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BYD drosselt Produktion in China – trotz Absatzrekord

Chinas größter Autobauer BYD hat offenbar die Produktionsgeschwindigkeit in seinem Heimatmarkt gedrosselt, da die Lagerbestände offenbar zu hoch werden.

Dezent ausgebremst: Die in China "Chaomei" genannte Limousine ist noch nicht weltweit ausgerollt. Zuletzt hat BYD sein Programm massiv erweitert. | Foto: BYD

Auch BYD befindet sich im Aufwind – scheint aber langsam seinen Zenith zu erreichen: In Kalenderwoche 25 (16.–22. Juni) erreichte BYD laut Car News China ein Allzeithoch bei den Fahrzeugzulassungen in China – 83.400 Einheiten, das sind 18,6 % mehr als in der Vorwoche und fast 25 % mehr als im Vorjahreszeitraum. In den ersten drei Juniwochen wurden insgesamt 208.550 Fahrzeuge registriert.

BYD wuchs bis dato sehr stark – das ebbt jetzt ab

Das starke Wachstum der letzten Jahre ebbt allerdings ab und BYD scheint, wie in China üblich, viel auf Lager zu produzieren – denn in der Regel pochen die Kunden dort wie in den USA auf sofortige Verfügbarkeit. Doch diese Lagerbestände scheinen (zu) stark zu steigen. Laut einem Bericht von Reuters wurden deshalb die Produktionskapazitäten an mehreren Standorten um rund ein Drittel gekappt – und Pläne für neue Fertigungslinien kurzerhand auf Eis gelegt.

Schon im Mai 2025 reagierte BYD mit drastischen Preisnachlässen auf die wachsenden Bestände bei den Händlern: Bei insgesamt 22 Modellen purzelten die Preise – teils um satte 53.000 Yuan (rund 6.317 Euro). Trotzdem: Der erhoffte Abverkauf blieb offenbar aus. In Ostchina musste ein größerer Händlerbetrieb vorübergehend den Betrieb einstellen – zu viele Autos, zu wenig Bewegung.

Die aggressive Preispolitik brachte kurzfristig etwas Schwung – die Lager blieben trotzdem voll. Also: Tempo raus aus der Produktion. Laut Insidern, auf die sich Reuters berufen, wurden Nachtschichten gestrichen und die Erweiterung der Fertigungskapazitäten verschoben. Betroffen sind mindestens vier Werke im Land. Die Gründe? Einerseits: Kosteneinsparung. Andererseits: Die wohl sehr hoch angesetzten Produktionsziele wurden schlicht nicht erreicht.

BYD ist längst eine Millionenmarke – mit stark steigendem Exportanteil

Zahlen aus dem China EV DataTracker zeigen: Zwischen Januar und Mai 2025 konnte BYD im Heimatmarkt immerhin 1,15 Millionen Fahrzeuge verkaufen – ein Plus von 11 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Export boomt sogar noch stärker: 374.200 Fahrzeuge gingen ins Ausland, ein Zuwachs von 112 %. Trotzdem: Laut dem Automobilverband CAAM legte die Produktion im Mai gerade mal um 0,2 % zu – das ist quasi Stillstand auf Chinesisch.

Im Schnitt stehen die Neuwagen bei BYD zu lang auf Lager

Besonders alarmierend für Flotten- und Vertriebsprofis: Eine Händlerumfrage der China Automotive Dealer Association ergab im Mai einen durchschnittlichen Lagerbestand von 3,21 Monaten bei BYD – damit liegt der Hersteller unangefochten an der Spitze. Zum Vergleich: Der Markt-Durchschnitt liegt bei nur 1,38 Monaten.

Was bedeutet das?

Bei allem Respekt vor allen erfolgreichen neuen Marken: Jedem Anfangsboom folgt eine Beruhigung im Markt und die Marken „pendeln“ sich auf gewissen Niveaus ein. BYD peilt grundsätzlich in Richtung vier Millionen Einheiten und wollte bald unter die Top-Ten aller Hersteller weltweit. Aktuell scheint der Markt da aber nicht ganz mitzugehen, weshalb man dezent bremst.

Quellen: Car News China, Reuters