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Schwertransport: Digital statt Papier - Goldhofer macht Druck bei digitaler Genehmigung

Beim Besuch bayerischer Politiker diskutierte Goldhofer über Bürokratieabbau, schnellere Verfahren und präsentierte elektrische Schlepper als Teil der Logistikstrategie der Zukunft.

Besucher aus Politik und Wirtschaft informierten sich vor Ort über aktuelle Entwicklungen in Produktion, Logistik und Genehmigungspraxis. | Foto: GOLDHOFER

Mehr Tempo bei der Digitalisierung von Genehmigungen für Schwertransporte – das fordert Goldhofer von der Politik. Beim Besuch hochrangiger Vertreter der bayerischen Landespolitik am Standort Memmingen machte das Unternehmen deutlich: Bürokratische Hürden bremsen Projekte und belasten die Branche. Wie Goldhofer im Nachgang des Treffens berichtet, plädierte man für einheitliche, digitale Verfahren und bot seine Mitwirkung an Pilotprojekten an. Zugleich präsentierte der Hersteller seine neuesten Lösungen – darunter vollelektrische Schlepper und Investitionen in moderne Logistik.

Die Goldhofer AG hatte am 17. Juli 2025 politische Spitzenvertreter am Unternehmenssitz in Memmingen empfangen. Zu den Gästen zählten Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der CSU-Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek sowie Memmingens Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Herausforderungen bei Genehmigungsverfahren für Großraum- und Schwertransporte, insbesondere bei länderübergreifenden Projekten wie der Stromtrasse „Südlink“. Goldhofer machte dabei deutlich, dass die aktuelle Praxis zu Verzögerungen führt und dringend reformiert werden müsse.

Unternehmenspräsentation und Produktspektrum

Goldhofer nutzte den Besuch und präsentierte sich das Unternehmen als Hersteller spezialisierter Transportlösungen für Güter mit außergewöhnlichen Abmessungen oder Gewichten. Das Unternehmen mit rund 1.000 Beschäftigten ist in zwei Geschäftsbereichen tätig: Transport Technology und Airport Technology. Die Produktpalette reicht von Schwerlastmodulen für Transformatoren über Windflügeltransporter bis hin zu Kabeltrommeltransportern für Großprojekte wie Stromtrassen. Im Flughafenbereich ist Goldhofer unter anderem mit dem vollelektrischen Flugzeugschlepper "Phoenix" E vertreten. Dieses Modell kann Großraumflugzeuge mit einem maximalen Abfluggewicht von bis zu 352 Tonnen mit bis zu 32 km/h auf dem Vorfeld bewegen.

„Wir stehen für Innovation. Wir stehen für Premium. Wir stehen für Mehrwert.“, betonte Matthias Ruppel.

Das Unternehmen befindet sich vollständig in Stiftungsbesitz und hat in den vergangenen Jahren erhebliches Wachstum verzeichnet. Seit dem Ende der Corona-Pandemie hat sich der Umsatz nahezu verdoppelt. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Umsatz von über 300 Millionen Euro erwartet. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, wurde der Standort in Memmingen ausgebaut – unter anderem durch ein modernes Logistikzentrum und eine hochautomatisierte Produktion.

Diskussion zu Genehmigungsprozessen für Schwertransporte

Im Anschluss an die Unternehmenspräsentation leitete Volker Schmidt eine Diskussion zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für Großraum- und Schwertransporte. Dabei wurden insbesondere Herausforderungen bei länderübergreifenden Projekten thematisiert. Als Beispiel diente die Stromtrasse „Südlink", für die rund 5.000 Transporte von Kabeltrommeln erforderlich sind – jeweils genehmigungspflichtig in unterschiedlichen Bundesländern mit teils variierender Auslegung der Vorschriften.

Staatsminister Bernreiter erläuterte: „Für uns war es wichtig, für jedes Thema im Verkehr eine Schwerpunktregierung einzurichten, in der die Experten vereint sind und die Kompetenz gebündelt wird.“

Bayern übernimmt in diesem Bereich bereits eine zentrale Rolle. Die Zuständigkeit für Schwertransporte liegt im Freistaat gebündelt in Regensburg. Laut Staatsminister Bernreiter ist ein digitaler Genehmigungsprozess bereits in Planung, um Verfahren zu beschleunigen und zu vereinfachen. Die Notwendigkeit zur weiteren Digitalisierung und zum Abbau von Bürokratie wurde auch seitens der Landespolitik betont.

Dialog zwischen Industrie und Politik

Das Unternehmen Goldhofer äußerte seine Bereitschaft, sich aktiv an Pilotprojekten zur Verfahrensvereinfachung zu beteiligen. Der Austausch unterstrich die Bedeutung eines konstruktiven Dialogs zwischen mittelständischer Industrie und politischen Entscheidungsträgern. Dabei wurde die Eigenverantwortung und Innovationsfähigkeit mittelständischer Unternehmen als potenzielle Grundlage für schnellere und praxisnähere Lösungen hervorgehoben. (av)