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DSV meldet solides Wachstum und startet Schenker-Integration

Der Logistikkonzern setzt trotz schwacher Märkte auf Synergien aus der Schenker-Übernahme. Im Fokus stehen strukturelle Anpassungen und Effizienzsteigerungen in Europa.

Vernetzt, effizient, zukunftssicher: Das globale Logistiknetz bildet das Rückgrat der internationalen Wachstumsstrategie von DSV. (Symbolbild: KI-generiert)

Die DSV-Gruppe hat im zweiten Quartal 2025 ein Betriebsergebnis vor Sondereffekten von 4.725 Millionen Dänischen Kronen erzielt. Das geht aus dem am 31. Juli 2025 veröffentlichten Zwischenbericht hervor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg gegenüber den 4.099 Millionen Dänischen Kronen aus dem zweiten Quartal 2024. Die Steigerung resultiert laut DSV aus einer stabilen organischen Entwicklung, insbesondere im Luft- und Seefrachtbereich, sowie einem Ergebnisbeitrag von 925 Millionen Dänischen Kronen aus der Akquisition von Schenker.

Der Konzernumsatz belief sich im zweiten Quartal auf 61.983 Millionen Dänischen Kronen und lag damit deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres von 41.157 Millionen Dänischen Kronen. Der bereinigte Free Cash Flow stieg im Quartalsvergleich auf 3.982 Millionen Dänischen Kronen (Vorjahr: 1.229 Millionen Dänischen Kronen). Die Cash Conversion lag laut Bericht bei 143 Prozent. Der pro forma ermittelte Verschuldungsgrad beträgt 2,7. 

Entwicklung in den Geschäftsbereichen

Die Division Air & Sea steigerte ihr Ergebnis vor Sondereffekten im zweiten Quartal auf 3.461 Millionen Dänischen Kronen. Im Vorjahr hatte das Ergebnis 2.898 Millionen Dänischen Kronen betragen. DSV berichtet von einem positiven organischen Wachstum in diesem Bereich, unterstützt durch eine höhere Bruttomarge und den Ergebnisbeitrag von Schenker.

Im Bereich Landverkehr (Road) sank das Betriebsergebnis vor Sondereffekten auf 520 Millionen Dänischen Kronen. Im Vorjahr lag dieses noch bei 549 Millionen Dänischen Kronen. Der Beitrag von Schenker wirkte sich zwar positiv aus, doch laut Unternehmensangaben litt die Geschäftsentwicklung unter einer insgesamt geringen Transportaktivität und schwachen Marktbedingungen in Teilen Europas und der Vereinigten Staaten.

Die Kontraktlogistik verzeichnete im zweiten Quartal ein Betriebsergebnis vor Sondereffekten von 724 Millionen Dänischen Kronen nach 661 Millionen Dänischen Kronen im Vorjahr. Der Ergebniszuwachs resultierte laut Bericht überwiegend aus dem Schenker-Zukauf, während das organische Wachstum als verhalten beschrieben wird. Die Division fokussiert sich weiterhin auf Maßnahmen zur Margensteigerung und zur Optimierung der Kapitalrendite.

Akquisition und Integration von Schenker

DSV hat die Übernahme von Schenker am 30. April 2025 abgeschlossen. In der Folge trug Schenker mit zwei Monaten Geschäftstätigkeit zum Quartalsergebnis bei. Die Integration ist nach Unternehmensangaben gut angelaufen. Bereits im Mai 2025 hat DSV ein neues globales Führungsteam etabliert, dem über 500 Führungskräfte angehören. In Deutschland fanden nach Angaben aus dem Bericht intensive Verhandlungen mit den Betriebsräten statt. Diese führten zu einer Rahmenvereinbarung, die es dem Unternehmen erlaubt, die Integration in Deutschland im zweiten Halbjahr 2025 zu starten. Die operative Umsetzung beginnt ab dem dritten Quartal 2025 in ersten Ländern, zunächst mit den Luft- und Seefrachtaktivitäten.

Synergieziele und Integrationskosten

DSV bekräftigt in seiner Mitteilung das Ziel, bis Ende 2028 jährliche Synergien in Höhe von neun Milliarden Dänischen Kronen zu realisieren. Rund 50 Prozent der Integration sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein, 75 Prozent bis Ende 2027. Die Gesamtkosten für Transaktion und Integration werden weiterhin auf elf Milliarden Dänischen Kronen beziffert. Der größte Teil dieser Kosten werde in den Jahren 2026 und 2027 anfallen. Sie werden über die Gewinn- und Verlustrechnung als Sondereffekte verbucht.

Für das laufende Jahr erwartet DSV einen begrenzten Synergieeffekt aus der Schenker-Integration in Höhe von 500 bis 600 Millionen Dänischen Kronen. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen mit Sonderkosten für Restrukturierung und Integration von zwei bis 2,5 Milliarden Dänischen Kronen. Die Amortisation aus der Kaufpreisallokation wird auf unter 500 Millionen Dänischen Kronen geschätzt, zuvor lag die Prognose bei genau diesem Wert. Die effektive Steuerquote für 2025 wird mit 26 bis 28 Prozent angegeben und damit über dem bisherigen Richtwert von 24 Prozent. Langfristig hält DSV an der Zielmarke von 24 Prozent fest.

Veränderung im Vorstand

Im Zuge der Akquisition beabsichtigte der DSV-Vorstand ursprünglich, den früheren Vorstandsvorsitzenden von Schenker, Jochen Thewes, für einen Sitz im DSV-Verwaltungsrat zu nominieren. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, hat Thewes inzwischen ein neues Vorstandsmandat bei einem Unternehmen angenommen, das global in Lieferketten investiert. Aus diesem Grund wurde die geplante Nominierung in gegenseitigem Einvernehmen nicht weiterverfolgt. Die Nachfolgeplanung für den Vorstand laufe derzeit, teilte DSV mit.

Prognose für das Gesamtjahr 2025

Die Ergebniserwartung für das Geschäftsjahr 2025 bleibt unverändert. DSV prognostiziert ein Betriebsergebnis vor Sondereffekten in der Spanne von 19,5 bis 21,5 Milliarden Dänischen Kronen. Diese Prognose basiert auf den Ergebnissen des ersten Halbjahres und den Annahmen für das zweite Halbjahr. Das Unternehmen weist jedoch auf bestehende Unsicherheiten hin. Diese ergeben sich laut Bericht unter anderem aus geopolitischen Spannungen, der Entwicklung globaler Handelszölle und makroökonomischer Risiken. Insbesondere verweist DSV auf mögliche Auswirkungen der Lage im Roten Meer. Sollte sich die Marktlage unerwartet ändern, behält sich DSV vor, seine Kapazitäten und Kostenstrukturen entsprechend anzupassen. (av)