LKW

Conference Days 2025: Air Products über Wasserstofflösungen für die Langstreckenlogistik

Air Products will den Schwerlastverkehr emissionsfrei machen - mit einem flächendeckenden Tankstellennetz . Auf den Conference Days 2025 zeigte das Unternehmen, wie Wasserstoff-Infrastruktur entlang europäischer Logistikkorridore konkret umgesetzt werden kann – und warum der Umstieg für die Branche alternativlos wird.

Miriam Theis, Business Development Manager Hydrogen for Mobility Air Products GmbH, widmete sich auf den CONFERENCE DAYS 2025 dem emissionsfreien Transport schwerer Gütern per Wasserstoff-Lkw. (Foto: HUSS-VERLAG)
Miriam Theis, Business Development Manager Hydrogen for Mobility Air Products GmbH, widmete sich auf den CONFERENCE DAYS 2025 dem emissionsfreien Transport schwerer Gütern per Wasserstoff-Lkw. (Foto: HUSS-VERLAG)

Wie emissionsfreier Schwerlastverkehr mit Wasserstoff auf der Langstrecke Realität werden kann, zeigte Miriam Theis, Business Development Manager Hydrogen for Mobility bei der Air Products GmbH, in ihrem Vortrag am 12. Mai 2025 auf der „Truck & Bus“-Bühne der Conference Days.

Im Zentrum standen aktuelle Projekte zur Entwicklung eines europäischen Wasserstofftankstellennetzes, konkrete Produktionsvorhaben für grünen Wasserstoff und strategische Antworten auf die Herausforderungen der Infrastruktur.

Theis betonte: Die Umstellung auf Wasserstoff im Transportsektor ist machbar – sowohl technisch als auch hinsichtlich der Versorgungssicherheit. In einer neuen Produktionsanlage in Saudi-Arabien mit geplanter Elektrolyseleistung von 2,2 GW sollen etwa ab 2026/2027 täglich bis zu 600 Tonnen grüner Wasserstoff aus Wasser entstehen.

Ergänzend entsteht in Rotterdam eine Anlage zur Produktion von Flüssigwasserstoff, die das europäische Angebot verdoppeln soll. Ziel ist es, ein Tankstellennetz entlang der TEN-T-Korridore aufzubauen – konform zur EU-Regulierung AFIR, die Tankstellen im 200-Kilometer-Abstand mit mindestens 700 bar und einer Tageskapazität von einer Tonne vorschreibt.

Hindernisse auf dem Weg zur Wasserstoffwirtschaft im Transport

Begleitende Umfragen unter den Teilnehmern zeigten allerdings eine gewisse Ernüchterung: Die Mehrheit schätzt die Entwicklung der Wasserstoffmobilität und -infrastruktur im eigenen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr als unverändert oder schlechter ein. Theis bestätigte diesen Eindruck – Fortschritte bei Großprojekten bräuchten einen langen Atem. Dennoch sei der politische Druck durch den European Green Deal, Fit-for-55 und steigende Mautgebühren auf Diesel-Lkw ein wesentlicher Treiber der Transformation.

Im Vergleich zur Elektromobilität punkten Wasserstoff-Lkw vor allem bei Reichweite und Taktung: Während batterieelektrische Fahrzeuge manchmal bereits nach 300 Kilometern laden müssen, erreichen H2-Verbrenner 600 Kilometer, Brennstoffzellenfahrzeuge sogar 1.000 Kilometer – bei einer Betankungszeit von nur 12 bis 15 Minuten. Die H2-Expertin plädiert hier für die richtige Technologie für den konkreten Einsatzfall.

Grundsätzlich stecke die Wasserstoff-Technologie im Transport derzeit noch in einem Henne-Ei-Problem fest. Der Staat müsse ähnlich wie bei der Elektromobilität hier stärkere Anzeize setzen, um die hohen Anfangsinvestitionen zu rechtfertigen. China, aber auch die Niederlande machten hier vieles richtig.

Digitales Forum für Logistikentscheider

Die Session fand im Rahmen der Conference Days 2025 statt – einem rein digitalen B2B-Event des HUSS-VERLAGs, das vom 12. bis 15. Mai 2025 zum fünften Mal auf CONFERENCE-DAYS.de durchgeführt wird. Bereits 2024 nutzten über 1.100 Teilnehmer das Online-Format, um sich in 30 Live-Sessions über aktuelle Entwicklungen in Logistik, Transport und Nutzfahrzeugtechnik zu informieren. Die Plattform bietet neben Wissensvermittlung auch zahlreiche digitale Möglichkeiten für Networking und Austausch zwischen Teilnehmern und Partnern.

Weitere Informationen und das aktuelle Programm der Conference Days unter https://conference-days.de/. Abgelaufene Sessions stehen per Stream zur Verfügung.