Im Fokus: standardisierte Emissionsdaten und effizientere Logistikstrukturen.

Im Fokus der Initiative stehen digitale Schnittstellen und gemeinsame Standards für Transport, Datenfluss und Nachhaltigkeit. | Foto: Gruber Logistics
Im Fokus der Initiative stehen digitale Schnittstellen und gemeinsame Standards für Transport, Datenfluss und Nachhaltigkeit. | Foto: Gruber Logistics

Die Europäische Union fördert mit dem Projekt IKIGAI einen umfassenden Modernisierungsschub für das Supply Chain Management. Ziel ist es, bis 2040 die Logistikstrukturen in Europa mithilfe des Physischen Internets (PI) grundlegend zu transformieren. Das Vorhaben begann im Mai 2025 und läuft bis Ende 2028. Den Angaben der Initiatoren zufolge stellt die EU über das Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ rund 10 Millionen Euro zur Verfügung. Das Gesamtbudget beträgt 11 Millionen Euro.

Vernetzung physischer und digitaler Prozesse

Das Physische Internet soll die Trennung zwischen Warenfluss und Datenverarbeitung aufheben. Wie aus der Mitteilung der Projektverantwortlichen hervorgeht, strebt die Initiative eine engere Kopplung von Gütern, Verkehrsträgern, Daten und Algorithmen an. Damit sollen bestehende Ineffizienzen in der europäischen Logistik reduziert werden.

Hintergrund ist die wachsende Konkurrenz aus Asien und Nordamerika, die den europäischen Markt für digitale Logistiklösungen zunehmend dominieren. Gleichzeitig stehen europäische Unternehmen unter Druck, weil der Mangel an Fahrpersonal, unzureichende Umschlag- und Lagerkapazitäten sowie Infrastrukturprobleme die Nutzung kombinierter Verkehre erschweren.

Gruber Logistics als strategischer Projektpartner

Das in Südtirol ansässige Logistikunternehmen Gruber Logistics gehört zu den zentralen Partnern der Initiative. Nach Angaben der Projektleitung übernimmt das Unternehmen die Verantwortung eines zentralen Arbeitspakets: die Entwicklung standardisierter Verfahren zur Emissionsbilanzierung. Ziel ist es, Doppelerfassungen und fehlerhafte oder manipulierte Angaben beim Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe zu vermeiden. 

„Um bis 2050 eine dekarbonisierte Logistik und damit auch einen emissionsfreien Straßengüterverkehr zu erreichen, müssen Wettbewerbsfähigkeit und ökologische Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. IKIGAI hilft Europa, Kompetenzen zu bündeln und dank des Physischen Internets die Koordination physischer und digitaler Arbeitsabläufe für einen optimierten Ressourceneinsatz zu verschmelzen“, erklärt Andrea Condotta, Director Public Affairs, Innovation & Sustainability von Gruber Logistics und Vizepräsident von Alice.

Internationale Beteiligung und Koordination

Koordiniert wird IKIGAI vom italienischen Beratungsunternehmen FIT Consulting. Die Projektleiterin Paola Cossu betonte, man wolle „Europa an die Spitze dieses Transformationsprozesses bringen“ und gleichzeitig internationale Brücken schlagen. Dies gelte auch mit Blick auf Initiativen in Japan, China und den USA.

Bereits beim Kick-off im Juli 2025 in Rom waren neben europäischen Teilnehmern auch Fachleute aus Japan und den Vereinigten Staaten vertreten. Über die Plattform Alice (Alliance for Logistics Innovation through Collaboration in Europe) bestehen zudem Kontakte zur chinesischen Delegation im ISO-Komitee für innovative Logistik.

Breite Projektpartnerschaft in der Umsetzung

Neben Gruber Logistics und Alice sind unter der Leitung von FIT Consulting mehrere weitere Organisationen am Projekt beteiligt. Dazu zählen GS1, das Centre for Research & Technology Hellas (CERTH), das Smart Freight Centre, inlecom Innovation, PNO Innovation sowie das Institute of Communication and Computer Systems (ICCS). Die Partner wollen in den kommenden dreieinhalb Jahren kontinuierlich zusammenarbeiten, um globale Standards zu entwickeln und Europas logistische Leistungsfähigkeit nachhaltig zu verbessern.

Ziel: Dekarbonisierte Logistik bis 2050

Das Projekt strebt eine weitreichende Umgestaltung der europäischen Logistik bis Mitte des Jahrhunderts an. Langfristig soll ein emissionsfreier Straßengüterverkehr verwirklicht werden. Gruber Logistics betont in der Projektbeschreibung, dass dabei Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit in Einklang gebracht werden müssen. Dies soll durch den Einsatz des Physischen Internets gelingen, das eine nahtlose Verknüpfung von Transportprozessen und digitalen Anwendungen ermöglicht.(av)