LKW

Volvo Trucks: Verbesserungen an der Aerodynamik

Reduzierter Luftwiderstand, weniger Kraftstoff-Verbrauch sowie gesenkte CO2-Emissionen: Volvo Trucks hat aerodynamische Änderungen vorgenommen – und ließ sich dabei von der Luftfahrt inspirieren.

Nach Aussage von Anders Tenstam, Senior Technology Expert Aerodynamics bei Volvo Trucks, habe man unkonventionelle Wege beschritten und eine Technik verwendet, die normalerweise bei Flugzeugen, Formel-1-Rennwagen und Windturbinen zum Einsatz kommt. (Foto: Volvo Trucks)

Volvo Trucks führt neue aerodynamische Verbesserungen ein und überträgt dabei ein Konzept aus der Luftfahrtindustrie auf seine schweren Lkw. Der Hersteller spricht von dezenten, jedoch wirkungsvollen Änderungen, welche die Aerodynamik deutlich verbessern sollen: Luftstromstabilisatoren an der Kabine, verlängerte Luftleitbleche und geänderte Chassis-Verkleidungen.

Effizienz steigern

Dadurch sollen Reichweite, Kraftstoffverbrauch und CO₂-Emissionen zusätzlich zu den bereits erzielten Effizienzsteigerungen um bis zu zwei Prozent verbessert werden. So sei der Volvo FH Aero mit diesen aerodynamischen Verbesserungen bis zu sieben Prozent sparsamer als der bisherige Volvo FH.

Diese neuen Features sind Unternehmensangaben zufolge ab sofort verfügbar. Sie werden in verschiedenen Kombinationen für die Modelle Volvo FH, Volvo FH Aero und Volvo FM angeboten - Luftstromstabilisatoren seien jedoch nur für den Volvo FH und Volvo FH Aero erhältlich. Die Vorteile gelten für alle Antriebsarten - Elektro-, Gas- und Diesel-Lkw, so der Hersteller.

„Die Zeit, die wir in Simulationen und im Windkanal verbracht haben, hat sich ausgezahlt - mit diesen neuen Kabinenmodifikationen bauen wir auf den großen aerodynamischen Verbesserungen des letzten Jahres auf, von denen unsere Kundinnen und Kunden profitieren werden“, erklärt Jan Hjelmgren, Head of Product Management, Volvo Trucks.

Luftstromstabilisatoren

Bei den Luftstromstabilisatoren handle es sich um die wichtigste Neuerung. Diese sind an den oberen Ecken der Kabine neben der Windschutzscheibe angebracht und steuern mit ihren schrägen Lamellen, wie die Luft um die Ecken der Kabine strömt.

Laut Anders Tenstam, Senior Technology Expert Aerodynamics bei Volvo Trucks, habe man unkonventionelle Wege beschritten und eine Technik verwendet, die normalerweise bei Flugzeugen, Formel-1-Rennwagen und Windturbinen zum Einsatz kommt.

„Die oberen Ecken der Kabine sind aerodynamisch äußerst kritisch, und dank unseres neuen Camera Monitor System (CMS) konnten wir hier neue Potenziale erschließen - durch den Einsatz kleiner Lamellen, die den Luftstrom im Mikrobereich steuern und so einen makroskopischen Effekt erzielen“, so Tenstam.

Ihm zufolge sollen diese Erkenntnisse es wiederum ermöglichen, weitere aerodynamische Konzepte einzuführen. Doch die Luftstromstabilisatoren haben nicht nur Vorteile bezüglich der Aerodynamik.

Zwei weitere Verbesserungen seien dadurch möglich: 50 Millimeter verlängerte Luftleitbleche verringern Herstellerangaben zufolge den Abstand zwischen Fahrerhaus und Aufliege und modifizierte Chassis-Verkleidungen würden eine bessere Ausrichtung mit dem hinteren Kotflügel ermöglichen.

Modernes Fahrerhaus

Der Gesamteffekt der drei neuen Merkmale sei dabei größer als die Summe der Einzeleffekte, so Volvo Trucks. Und beim Volvo FH Aero zeige sich, wie die Aerodynamik zur Verbesserung der Kraftstoffeffizienz bei einem modernen Lkw-Fahrerhauses beitragen kann.

Die Verlängerung des Fahrerhauses um 24 Zentimeter und verschiedene Modifikationen zur Verringerung des Luftwiderstands würden zu erheblichen Kraftstoffeinsparungen führen – vor allem auch bei Fernverkehrs-Lkw mit hohen Laufleistungen.