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Sammelklage gegen Booking.com: Hotellerie geht wegen Preisbindung vor Gericht

Booking.com droht juristischer Ärger: Hotels aus ganz Europa fordern Schadenersatz für jahrelange Einschränkungen bei der Preisgestaltung.

Symbolbild: Digitale Buchungsplattformen bestimmen zunehmend die Vertriebskanäle im europäischen Hotelmarkt. | Foto: DALL-E/KI-generiert

Mehr als 10.000 Hotels haben sich einer Sammelklage gegen das Buchungsportal Booking.com angeschlossen, wie heise.de berichtet. Die Klage wird von der Hotel Claims Alliance koordiniert und vor einem Gericht in Amsterdam, dem Sitz von Booking.com, verhandelt. Unterstützt wird die Initiative unter anderem von Hotrec, dem europäischen Dachverband der Hotellerie, sowie von über 30 nationalen Hotelverbänden, darunter der Hotelverband Deutschland (IHA) und Federalberghi aus Italien.

Klage wegen Paritätsklauseln

Grundlage der Klage ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Herbst 2024, das sogenannte Paritätsklauseln als wettbewerbswidrig einstuft. Diese Klauseln untersagten es Hotels, auf eigenen Webseiten günstigere Preise als auf der Plattform von Booking.com anzubieten. Die Klauseln wurden von Booking.com über viele Jahre hinweg durchgesetzt und erst 2024 im Zuge der Umsetzung des EU-Digital Markets Act abgeschafft.

In Deutschland können sich Hotels an der Sammelklage gegen Booking.com über den Hotelverband Deutschland (IHA) beteiligen.

Forderung von Schadenersatz

Die Kläger fordern Schadenersatz für finanzielle Einbußen durch die Paritätsklauseln im Zeitraum von 2004 bis 2024. Die Höhe der Forderungen ist nicht öffentlich beziffert, sollen jedoch nach Einschätzung von Beobachtern in Milliardenhöhe liegen. Die Frist zur Teilnahme an der Klage wurde bis zum 29. August 2025 verlängert. Bislang sollen sich über 10.000 Hotels aus mehr als 25 Ländern registriert haben.

Marktdominanz und Provisionsmodell

Booking.com (Eigentümer ist der US-Konzern Booking Holdings Inc.) hatte im Jahr 2023 laut Hotrec-Daten einen Marktanteil von rund 71 Prozent in Europa, in Deutschland zwischen 65 und 72 Prozent. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil an Direktbuchungen signifikant.

Die Plattform verlangt laut Branchenangaben Provisionen zwischen 12 und 20 Prozent, in einigen Fällen zuzüglich Zahlungsgebühren. Hoteliers kritisieren, dass die durch die Paritätsklauseln eingeschränkte Preisgestaltung ihre Vertriebskosten erheblich erhöht habe.