Seoul Mobility Show 2025: Hyundai zeigt neuen Nexo
Hyundai gibt beim Thema Brennstoffzelle nicht auf und zeigt einen neuen Nexo. Der – Premiere: bei dieser Antriebsart, erstmals Anhängelast bietet! Die zweite Generation des Nexo unterstreicht Hyundais Engagement in der Wasserstoffmobilität und baut auf 27 Jahren Erfahrung in der Brennstoffzellentechnologie auf. Mit seiner Vorstellung bekräftigt Hyundai zudem sein Engagement für eine diversifizierte Elektrifizierungsstrategie, die über batterieelektrische Fahrzeuge und Hybride hinausgeht.
Viel mehr Leistung – und bis zu 1.000 kg Anhängelast
Der neue Nexo legt auch technisch ordentlich nach: Die Systemleistung steigt auf 190 kW (vorher 135 kW), die Beschleunigung verbessert sich auf 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h – vorher waren es 9,2 Sekunden. Der Elektromotor leistet jetzt bis zu 150 kW, während der Brennstoffzellen-Stack auf 110 kW gesteigert wurde. Die Batteriekapazität hat sich verdoppelt (von 40 auf 80 kW), und der Wasserstofftank fasst jetzt 6,69 kg statt 6,33 kg – ohne dabei den Innenraum zu verkleinern.
Auch bei der Aerodynamik wurde nachjustiert: Unterboden und Luftführung wurden optimiert, was der Effizienz zugutekommt. Die Geräuschentwicklung wird durch aktives Geräuschmanagement und leisere Reifen reduziert. In Europa darf der NEXO nun Anhänger bis zu 1.000 kg ziehen. Praktisch.
Auch der Nexo wurde (leider) größer
Innen ist mehr Platz als vorher. Der NEXO ist in Länge, Breite und Höhe gewachsen, was unter anderem für 993 Liter Ladevolumen (nach SAE) hinter der zweiten Sitzreihe sorgt. Die Sitze sind vorne optional als „Relax“-Variante mit Beinauflage erhältlich, hinten gibt’s mehr Kniefreiheit, Sitzbelüftung und einen größeren Neigewinkel.
Die Türen hinten öffnen jetzt um bis zu 80° – zehn Grad mehr als beim Vorgänger. Macht es angenehmer für Kindersitze und Großeinkäufe. Innen finden sich zahlreiche Stauraumlösungen, unter anderem in der Mittelkonsole, im Armaturenbrett und in den Türen.
Beim Cockpit zündet Hyundai die nächste Stufe
Der Nexo nutzt nun die neue Hyundai-Software „ccNC“ mit zwei gekrümmten 12,3-Zoll-Displays – eines fürs Cockpit, eines fürs Infotainment. Apple CarPlay und Android Auto funktionieren jetzt auch kabellos, ein Bang & Olufsen Soundsystem mit bis zu 14 Lautsprechern ist verfügbar. Es gibt zwei kabellose Ladeplätze fürs Smartphone – mit Kühlung, damit nichts heiß läuft. Das Head-up-Display ist 12 Zoll groß und projiziert Fahrdaten direkt in die Windschutzscheibe. Der Schalthebel ist übrigens verschwunden – jetzt wird über Tasten rechts hinter dem Lenkrad geschaltet, was Platz für mehr Ablage schafft.
Digital, vernetzt – und mit eingebauter Kamera
Neben dem digitalen Innenspiegel mit Reinigungsfunktion und den optionalen digitalen Außenspiegeln (je nach Markt), bringt der Nexo auch eine Dashcam mit: „Built-in Cam 2 Plus“ nimmt vorne und hinten auf – inklusive Ton, Bewegungsmelder für den Parkplatzmodus und hoher Auflösung. Der digitale Schlüssel kann per Smartphone (inkl. Apple Watch) genutzt und geteilt werden. NFC, Fingerabdrucksensor und personalisierte Profile sind ebenfalls an Bord – damit jeder erkennt: Das ist mein Nexo.
Auch in Sachen Sicherheit hat Hyundai nochmal nachgelegt
Sicherer wurde der neue Nexo natürlich auch: Neun Airbags, eine stabile Multisklettstruktur und heißgepresster Stahl sorgen für ein hohes Sicherheitsniveau. Die Assistenzsysteme umfassen u. a. Spurwechselwarnung mit Monitoranzeige, Notbremsassistenten, Einparkhilfen mit Fernbedienung, sowie einen Radarsensor-basierten Rücksitzalarm. Der Wagen wurde so konstruiert, dass er auch bei Seiten- und Frontalaufprall die Energie möglichst effizient verteilt.
Innen: Fast wie im Bioladen
Die Liste an Materialien liest sich fast wie aus einem Bio-Supermarkt: Bio-Leder, Bio-PU, recyceltes PET, Bio-Kunststoff, Leinenstoff, TPO, Lacke auf Pflanzenbasis. Dazu gibt’s Vehicle-to-Load-Funktion (innen und außen), sprich: Mit dem Nexo kann man auch mal den Laptop oder die Espressomaschine betreiben – wenn’s sein muss, sogar auf einem Parkplatz mitten im Nirgendwo.
Kreativ gab sich Hyundai bei den Farbbezeichnungen: Sechs Lackierungen stehen zur Wahl, darunter ein Farbton namens „Goyo Copper Pearl“, inspiriert von koreanischer Natur. „Goyo“ bedeutet „still“ oder „gelassen“. Klingt poetisch – und sieht vermutlich auch so aus. Der Nexo wird in einem aufwendigen Drei-Schicht-Lackierungsverfahren lackiert, das einen mehrdimensionalen Effekt erzeugt. Dadurch verändert sich die Karosseriefarbe je nach Lichteinfall und Umgebung.
Was bedeutet das?
Hyundai bleibt der Brennstoffzelle treu. Allerdings kann die keine Leistungsexplosionen wie der batterieelektrische Antrieb bieten und man muss die Preise abwarten, denn schon der bisherige Nexo war kein „Schnapper“. Und auch wenn der Neue in alle Richtungen gen obere Mittelklasse wuchs – die Zukunft der Brennstoffzelle in Deutschland hängt am wackeligen Tankstellennetz – und das wächst nicht (mehr) so richtig. Umso mutiger von Hyundai, hier einen neuen Nexo nachzulegen!