LKW

Chevrolet Silverado EV: 1.059 Meilen Reichweitenrekord - inoffiziell

Ein Silverado EV legte bei 20 bis 25 mph (32 bis 40 km/h) auf öffentlichen Straßen 1.059,2 Meilen (oder 1.704 km) zurück – über doppelt so viel wie der EPA‑Wert – ohne A/C und mit einer Menge weiterer Effizienz‑Tricks.

Der "dezent" optimierte Silverado EV schaffte laut Chevrolet 1.059,2 Meilen mit einer Akkuladung. | Foto: Chevrolet
Der "dezent" optimierte Silverado EV schaffte laut Chevrolet 1.059,2 Meilen mit einer Akkuladung. | Foto: Chevrolet

Chevrolet holt den Reichweitenrekord – mit einem Vier-Tonnen-Pick-Up-Truck! Und das mit einer Rekordfahrt, die so bizarr ist, dass selbst Don Quijote sagen würde: „Jungs, das ist mir jetzt etwas zu schräg.“

Die Eckdaten dieses rollenden Rekordmärchens: 1.059,2 Meilen oder 1.704,6 Kilometer mit nur einer einzigen Batterieladung. Respekt? Vielleicht. Aber es lohnt ein kurzer Blick auf das „Wie“ – denn der Teufel liegt hier nicht nur im Detail.

Der aerodynamische Albtraum auf vier Tonnen

Das Fahrzeug der Wahl war keine schnittige Aero-Flunder mit Carbonkarosserie, sondern ein Chevrolet Silverado EV, genauer: der „Max Range Work Truck“. Klingt schon schwer – ist es auch. Über vier Tonnen bringt der Bolide auf die Waage. Wenn es eine Antithese zu Windschlüpfigkeit gibt, dann ist sie wohl in die Front dieses Pick-up-Trucks gemeißelt. Und mit seinen 205 kWh Akkukapazität hat dieser Koloss mehr Batterie im Bauch als manch europäischer Hersteller im ganzen Modellportfolio.

Der Preis für die Serienversion? Mindestens 76.295 Dollar – ohne Steuern versteht sich. Dafür bekommt man nicht nur eine Ladefläche, sondern auch eine neue Definition von „Langstrecke“.

Von Tricks, Schleichfahrt und einem kleinen bisschen Selbstbetrug

Natürlich reicht pure Masse nicht für 1.700 Kilometer. Also wurde tief in die Trickkiste gegriffen:

  • Die Reifen wurden „auf Anschlag“ aufgepumpt, um den Rollwiderstand zu minimieren
  • Die Klimaanlage? Ausgeschaltet!
  • Die Ladefläche? Abgedeckt.
  • Das Ersatzrad? Raus damit.

Und um die Aerodynamik zumindest noch ein bisschen zu verbessern, hat man die Scheibenwischer abgesenkt...

Aber das eigentlich Beeindruckende: das Tempo. Gefahren wurde mit der Rasanz eines verirrten Golfcarts – 20 bis 25 Meilen pro Stunde, also maximal 40 km/h! Die Reise führte vom Testgelände in Milford über öffentliche Straßen bis zur idyllischen Belle Isle im Detroit River. Dort, wo man ohnehin nicht schneller als 25 Meilen pro Stunde fahren darf, fielen dann die letzten Meilen – oder vielmehr: wurden zäh gekaut.

Und der Weltrekord? Inoffiziell und GM-intern...

Kleiner Haken an der ganzen Geschichte: Guinness World Records war nicht dabei. Offiziell bleibt also der Lucid Air mit seinen 1.205 Kilometern aus dem Juli 2025 der Reichweitenkönig – gefahren unter Aufsicht, wohlgemerkt. Chevrolet hingegen hat sich selbst gefeiert. Wer mit einem 4-Tonnen-Laster und Schildkröten-Tempo über 1.700 Kilometer schleicht, hat sich zumindest ein wenig PR verdient. Nur eines bleibt sicher: Der wahre Sieger dieser Rekordfahrt war wohl die Geduld der Testfahrer.

Was bedeutet das?

Donald Trump färbt ab – auch auf General Motors. Nach dem Motto: Wenn ich einen Rekord haben will, erschleiche ich mir den einfach selbst unter möglichst unrealistischen Bedingungen! Dabei lügt Chevy hier nicht mal – allenfalls sich selbst in die Tasche. Denn real wäre diese Reichweite nur von Gartenarbeitern auf der Belle Isle zu erreichen, die im Frühjahr oder Herbst auf Klima, Heizung und Ersatzrad verzichten. Und, da sie ja die Pritsche offen brauchen, auch noch langsamer fahren müssten – ganz abgesehen vom maximalen Reifen-Luftdruck.