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China: Changan und Dongfeng fusionieren

Dass viele Autokonzerne in China kaum oder kein Geld verdienen, ist ein offenes Geheimnis. Schon lange wird eine Fusions- und Konzentrationswelle erwartet. Die könnte jetzt losrollen: Wie die FAZ unter Berufung auf lokale chinesische Medien berichtet, verfassten Changan und Dongfeng entsprechende Pflichtmeldungen an der Börse.

In Deutschland versucht sich Dongfeng vor allem über die Edelmarke Voyah. | Foto: G. Soller
In Deutschland versucht sich Dongfeng vor allem über die Edelmarke Voyah. | Foto: G. Soller

Die beiden in staatlicher Hand befindlichen Automobilhersteller könnten laut Medienberichten kurz vor einer Fusion stehen. Wie die FAZ unter Berufung auf lokale chinesische Medien berichtet, sollen beide Unternehmen entsprechende Pflichtmeldungen an der Börse verfasst haben. Zwar wurden dabei keine Namen der anderen Unternehmen genannt, mit denen sie zusammengeführt werden sollen, da aber Changan und Dongfeng sehr ähnliche Meldungen abgaben, liege ein bevorstehender Zusammenschluss auf der Hand.

Die jüngste Ankündigung einer möglichen Fusion zwischen Dongfeng Motor Corporation und Changan Automobile hat die Börsenkurse der beiden Unternehmen sprunghaft ansteigen lassen. Laut der FAZ stieg der Aktienkurs von Dongfeng in Hongkong um mehr als 25 Prozent, während Changan in Shenzhen immerhin einen Zuwachs von knapp fünf Prozent verzeichnete.

Obwohl beide Hersteller auf dem europäischen Markt bisher eine untergeordnete Rolle spielen, könnte ihr Zusammenschluss die Kräfteverhältnisse erheblich verändern. Im Jahr 2024 verkaufte Dongfeng rund 2,48 Millionen Fahrzeuge, während Changan etwa 2,68 Millionen Einheiten absetzte. Zusammen kämen sie somit auf über 5,16 Millionen verkaufte Fahrzeuge und würden damit BYD, das im selben Jahr 4,27 Millionen Fahrzeuge absetzte, als größten chinesischen Autobauer übertreffen.

Der neue Konzern würde Ford überholen

Sollte die Fusion zustande kommen, würde der neu entstehende Staatskonzern zum sechstgrößten Automobilhersteller weltweit aufsteigen – hinter Stellantis und vor Ford. Dieser Schritt scheint notwendig, da beide Unternehmen den Übergang zur Elektromobilität bislang vernachlässigt haben. Zhang Yuzhou, Vorsitzender der staatlichen Aufsichtsbehörde für Unternehmensbeteiligungen, kritisierte im vergangenen Jahr öffentlich das langsame Tempo bei der Entwicklung von Elektroautos und kündigte eine Überprüfung an.

und kündigte eine Überprüfung an.

Dennoch sind erste Fortschritte erkennbar. Changan hat mit den Marken Deepal und Avatr in Branchenkreisen bereits Aufmerksamkeit erlangt. Dongfeng hingegen ist in Europa vor allem durch die Elektromarke Voyah bekannt, fokussiert sich jedoch bislang überwiegend auf Verbrennerfahrzeuge. Dieser Schwerpunkt soll nun zugunsten der Elektromobilität verschoben werden. Voyah ist bisher vor allem in der Schweiz aktiv.

Was bedeutet das?

Für deutsche Kunden hat die Fusion (noch) keine Auswirkung. Beide Marken planen ihre Markteintritte erst noch und traten offziell bisher nur mit den Edelmarken Avatr (Changan) sowie MHero und Voyah (Dongfeng) öffentlich auf. Der chinesische Automobilmarkt befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Zahlreiche neue Hersteller drängen auf den Markt, was Experten zufolge zu einer bevorstehenden Konsolidierungswelle führen dürfte. Die chinesische Regierung scheint entschlossen, ihre größten Staatsunternehmen in diesem Wettbewerb zu stärken und deren Fortbestand zu sichern. Würden ausgerechnet die größten staatlichen Autohersteller diesen Konkurrenzkampf nicht überleben, wäre das eine Blamage.

Quellen: Elektroauto-News, FAZ, FT.com, Reuters