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Deutsche Post: Neuer Tarifvertrag mit mehr Geld und zusätzlichem Urlaub

In der vierten Verhandlungsrunde haben sich die Deutsche Post und Ver.di auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt – im April 2025 werden die Vergütungen um zwei Prozent erhöht, im April 2026 erfolgt eine weitere Erhöhung von drei Prozent.

Laut der stellvertretenden Ver.di-Vorsitzenden und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis konnten gegenüber dem in der dritten Tarifverhandlungsrunde von den Arbeitgebern vorgelegten Angebot Verbesserungen bezüglich Entgelterhöhung, Laufzeit und Urlaub erreicht werden. (Foto: Dhl Group)

Zunächst liefen die Verhandlungen zäh, doch in der vierten Verhandlungsrunde konnten Deutsche Post und die Gewerkschaft Ver.di eine Einigung erzielen.

Mehr Lohn, mehr Urlaub

Der neue Tarifvertrag gelte für circa 170.000 Beschäftigte der Deutsche Post AG und sehe in Summe fünf Prozent mehr Lohn für alle tarifbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie alle Auszubildenden und BA-Studierenden vor: zwei Prozent zum 01.04.2025 und weitere drei Prozent zum 01.04.2026.

„Das ist ein ordentliches Ergebnis, das ohne den Druck und die hohe Streikbereitschaft unserer Mitglieder so nicht hätte erreicht werden können“, sagte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis.

Eine zentrale Forderung der Gewerkschaft betraf den Urlaub: Alle Beschäftigten erhalten nun einen zusätzlichen Urlaubstag, ab dem 16. Beschäftigungsjahr erhalten Beschäftigte einen weiteren zusätzlichen freien Tag. Der neue Tarifvertrag hat, so die Angaben, eine Laufzeit von 24 Monaten und ist frühestmöglich zum 31.12.2026 kündbar.

Herausforderungen für Post&Paket

Nach Aussage von Thomas Ogilvie, Konzernvorstand Personal und Arbeitsdirektor der Deutsche Post AG habe die Schwierigkeit darin bestanden, dass es angesichts der Geschäftsentwicklung bei Post & Paket Deutschland kaum Spielraum für Lohnerhöhungen gab.

„Dennoch war es uns wichtig, eine Einigung zu erzielen. Nach einem sehr hohen Tarifabschluss im Jahr 2023 realisieren wir jetzt erneut Lohnsteigerungen, die die Kaufkraft unserer Beschäftigten über die vereinbarte Laufzeit des Tarifvertrags erhalten“, so Ogilvie.

Für die Kunden wiederum bedeute die Einigung, dass der Fokus wieder auf dem Service liegen könne. „Die strukturellen Probleme, die Post & Paket Deutschland belasten, sind mit der Einigung allerdings nicht vom Tisch“ , unterstreicht Ogilvie.

Struktureller Umbau

Nach Unternehmensangaben befindet sich Post & Paket Deutschland inmitten des Umbaus vom Brief- zum Paketgeschäft. Der strukturelle Briefmengenrückgang habe sich deutlich beschleunigt, das regulatorische Umfeld sei nachteilig, zudem sei die Kostenbelastung durch die letzten Tarifabschlüsse bedeutend.

So werde die vereinbarte Tariferhöhung das Unternehmen im Jahr 2026 strukturell mit 360 Millionen Euro zusätzlichen Kosten belasten. Zugleich bestehe aber weiterhin ein hoher Investitionsbedarf - zum Umbau der Infrastruktur des Brief- und Paketnetzes sowie in die ökologische Nachhaltigkeit des Unternehmensbereichs.

„In diesem schwierigen Umfeld ist es nun unsere Aufgabe, den Umbau des Unternehmensbereichs voranzutreiben und die Profitabilität von Post & Paket Deutschland zu sichern, um weiter in den Umbau unserer Netze und die Qualität unserer Dienstleistung investieren zu können“, so Nikola Hagleitner, Vorständin Post & Paket Deutschland. Sie ergänzt: „Mit Blick auf das Umfeld und diesen Tarifabschluss werden wir daher unsere Kostensenkungsmaßnahmen konsequent erweitern und beschleunigen müssen.“