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Eurobike 2025: Valeo erwartet Micromobility-Boom und optimiert Cyclee-Antrieb

Das 48-Volt-System des Autozulieferers integriert einen leistungsstarken Motor, Rekuperation und ein adaptives Automatikgetriebe, was für intuitives Fahrerlebnis sorgen soll. Erweitertes Angebot zur Wiederaufbereitung von E-Bike-Motoren und -Batterien. Prognose: Verdreifachte Flotte urbaner Fahrzeuge bis 2031.

Vollintegriert: Der Cyclee-Antrieb beeinhaltet Motor und Automatik-Getriebe. | Foto: Valeo
Vollintegriert: Der Cyclee-Antrieb beeinhaltet Motor und Automatik-Getriebe. | Foto: Valeo

Der Autozulieferer Valeo baut sein Engagement in Sachen Mikromobilität aus und präsentiert zur Eurobike (25.-29. Juni) in Frankfurt seine Cyclee-Technologien für E-Bikes sowie ein erweitertes Angebot zur Wiederaufbereitung von E-Bike-Motoren und Akkus. Das hauseigene System verfügt über eine 48V-Antriebseinheit, die einen Elektromotor und ein 7-Gang-Automatikgetriebe umfasst, das in Partnerschaft mit dem französischen Unternehmen Effigear entwickelt wurde. Dieses kompakte und robuste System liefert ein Drehmoment von 130 Nm – das höchste auf dem Markt – und verstärkt die Tretkraft um das Achtfache, werben die Franzosen. Zudem sorgt eine automatische Schaltung für schnelle Gangwechsel (unter 100 Millisekunden) und passt Anpassung an den Fahrstil der Nutzer, was für ein geschmeidiges Fahrgefühl sorgen soll.

Für Energie sorgt eine 48V-Lithium-Ionen-Batterie mit unterschiedlichen Formaten, im Rahmen integriert, extern oder auf dem Gepäckträger montiert. Die Kapazitäten reichen von 487 Wh bis 1.254 Wh und bieten somit Reichweite, Leistung und Flexibilität für Stadt- und Lastenräder. Das System ist wartungsfreundlich konzipiert und kommt ohne Kettenschaltung aus. Zu den Funktionen zählen eine Schiebehilfe bei Lastenrädern, Rekuperationsbremse, ein „Boost“-Modus für Anfahrten oder Überholmanöver sowie ein mechanischer Diebstahlschutz im Tretlager.
 

Human-Machine-Interface mit Nachhaltigkeitsfokus

Das HMI (Mensch-Maschine-Schnittstelle) soll ebenfalls durch Ergonomie und intuitive Bedienung überzeugen. Es besteht aus einer Dockingstation, einem abnehmbaren 2-Zoll-Farbdisplay sowie einer Fernbedienung am Lenker für personalisierte Unterstützung und Kontrolle. Gefertigt ist es zu 30 Prozent aus recyceltem Kunststoff und bietet smarte Funktionen wie die automatische Entsperrung via Smartphone (Phone-as-a-Key) sowie Kompatibilität mit gängigen Montagestandards für verschiedene Fahrradtypen. Das System eignet sich für Stadt-, Trekking- und Lastenräder – auch bei steilen Anstiegen oder schwerer Beladung (bis zu 315 kg inkl. Fahrer und Fahrrad). Zahlreiche Marken setzen auf das System, darunter Ultima, Ateliers HeritageBike, Radior, FUELL, Galian Cycles, OucaBikes und Cavalerie.

Velco Suite: Digitales Ökosystem fürs vernetzte E-Bike

Zur Ergänzung des Angebots arbeitet der Zulieferer mit dem französischen Start-up Velco zusammen und hat mit Velco Suite eine Softwarelösung mit drei Anwendungen entwickelt, mit der Hersteller und Werkstätten ein vollständiges digitales Ökosystem zur Verwaltung von E-Bike-Flotten zur Hand bekommen sollen: 

  • Assembly Assist: Webanwendung für Hersteller zur Vereinfachung der Endmontage und Systemprüfung (Antrieb, Batterie, HMI).
  • Diagnostic Service: Kalibrierungs- und Diagnoselösung für Werkstätten zur Wartung, Softwareupdates und technischen Unterstützung.
  • Rider: Individuell gestaltbare App für Nutzer zur Fahrtanalyse, Performance-Tracking und Wartungsinformationen.

Zweites Leben für E-Bike-Batterien und -Motoren

Die europäische Flotte leichter urbaner Fahrzeuge wird sich bis 2031 voraussichtlich verdreifachen – auf etwa 100 Millionen Einheiten. Darunter viele gewerblich genutzte E-Bikes mit erhöhtem Wartungsbedarf, so die Prognose der Franzosen. Daher setzt der Anbieter auf Kreislaufwirtschaft und überträgt seine 30-jährige Erfahrung in der Wiederaufbereitung (z.B. Kupplungen, Anlasser) auf E-Bikes. 2024 startete der erste Remanufacturing-Service für E-Bike-Motoren in Kooperation mit Smovengo – mehr als 8.000 Pariser Vélib-E-Bikes profitieren bereits davon. Zudem werden monatlich über 500 Batterien im Circular Electronics Lab in Nevers repariert – mit einer Materialrückgewinnungsquote von über 90 Prozent, wie die Franzosen skizzieren.