LKW

Frankreich: Rhenus baut multimodalen Transportkapazitäten entlang des Rhône-Korridors aus

Ein neues Konsortium unter Rhenus übernimmt für 25 Jahre die Verwaltung zweier Rhône-Häfen. Mit gezielten Investitionen sollen Frachtvolumen verdoppelt und Lkw-Verkehre reduziert werden. Ziel ist es, multimodale Logistikketten zu stärken und internationale Handelsanbindungen effizienter zu gestalten.

Ein Frachtkahn auf der Rhône vor industrieller Kulisse – Symbol für den Wandel hin zu nachhaltigeren Logistikkonzepten entlang europäischer Wasserstraßen. | Foto: C.Moirenc/CNR
Ein Frachtkahn auf der Rhône vor industrieller Kulisse – Symbol für den Wandel hin zu nachhaltigeren Logistikkonzepten entlang europäischer Wasserstraßen. | Foto: C.Moirenc/CNR

Die Rhenus Gruppe übernimmt im Rahmen eines neuen Konsortiums namens „Rhône Modal Shift“ die Verwaltung der beiden französischen Binnenhäfen Vienne Sud und Portes-lès-Valence. Die Konzession sei vom französischen Staat und der Compagnie Nationale du Rhône (CNR) für einen Zeitraum von 25 Jahren vergeben worden, teilt der Logistikdienstleister mit. Ziel sei es, die multimodalen Transportkapazitäten entlang des Rhône-Korridors auszubauen und die Verkehrsverlagerung auf Wasser und Schiene zu fördern.

Struktur des Konsortiums

Das Konsortium „Rhône Modal Shift“ wird von der Rhenus Gruppe mit einem Anteil von 51 Prozent angeführt. Weitere Mitglieder sind die Industrie- und Handelskammern (CCI) von Nord Isère und Drôme mit jeweils 20 Prozent sowie die Société Report Modal mit 9 Prozent. Die Vergabe der Konzession ist Teil einer Strategie zur Stärkung des Mittelmeer–Rhône–Saône-Korridors (MeRS), der eine wichtige Verbindung zwischen dem Raum Lyon und dem Hafen Marseille-Fos darstellt.

Umschlagzahlen und Zielvorgaben

Die beiden Häfen fungieren bereits heute als relevante Logistikplattformen. Im Jahr 2024 wurden in Vienne Sud 115.000 Tonnen per Binnenschiff und 127.000 Tonnen per Bahn umgeschlagen. Portes-lès-Valence verzeichnete 80.000 Tonnen auf dem Wasserweg sowie 171.000 Tonnen auf der Schiene. Bis 2032 soll das kombinierte Frachtvolumen der Standorte verdoppelt werden.

Investitionsprogramm und Infrastrukturmaßnahmen

Zur Erreichung der gesetzten Ziele ist ein gemeinsamer Investitionsplan in Höhe von 80 Millionen Euro vorgesehen, der sich auf vier Häfen entlang der Rhône erstreckt. Das Programm umfasst infrastrukturelle Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und besseren Vernetzung der Hafenstandorte.

Multimodale Verlagerung und Entlastung des Straßennetzes

Die verbesserte Anbindung an Wasserstraßen und das Schienennetz soll die Transportverlagerung vom Lkw auf umweltfreundlichere Verkehrsträger unterstützen. Laut CNR könnten dadurch jährlich bis zu 120.000 Lkw-Fahrten im Rhône-Tal eingespart werden. Dies soll zur Entlastung der Straßeninfrastruktur und zur Steigerung der Zuverlässigkeit von Frachtdienstleistungen beitragen.

Beteiligung regionaler Partner

Die Industrie- und Handelskammern bringen ihre lokale Expertise sowie bestehende Beziehungen zu Unternehmen und Kommunen in das Projekt ein. Ziel ist es, regionale Wirtschaftskreisläufe besser in internationale Logistiknetzwerke zu integrieren und die industrielle Entwicklung entlang des Rhône-Korridors zu unterstützen.

Über Rhenus

Die Rhenus Gruppe ist ein international tätiger Logistikdienstleister mit einem Jahresumsatz von 8,2 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 41.000 Mitarbeitende an 1.330 Standorten in über 70 Ländern. (av)