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DSLV-Präsident Plaß: „Deutschland braucht eine echte Wirtschaftswende“

Im LTV-Podcast mahnt Axel Plaß strukturelle Reformen an. Seine Kritik: Die Politik ignoriere zentrale Probleme und verliere den Kontakt zur Realität.

Axel Plaß, DSLV-Präsident: „Wir müssen wirklich jeden Stein umdrehen.“ (Foto:DSLV)
Axel Plaß, DSLV-Präsident: „Wir müssen wirklich jeden Stein umdrehen.“ (Foto:DSLV)

Im LTV-Podcast „Ich habe gehört“ zeichnet Axel Plaß, Präsident des Bundesverbands Spedition und Logistik (DSLV), ein deutliches Bild vom Zustand der deutschen Wirtschaft. Für ihn steht fest: Deutschland braucht eine grundlegende wirtschaftspolitische Neuausrichtung.

Der geschäftsführende Gesellschafter der Hamburger Spedition Konrad Zippel sieht in der Politik der vergangenen Jahre eine wachsende Entfremdung von den wirtschaftlichen Realitäten.

„Wir haben alle das Gefühl gehabt, die Politik entfernt sich immer weiter von der Wirtschaft und ist auch nicht mehr gewillt zuzuhören“, sagt Plaß im Gespräch mit dem Podcast-Host von „Ich habe gehört“.

Sein Urteil über die bisherige Arbeit der Ampelkoalition fällt entsprechend kritisch aus. Doch auch mit Blick auf kommende Regierungen formuliert der Verbandspräsident deutliche Erwartungen: Die Politik müsse laut Plaß einen radikalen Richtungswechsel einleiten.

„Sie müssten über eine Wirtschaftswende in Deutschland nachdenken, die uns wieder in die Erfolgsspur zurückführt“, fordert er.

Dabei gehe es nicht um kosmetische Korrekturen, sondern um eine grundlegende Reform.

„Wir müssen wirklich jeden Stein umdrehen.“

Der Unternehmer zeichnet ein drastisches Bild vom Zustand des Landes:

„Wenn Deutschland eine Firma wäre, dann sind wir ein Sanierungsfall“, so Plaß.

Statt eines Kurswechsels nehme er jedoch eher ein Weiter-so wahr:

„Wir machen aber gerade Politik, indem der alte Geschäftsführer einen Kumpel hat, der jetzt weitermacht, weil der alte jetzt nicht mehr kann und will: Und wir machen aber genauso weiter.“

Was es laut Plaß bräuchte, sei ein unvoreingenommener Blick auf die wirtschaftlichen Grundlagen:

„Nein, wir bräuchten einen Insolvenzverwalter, der wirklich mal guckt, was hier eigentlich noch geht, und wie wir unser Geld, unsere Rente und unsere Zukunft verdienen wollen. Da sind wir im Moment nicht auf dem richtigen Weg.“

Axel Plaß spricht für den DSLV. Der Verband vertritt mehr als 3.000 Unternehmen des deutschen Speditions- und Logistikgewerbes. Seine Kritik zielt auf wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die aus seiner Sicht nicht mehr mit den Anforderungen einer funktionierenden Transport- und Logistikbranche vereinbar sind.

Dass Plaß als Präsident des DSLV die Interessen der Güterverkehrswirtschaft klar benennt, ist kein Zufall. Sein eigener Weg ist eng mit dem Straßengüterverkehr verbunden: In der DDR machte er seinen Lkw-Führerschein auf einem W 50, floh 1989 nach Hamburg und arbeitete zunächst als Fahrer bei Konrad Zippel. Heute leitet er das Unternehmen in dritter Generation.