IKND-Analyse: E-Mobilität am Land hat großes Potenzial
Neue Chancen für eine kostengünstige und klimafreundliche Mobilität am Land birgt die Elektromobilität – sofern die richtigen Rahmenbedingen geschaffen werden. Dies zeigt die neue Analyse unveröffentlichter Umfragedaten der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) „Elektromobilität für die Mitte – Wie Hausbesitzerinnen und -besitzer auf dem Land profitieren können“. Das eigene Auto ist auf dem Land zumeist unverzichtbar und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben, so die einleitende Feststellung. Der Hochlauf der Elektromobilität sei eine der zentralen Aufgaben des designierten Verkehrsministers Patrick Schnieder.
Noch bremsen hohe Kaufpreise den Umstieg auf Elektroautos aus – vor allem in ländlichen Regionen, bilanzieren die Autoren. 65 Prozent der Hauseigentümer auf dem Land nannten dies als Haupthinderungsgrund in einer durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Klimaneutrales Deutschland durchgeführten Umfrage. Gleichzeitig sind Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer auf dem Land offen für Elektromobilität – vor allem, wenn sie zuhause laden können. So ist dies für 63 Prozent der befragten Hausbesitzerinnen und -besitzer mit Elektroauto der entscheidende Anschaffungsfaktor. Eine Kombination aus Solaranlage, Wallbox und digitalem Energiemanagement bietet dafür großes Potenzial, den Geldbeutel zu entlasten. Doch um dieses zu heben, bedarf es gezielter politischer Unterstützung.
„Jetzt braucht es kluge politische Impulse, um Elektromobilität auch für Menschen mit mittleren und kleinen Einkommen möglich zu machen. Ein ambitioniertes Förderprogramm für das E-Auto-Leasing könnten hier ein guter Weg sein, die finanziellen Einstiegshürden zu überwinden", erklärt Carolin Friedemann, Geschäftsführerin und Gründerin der Initiative Klimaneutrales Deutschland.
Intelligentes Laden senkt Kosten und verbessert die Netzintegration
Neben hohen Anschaffungskosten nennen die Hausbesitzerinnen und -besitzer als weitere Einstiegshürden eine zu geringe Reichweite sowie zu wenig Ladesäulen. Eine gut ausgebaute private Ladeinfrastruktur ist entscheidend für den Erfolg der Elektromobilität. Hier ist es wichtig, mit Hilfe von Smart Metern und bidirektionalem Laden günstigen überschüssigen Strom in die Haushalte zu bringen. Eigenheime systemdienlich in die Netzinfrastruktur einzubinden ist in anderen Ländern wie beispielsweise Großbritannien bereits gängige Praxis. Diese ist entscheidend, um die Stromkosten nachhaltig zu senken und die Elektromobilität voranzubringen.
Entscheidender Hebel: Laden am Arbeitsplatz
Wie offen Besitzerinnen und Besitzer von Elektroautos gegenüber weiteren emissionssparenden Technologien sind, wurde in der Umfrage deutlich: 73 Prozent der E-Autofahrerinnen und -fahrer besitzen bereits eine Photovoltaikanlage, 78 Prozent eine Wallbox und mehr als die Hälfte Speicher. Laden im (halb-) öffentlichen Raum Auch wenn im öffentlichen Raum der Ausbau der Ladeinfrastruktur vorangeht, bedarf es hier verstärkt intelligenter Standortkonzepte. Ein entscheidender Hebel ist das Laden am Zielort, beispielsweise am Arbeitsplatz. Dort kann in den Mittagsstunden – einer Zeit in der besonders viel erneuerbarer Strom aus Wind- und Solaranlagen zur Verfügung steht – systemdienlich geladen werden. Zudem sind Ladepunkte am Arbeitsplatz in der Regel effizient in die bestehende Energieinfrastruktur eingebunden und überlasten diese nicht.
Fazit: Der ländliche Raum profitiert von der Antriebswende
Menschen im ländlichen Raum profitieren von der Antriebswende. Die geplante Senkung der Steuern und Abgaben auf Strom wird diesen Trend verstärken. Wer eine Wall-Box besitzt, kann günstig laden. Noch mehr sparen Menschen mit einer eigenen PV-Anlage. Hier könnte eine gezielte Förderung Anreize bieten. Das im Koalitionsvertrag angekündigte Förderprogramm für Social-Leasing könnte dabei unterstützen, die hohen Anfangsinvestitionen zu stemmen.