LKW

DNV-Bericht zu nachhaltiger Schifffahrt: Effizienz steigern, Kosten senken

DNV stellt einen neuen Bericht vor, der über 40 Maßnahmen zur Treibstoffeinsparung und Emissionsreduzierung in der Schifffahrt analysiert. Die entscheidende Frage: Welche Lösungen bieten das größte Potenzial?

(Grafik: DNV)
(Grafik: DNV)

Zunehmender regulatorischer Druck und steigende Treibstoffkosten führen dazu, dass sich die Schifffahrtsbranche vor der Herausforderung sieht, Emissionen reduzieren zu müssen, ohne dass dies die Wirtschaftlichkeit des Betriebs gefährden darf.

Eine Schlüsselrolle können dabei Energiesparmaßnahmen spielen. Der norwegische Klassifikationsgesellschaft DNV hat deshalb einen Bericht veröffentlicht, der Reedereien einen umfassenden Überblick über verfügbare Technologien und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung bietet. 

Überblick über verfügbare Maßnahmen

Der Bericht mit dem Titel „Energy-efficiency measures and technologies – Key solutions and strategies for Maritime’s decarbonization journey“ stellt mehr als 40 verschiedene Effizienzmaßnahmen vor. Neben den potenziellen Treibstoffeinsparungen enthält die Analyse Angaben zu Kosten und Eignung für unterschiedliche Schiffstypen. Ziel sei es, Schiffsbetreiber in die Lage zu versetzen, kurz- und mittelfristige regulatorische Anforderungen zu erfüllen, Wettbewerbsvorteile zu erlangen und ihre Rentabilität langfristig zu sichern.

Knut Ørbeck-Nilssen, Geschäftsführer von DNV Maritime, betont die Bedeutung solcher Maßnahmen:

„Die Dekarbonisierung der Schifffahrt ist eine unserer größten Herausforderungen. Während der Wechsel zu klimaneutralen Treibstoffen essenziell ist, bleiben Verfügbarkeit und Kosten entscheidende Hürden. Um diesen Übergang zu beschleunigen, müssen alle Möglichkeiten genutzt werden. Energiesparmaßnahmen können nicht nur kurzfristig Emissionen senken, sondern auch die Einführung alternativer Treibstoffe erleichtern, indem sie den Gesamtverbrauch und die Betriebskosten reduzieren.“

Kombination technischer und operativer Maßnahmen

Der Bericht analysiert eine breite Palette technischer und betrieblicher Maßnahmen. Neben Kosten und Eignung für verschiedene Schiffstypen geht DNV auch auf die Herausforderungen ein, die sich aus der Kombination mehrerer Lösungen ergeben. Digitalisierung spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Datenbasierte Entscheidungsprozesse können die Treibstoffeffizienz weiter steigern, erfordern jedoch auch angemessene Cybersicherheitsstrategien.

DNV schlägt in dem Bericht einen dreistufigen Ansatz zur Risikominimierung im Dekarbonisierungsprozess vor. Dazu gehört es, eine Emissionsstrategie festzulegen, mögliche Wege zur Zielerreichung zu identifizieren und schließlich einen Dekarbonisierungsplan für die gesamte Flotte zu entwickeln. Neben Effizienzmaßnahmen werden auch alternative Energieträger wie Biokraftstoffe, kohlenstoffarme und klimaneutrale Treibstoffe, Brennstoffzellen sowie Onboard-CO2-Abscheidung und Kernenergie bewertet.

Energieeffizienz als wirtschaftlicher Faktor

Jason Stefanatos, Global Decarbonization Director bei DNV Maritime, hebt hervor, dass Effizienzsteigerungen nicht nur aus Umweltgründen, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht notwendig seien.

„Energieeffizienz ist der Schlüssel zur Emissionsreduzierung und zur Einführung kohlenstoffarmer Kraftstoffe. Eine Universallösung gibt es nicht, aber jede eingesparte Treibstoffmenge – egal ob konventionell oder alternativ – bringt erhebliche Kostenvorteile. Die Branche muss sich dieser Tatsache bewusst werden, Wissen aufbauen und vorausschauend planen.“

Mit dem Bericht bietet DNV eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Reedereien, die ihre Flotten auf eine energieeffizientere und nachhaltigere Zukunft ausrichten wollen.