Facelift Land-Rover Defender: Rauer Kerl, zart überarbeitet
Fünf Jahre nach der Präsentation bekommen alle Varianten – ob kompakter 90er, vielseitiger 110er, familienfreundlicher 130er oder der neue Kraftprotz Octa – ein technisches und optisches Make-over verpasst. Nur auf eine vollelektrische Version warten wir leider weiterhin vergeblich.
Octa: Der Muskelprotz unter den Geländegängern mit bis zu einem Meter Wattiefe
Das neue Topmodell hört auf den Namen Defender Octa – klingt nach Geheimagent, fährt aber eher wie ein wütender Tornado: Mit dem von BMW zugelieferten 4,4 Liter V8-Biturbo, der 635 PS und ebenso viel Durst entfesselt samt speziellem „Octa Mode“ für ambitioniertes Offroad-Rasen. Das adaptive Luftfeder-Fahrwerk sorgt dafür, dass trotz aller Wildheit der Komfort nicht auf der Strecke bleibt. Und wer denkt, das sei nur Show – weit gefehlt: Dieses Monster ist auch die Basis für ein zukünftiges Rallye-Dakar-Fahrzeug. Also bitte anschnallen und viel Spritgeld bereithalten…
Neue Farben und Designs im Detail
Damit auch das Auge mitfährt, gibt’s überarbeitete Front- und Heckpartien, neue Scheinwerfer-Designs und schicke, abgedunkelte Rückleuchten. Die liegen jetzt bündig glatt in der Rückwand. Die Farbpalette bekommt Zuwachs durch Woolstone Green, Borasco Grey und – exklusiv für den Octa – Sargasso Blue in Matt-Metallic. Wer’s richtig individuell will, greift zur neuen Mattlack-Folierung in „Patagonia White“ – ab Ende 2025 erhältlich.
Innen alles neu – und ein bisschen smarter
Im Cockpit zieht ein 13,1-Zoll-Touchscreen ein – größer, schneller, intuitiver. Auch der Schalthebel wandert ein Stückchen - für mehr Ergonomie und – vor allem die Nutzfahrzeugkunden dürften es schätzen: Für mehr Platz auf dem Mittelsitz vorn. Dazu passt, dass die Mittelkonsole praktische neue Fächer erhält. Besonders clever: Ein Fahrerüberwachungssystem, das erkennt, ob Sie lieber träumen statt fahren – und dann freundlich, aber bestimmt Alarm schlägt.
Technik, die mitdenkt – zumindest fast überall
Ein echtes Technik-Leckerli (außer für den Octa, der spielt eh in einer anderen Liga) ist das neue „Adaptive Off-Road Cruise Control“. Einfach Tempo und Komfort-Modus wählen, und der Defender regelt Gas und Bremse je nach Terrain. So bleibt mehr Zeit, sich ganz dem Abenteuer respektive der Aussicht zu widmen.
Die Seilwinde kann bis zu 4,5 Tonnen
Auch beim Zubehör legt man nach: Von neuen schwarzen Dachgepäckträgern bis zur dunklen Heckschürze wird es noch vielseitiger. Der Defender 130 bekommt obendrein einen integrierten Luftkompressor für spontane Reifendruckanpassung, der Octa punktet mit einer integrierten Seilwinde (4,5 Tonnen Zugkraft!) – verkleidet mit schickem Chopped Carbon Fibre.
Der Defender 90 startet ab 67.500 Euro, der 110 ab 71.200 Euro, der 130 ab 99.000 Euro und der Octa schwebt mit mindestens 187.600 Euro in anderen Sphären. Trotzdem schade, dass sich in Sachen Elektrifizierung so eher gar nix tat…
Was bedeutet das?
Hier wurde eher gekleckert als geklotzt: Der neue Defender bleibt zwar ein Statement für alle, die sich zwischen Wald, Wüste und Wochenmarkt nicht entscheiden wollen – nur elektrisch will er halt (noch) nicht. Ikonen brauchen manchmal wohl etwas länger, um den Stecker zu finden – schade eigentlich.