Maxus eDeliver 75: E-Verteiler mit 250 Kilometer Reichweite und hoher Nutzlast
Die Nutzfahrzeugtochter des chinesischen Staatskonzerns SAIC Maxus gibt weiter Strom und hat jetzt ihren neuen elektrischen Verteiler-Lkw eDeliver 75 für Großbritannien vorgestellt. Das Fahrzeug löst formal den 2023 präsentierten EH300 ab, dürfte in absehbarer Zeit auch auf den kontinentalen Euro-Markt kommen und würde dann das jetzt bereits breite Portfolio leichter Nutzfahrzeuge ergänzen. Dies reicht vom leichten eDeliver 3, über den neuen eDeliver 5 und 7 bis zum eDeliver 9 als klassischer 3,5-Tonner. Zudem sind drei Pick-ups im Programm, die vollelektrischen T90EV sowie eTerron9 und der neue Diesel-Pick-up T60 Max. Wie bei den Modellen der SAIC-Marke üblich, gibt es auch für den eDeliver 75 eine Garantie von fünf Jahren auf das Fahrzeug sowie acht Jahre auf den Akku. Die Auslieferung in UK soll ab Oktober beginnen, erste Fahrzeuge im Dezember zu Kunden rollen, begleitet von einer Vorbereitung des Händlernetzes.
Kleinerer Akku, mehr Reichweite
Der elektrische Verteiler-Lkw verfügt über einen dem Vernehmen nach robusten 120-kWh-LFP-Akku (EH300 128 kWh), eine 120-kW-DC-Schnellladefunktion, eine zum Vorgänger um 40 Kilometer gesteigerte WLTP-Reichweite von 250 km (155 Meilen) und zwei Radstandsoptionen (LWB 4.500 mm) auf dem britischen Markt. Wie üblich soll das ohne Spiegel 2,15 Meter breite und knapp acht Meter lange, vorn und hinten blattgefederte Modell (max. 8,33 m mit Aufbau) gut ausgestattet sein und über eine geräumige und moderne Kabine verfügen. Serie sind etwa ein Tempomat, beheizbares Multifunktionslenkrad, schlüssellosem Start und Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) für den Einsatz im Außenbereich mit bis zu 6,6 kW Leistung. Für Vortrieb sorgt ein 150-kW-Elektromotor an der Hinterachse (EH 300 110 kW), der über 440 Nm maximalem Drehmoment verfügt.
Ladeleistung von 120 für kurze Standzeiten
Die Ladeleistung von 120 kW soll einen Ladehub von 20 bis 80 Prozent innerhalb von 30 Minuten sicherstellen, was zugleich die Flottenauslastung erhöht und Standzeiten reduziert. Optional zum 11-kW-AC-Standardlader gibt es einen praxisnahen 22-kW-AC-Lader, der die Ladezeit 5 auf 100 Prozent von 11 auf 6,8 Stunden verkürzt. Die Nutzlast von 4.590 Kilogramm (EH300 4,3 t) für das leer nur drei Tonnen schwere Fahrgestell liegt auf hohem und eher noch über Diesel-Niveau, erst recht für ein vollelektrisches Modell. Dazu kommt eine ordentliche Anhängelast von 3,5 Tonnen und hohe Achslastreserven von 3 Tonnen vorn, und 6 Tonnen hinten. Auch der Wendekreis liegt mit 13,8 Metern auf gutem, sprich kompaktem Niveau.
Komplette Sicherheitsausstattung
Als GSR II-konformes (General Safety Regulation) Fahrzeug verfügt der E-Verteiler über eine breite Palette fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme (ADAS), die teils über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Dazu gehören Spurverlassenswarnung und aktiver Spurhalter, Frontkollisionswarnung, automatische Notbremsung, Totwinkel- und Anfahrwarner, Müdigkeitserkennung und Vorbereitung für Alkohol-Interface. Weitere Sicherheitsfeatures sind eine Verkehrszeichenerkennung, Fahrer- und Beifahrerairbags sowie ein 360-Grad-Kamerasystem, das über ein 12,3-Zoll-Infotainment mit Rückfahrsensoren integriert ist und DAB-Radio, Apple CarPlay und Android Auto-Konnektivität unterstützt.
„Die Markteinführung ist nicht nur für MAXUS UK ein entscheidender Moment, sondern auch für die Zukunft der emissionsfreien Logistik auf nationaler Ebene. Dies ist mehr als nur ein neuer Lkw, es ist eine mutige Absichtserklärung. Mit seiner klassenführenden Reichweite, Schnellladefähigkeit und herausragenden Nutzlast-Effizienz definiert der eDELIVER 75 neu, was Betreiber von einem elektrischen 7,5-Tonner erwarten können", wirbt Brian Patterson, Geschäftsführer der Harris Group.
Ross Davies, Vertriebsleiter von MAXUS UK sieht den E-Verteiler als "agilen, vielseitigen, sicheren und komfortablen Lkw für alle Anforderungen im Bereich der Mittel- und Endstrecken-Distribution und -Lieferung. Das Fahrgestelldesign soll ihn zudem für die Integration von Aufbauten prädestinieren und für Spezialanwendungen wappnen. Da die Ladeinfrastruktur nach wie vor ein begrenzender Faktor für die Einführung von Elektro-Lkw ist, hat der Hersteller einen anbieterneutralen Ansatz für Depot-Ladelösungen entwickelt. Diese basiert auf den langjährigen Erfahrungen der Marke bei der Elektrifizierung von Transportern, die man mit großen Flotten in Großbritannien gesammelt hat. Der Ansatz sei neutral gegenüber Ladehardware, -software und -betreibern.
"Alle unsere wichtigsten Kunden für Elektrotransporter haben in eine Wechselstrom-Ladeinfrastruktur investiert, die ideal für den 7,5-Tonnen-Betrieb ist, der überwiegend in der Tagesschicht stattfindet und bei dem die Lkw über Nacht im Heimdepot geparkt werden. Für größere Flottenbetreiber, die schnellere Durchlaufzeiten benötigen, können wir sehr schnell Kontakte zu Anbietern von Gleichstrom-Ladeinfrastruktur herstellen“, erklärte Davies.