BUS

Daimler Buses bietet Batterieaufbereitung und -tausch an

Ab 2026 ist der Batterietausch auf die neueste Generation möglich.

Daimler Buses bietet seinen Kunden ab sofort die Aufbereitung von E-Bus-Batterien an. (Foto: Daimler Truck AG)
Daimler Buses bietet seinen Kunden ab sofort die Aufbereitung von E-Bus-Batterien an. (Foto: Daimler Truck AG)

Daimler Buses führt neue Services zur Verlängerung der Nutzungsdauer von elektrisch angetriebenen Bussen ein: Beispielsweise bietet der Bushersteller seinen Kunden ab sofort die Aufbereitung von E-Bus-Batterien an. Zudem erweitert er das Angebot 2026 um einen Batterietausch auf die neueste Generation mit mehr Reichweite. Damit soll es möglich sein, E-Busse so lange wie möglich zu nutzen. Die beiden Angebote sind Teil einer E-Service-Offensive, die den gesamten Lebenszyklus und die Wirtschaftlichkeit von E-Bussen und Batterien im Blick hat.

2026 kommt NMC4

Daimler Buses bietet die neuen Services zunächst für den Mercedes-Benz eCitaro an. Das Fahrzeugmodell ist bereits seit 2018 in Serie und mittlerweile mit Batterien der dritten Generation (NMC3) ausgestattet. 2026 soll die nächste Akkugeneration (NMC4) folgen. Auch für den Überlandbus Mercedes-Benz eIntouro sind diese Services in Zukunft eine mögliche Perspektive. Daimler Buses hat einen seriennahen Prototyp des eIntouro Ende 2024 vorgestellt. Das Fahrzeug erhält die gleiche Batterietechnologie mit LFP-Akkus (Lithium-Eisen-Phosphat) wie der Fernverkehrs-Lkw eActros 600 und wird ab 2026 auf dem Markt verfügbar sein.

Daimler-Buses-Chef Till Oberwörder: „Die Zukunft des Busses ist ganz klar elektrisch. Unsere Kunden sollen E-Busse genauso lange und wirtschaftlich einsetzen können wie konventionell angetriebene Fahrzeuge. Damit sind wir Vorreiter in der Branche.“

Erhöhte Einsatzdauer

Daimler Buses bereitet zudem bei Bedarf ab sofort Batterien der ersten Generation NMC1 wieder auf, wodurch die Kapazität und damit auch die elektrische Reichweite der Busse wieder erhöht wird. Zukünftig soll das sogenannte „Rework“-Angebot auch auf NMC2- und NMC3-Batterien ausgeweitet werden. Zudem tauschen die Stuttgarter in Abhängigkeit der geplanten Einsatzdauer des Kunden ab 2026 auch Batterien aller Vorgängergenerationen (NMC1 bis NMC3) aus. Das Unternehmen ersetzt diese dann durch die neuesten NMC4-Modelle, was eine Kapazitätssteigerung und damit auch größere Reichweiten von bestehenden E-Bussen auch im Vergleich zu deren Neuzustand ermöglicht. Eine Besonderheit dabei: In Abhängigkeit der Fahrzeugkonfiguration und der ursprünglichen Batteriegeneration kann es möglich sein, dass bei gleicher oder höherer Gesamtkapazität der NMC4-Batterien weniger Batterien benötigt werden.

Daimler Buses will die Aufbereitung und den Batterietausch auf die neue NMC4-Generation auch für sein Gebrauchtfahrzeugangebot BusStore nutzen. Kunden können so auch gebrauchte E-Busse mit sehr hoher Akkukapazität oder der neuesten Batterietechnologie erwerben.

Digitales Serviceportfolio

Bevor eine Aufbereitung oder ein Austausch nötig ist, soll das digitale Serviceportfolio von Daimler Buses die Batterielebensdauer im Fahrzeug zu verlängern: Eine Software prüft z.B. den Zustand der Batterien in der Elektrobusflotte und stellt diese Informationen dem Busunternehmer inklusive Handlungsempfehlungen zusammen. Sie erkennt u.a. Ladezustände, Temperaturen sowie Standzeiten der Busse und empfiehlt Maßnahmen, um die Batterien zu schützen.

Garantien von bis zu zwölf Jahren

Im Rahmen des Neufahrzeugverkaufs wird Daimler Buses zudem mit der Einführung der neuen NMC4-Batterie in 2026 Garantien von bis zu zwölf Jahren anbieten. Kunden können so ihre Fahrzeuge über einen langen Zeitraum relativ risikofrei einsetzen. Daneben setzt der Hersteller auf einen modularen Aufbau seiner Batterien, was Reparaturen vereinfacht.

Second-Life-Anwendungen

Nach dem ersten Leben der Batterien im Fahrzeug bietet Daimler Buses auch Lösungen für sogenannte „Repurpose“-Anwendungen an. Hier kommen die ehemaligen Antriebsbatterien beispielsweise in Energiespeichern zum Lastspitzenausgleich des Stromnetzes oder als Zwischenspeicher in Solar- und Windparks zum Einsatz. Im Anschluss daran – am Ende des Lebenszyklus – bietet das Unternehmen gemeinsam mit Partnern Recyclingmöglichkeiten an, um gebundene Rohstoffe so weit wie möglich zurückzugewinnen.