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Audi: Brüssel läuft für letzte Q8 e-tron nochmal an

Es ist ein hin und her: Am 28. Februar endet die Produktion des Q8 e-tron in Europa und Audi schließt das Werk. Doch obwohl die Bänder seit Wochen still standen, sollen sie ab 6.2.2024 nach Informationen von electrive nochmal anlaufen.

Da war die Welt noch ein bisschen in Ordnung: Im Mai 2024 präsentierte man in Brüssel die "Edition Dakar" des Q8 e-tron. | Foto: Audi
Da war die Welt noch ein bisschen in Ordnung: Im Mai 2024 präsentierte man in Brüssel die "Edition Dakar" des Q8 e-tron. | Foto: Audi

Das war zu erwarten: der neuere Q6 e-tron grub dem größeren Q8 e-tron sehr schnell das Wasser ab. Trotzdem gab es noch Bestellungen – wir erfuhren sogar von einem Kunden, der explizit noch im Oktober geordert hat, als er von der Werksstilllegung erfuhr. Und dann, trotz der Zusicherung, dass er seinen Q8 e-tron noch erhalten würde, doch keinen mehr bekam. Und sich wunderte, warum Audi so rasch auf jede Order verzichtete.

Fest steht: Brüssel wird geschlossen und bereits im November stand die Produktion. Erst wegen Streiks der verärgerten Belegschaft, später sollen laut electrive net Teile gefehlt haben. Klar, auch die Zulieferer drosselten natürlich schlagartig ihre Produktion.

Weshalb man davon ausging, dass die Produktion gar nicht mehr anlaufen würde und Besteller wie unser Fall oben nicht bedient würden. Electrive net hakte nach und ein Sprecher erklärte:

„Nachdem wir zuletzt einen gemeinsamen Sozialplan für die Beschäftigten von Audi Btrussels auf den Weg gebracht haben, konzentrieren wir uns derzeit auf die Wiederaufnahme der Produktion, die für den 6. Februar geplant ist.“

Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine „Auslaufproduktion“, in der letzte Orders bedient werden (müssen). Zu den Stückzahlen machte Audi keine Angaben, räumte aber gegenüber elecrive.net ein, unter dem eigenen Plan zu liegen:

„Aufgrund der Umstrukturierungen am Standort Brüssel und daraus resultierenden Folgeeffekten in den vergangenen Wochen und Monaten konnten weniger Fahrzeuge produziert werden als ursprünglich geplant.“

Und er erklärt auch, warum unser potenzieller Kunde keinen Q8 e-tron mehr erhält:

„Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen müssen wir teilweise bereits erfolgte Kundenbestellungen leider stornieren. Betroffene Kunden werden wir umgehend über unseren Handel informieren. Selbstverständlich werden wir ihnen die Möglichkeit anbieten, auf ein anderes attraktives Modell unseres neuen BEV-Portfolios zu wechseln.“

Was bedeutet: Einige Besteller werden ihren Q8 e-tron noch erhalten, andere nicht. In Foren wurden laut electrive.net bereits solche Stornierungen gemeldet. Die betroffenen Kunden sollen teils ein Angebot erhalten haben, einen rabattierten Q6 e-tron zu ordern.

 

Hintergrund: Das Werk Brüssel galt seit Jahren als schlecht ausgelastet. Die Kapazität beträgt bis zu 120.000 Einheiten im Jahr. Seit 2018 wurde dort exklusiv der e-tron, später in Q8 e-tron umgenannt gebaut. Das Oberklasse-SUV kam aber laut electrive net nie über 47.900 Fahrzeuge im Jahr 2022 hinaus. Dazu kommen hohe Löhne und eine „eingekeilte Lage“ mit schlechter Logistikanbindung und schlechten Expansionsmöglichkeiten. Bis Herbst 2024 suchte Audi nach einem Käufer, gab das aber im November 2024 auf. Am 28.2.2025 soll nun der letzte Arbeitstag sein.

Was bedeutet das?

Eine Ära geht zu Ende – ein bisschen unrühmlich. Klar braucht der Q8 e-tron einen Nachfolger und klar war das Werk Brüssel alt. Aber Fakt ist, dass es tatsächlich – auf niedrigem Niveau – noch mehr Kunden gegeben hätte als nun Autos produziert werden. Und der Nachfolger kommt aus dem Billiglohnland Mexico. Dass man sich wirklich Sorgen machen muss: Sind wir in Europa mittlerweile so derart zurückgefallen, dass wir hier nicht mal mehr teure Oberklasse-Elektro-SUV bauen können?

Quellen: Audi, electrive.net, mobiFlip