PKW

GetFocus: KI errechnet Antriebszukunft

Elektro oder Wasserstoff? Eine neue Analyse von GetFocus zeigt einen klaren Trend in der Antriebstechnologie.

Akku oder doch Wasserstoff? KI hat eine klare Prognose! | Foto: S. Johnson/Unsplash
Akku oder doch Wasserstoff? KI hat eine klare Prognose! | Foto: S. Johnson/Unsplash

Gerade in Deutschland wird die Debatte um die Mobilität der Zukunft weiterhin kontrovers geführt: Wird sich der batterieelektrische Antrieb endgültig durchsetzen oder hat die Wasserstofftechnologie doch noch eine Chance? Das technologieprognostische Unternehmen GetFocus, das auf Künstliche Intelligenz (KI) gestützte Analysen durchführt, hat die disruptiven Entwicklungen der Automobilbranche untersucht – und sieht einen klaren Gewinner im Rennen um den Antrieb der Zukunft.

Lithium-Ionen-Technologie mit deutlichem Vorsprung

Auf Basis einer detaillierten Analyse globaler Patentanmeldungen und technologischer Entwicklungsmuster zeigt der aktuelle GetFocus-Bericht, dass die Lithium-Ionen-Batterietechnologie mit einer Technologieverbesserungsrate (TIR) von 73,5 Prozent weit vor der Wasserstoff-Brennstoffzelle liegt, deren TIR lediglich 26,5 Prozent beträgt. Die TIR bewertet sowohl die Innovationsgeschwindigkeit (Zykluszeit) als auch den Wissensfluss, also den Einfluss neuer Durchbrüche.

Die Daten sprechen eine klare Sprache: Technologien auf Lithium-Ionen-Basis – insbesondere mit LFP-Kathoden (Lithium-Eisen-Phosphat) und Anoden auf Siliziumbasis – dominieren den technologischen Fortschritt. Für Flottenbetreiber sind das entscheidende Informationen mit Blick auf Investitionssicherheit und Zukunftsfähigkeit.

Ein Weckruf für die E-Mobilitätsstrategie in Europa

Frühzeitig positionierten sich asiatische Hersteller wie BYD, SAIC und Geely, ebenso wie Zellentwickler wie CATL, auf LFP-Batterien – lange bevor europäische OEMs diesen Trend erkannten. Auch Tesla hatte zunächst auf Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen (NMC) gesetzt, verlagerte jedoch ab 2016 seine Entwicklungsstrategie und vollzog 2021 die vielbeachtete Umstellung auf LFP-Technologie.

Im Gegensatz dazu begannen europäische Hersteller bereits 2010 mit der Entwicklung von Elektrofahrzeugen – jedoch ohne die Innovationssprünge bei den Batterien zu nutzen. Große Marken wie Audi, BMW und Mercedes planen LFP-basierte Modelle erst ab 2025 – ein Rückstand von bis zu zehn Jahren bei der Umsetzung moderner Batterietechnologien.

Technologieoffenheit? Oder doch besser klare Prioritäten setzen?

Jard van Ingen, Geschäftsführer von GetFocus, erklärt:

„Unsere Daten zeigen, dass NMC-Akkus bei kalter Witterung besser abschneiden als LFP-Batterien, während LFP inzwischen in einem noch größeren Temperaturbereich eine vergleichbare Leistung bietet. Noch wichtiger ist jedoch die Herausforderung der Energiedichte, das Problem gilt es zu lösen. Anoden auf Siliziumbasis werden hierbei der Wendepunkt für LFP-Batterien sein und die nächste Welle der Batterieinnovation auslösen.“

 

 

Was bedeutet das für Flotten und die europäische Industrie?

Der Bericht liefert eine klare Botschaft: Der Wettlauf um die Technologie der Zukunft entscheidet sich nicht allein zwischen Batterie und Wasserstoff. Vielmehr geht es darum, Technologietrends frühzeitig zu erkennen, konsequent zu investieren und aus bisherigen Verzögerungen zu lernen.

Während Wasserstoff- und synthetische Kraftstoffe weiterhin relevante Optionen im Nutzfahrzeugbereich oder für Off-Grid-Anwendungen bleiben können, ist für den Personenverkehr die Richtung eindeutig: Lithium-Ionen-Technologien setzen sich mit rasantem Tempo durch.

Handlungsempfehlungen von GetFocus für Flottenentscheider und Automobilhersteller:

Investieren Sie gezielt in LFP- und siliziumbasierte Batterietechnologien, um künftige Leistungsanforderungen zu erfüllen.

Vermeiden Sie weitere Verzögerungen, indem Sie bewährte Lithium-Ionen-Innovationen in Ihre Entwicklungsstrategien integrieren.

Nutzen Sie KI-gestützte Prognosemodelle, um technologische Entwicklungen frühzeitig zu antizipieren – und dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein.

Was bedeutet das?

Zukunft entscheidet sich jetzt. Die Akkutechnologie hat noch enormes Entwicklungspotenzial – und künstliche Intelligenz liefert heute schon präzise Einblicke in die Trends von morgen. Für Flottenverantwortliche und Hersteller bedeutet das: Wer heute auf die richtigen Technologien setzt, sichert sich morgen die Marktführerschaft.