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Porsche passt Prognose für Gesamtjahr 2025 an

Im zweiten Halbjahr 2025 will Porsche auf dem Gas bleiben – allerdings nicht auf der Ideallinie, sondern auf einer Strecke voller Schlaglöcher. Das globale Umfeld ist alles andere als eine Autobahn ohne Tempolimit, und so schaltet die Porsche AG in den Strategie-Modus und nimmt ihre Neuausrichtung beherzt in Angriff.

Gerade laufen Porsches Geschäfte nicht so glänzend, aber: Die Marke verdient weiter Geld! | Foto: Porsche

Im ersten Halbjahr 2025 rollte Porsche mit einem Konzernumsatz von 18,16 Milliarden Euro ins Ziel – etwas weniger als im Vorjahr (19,46 Milliarden Euro), aber immer noch ein solides Rennen. Das operative Konzernergebnis fiel mit 1,01 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,06 Milliarden Euro) etwas gedämpfter aus – die operative Umsatzrendite landete bei 5,5 Prozent (Vorjahr: 15,7 Prozent). Klar, bei dem aktuellen Gegenwind aus der Weltwirtschaft und geopolitischen Turbulenzen kein Wunder. Was Vorstandschef Oliver Blume in gewohnt „blumiger“ Art kommentiert:

„Es ist kein kurzes Gewitter, das vorbeizieht – wir fahren hier eher durch ein langes, unberechenbares Wettertief.“

Immerhin kommt die neue Modellpalette bei den Kundinnen und Kunden nicht so schlecht an wie gedacht und für 2026 rechnet Porsche wieder mit einer „freieren Piste“. Blume erklärt dazu:

„Die Welt dreht sich gerade anders als geplant, also drehen wir bei Porsche an den richtigen Stellschrauben.“

Blume benennt klar die größten Baustellen: in China sind importierte Luxusautos kein Selbstläufer mehr, in den USA bremsen Importzölle das Geschäft, dazu kommt ein schwankender Dollar und die Elektromobilität startet verhaltener als gedacht durch – was sich spürbar aufs Zulieferernetz auswirkt.

Doch Porsche denkt nicht ans Ausrollen. Stattdessen plant man eine strategische Reskalierung (was bedeutet, dass man perspektivisch korrekterweise nicht mehr mit steigenden Stückzahlen rechnet) und Rekalibrierung, mit insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro Sonderaufwendungen im ersten Halbjahr. Davon sollen 200 Millionen Euro in die Neuausrichtung fließen, 500 Millionen in Batterieprojekte, und 400 Millionen Euro stellt man mal für „Preisschutzmaßnahmen“ in den USA ein, damit die Porsche-Preise dort nicht durch die Decke gehen, die Zölle lassen grüßen.

Value over Volume - tendenziell wird die Produktion eher gedrosselt als mit Rabatt in den Markt gedrückt

Dazu geht es in die nächste Verhandlungsrunde mit der Arbeitnehmervertretung. Laut Finanz- und IT-Vorstand Jochen Breckner liegt der Fokus dabei auf nachhaltiger Rentabilität – „Value over Volume“ bleibt das Mantra – heißt: Weniger zu produzierende Autos brauchen auch weniger Mitarbeiter.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt aber, dass die so schlecht gar nicht sind, auch wenn sie allesamt in die Knie gingen: Der Netto-Cashflow Automobile sank auf 394 Millionen Euro (im Vorjahr waren es noch 1,12 Mrd. Euro) und die Cashflow-Marge ging auf 2,4 % runter, (sie lag im Vorjahr bei 6,3 %)

Weltweit lieferte man 146.391 Fahrzeuge statt 155.945 aus, was einem Rückgang von nur 6,1% entspricht. Der Elektrifizierungsgrad liegt aktuell bei 36,1 % (davon 23,5 % vollelektrisch, 12,6 % Plug-in), besonders erfreulich ist die Europa-Quote an E-Fahrzeugen, die rund 57% beträgt, womit man das selbst gesteckte Ziel übertroffen hat. Grund dafür ist der Topseller Macan mit 45.137 Auslieferungen, der in der EU (aktuell) nur noch als Stromer geliefert wird. In Nordamerika sowie in Übersee- und Wachstumsmärkten gab’s sogar neue Auslieferungsrekorde, was aber auch damit zusammenhängen dürfte, dass sich diverse Händler noch vorab mit „zollfreier Ware“ eindeckten. Finanzvorstand Jochen Breckner sieht auch „positive Impulse aus unseren Individualisierungs-Angeboten.“
 

Batteriezellen mit Startknopf

Immerhin: Bei der Porsche-Tochter V4Smart läuft es rund – wortwörtlich. Die neue Produktionslinie in Nördlingen ist am Netz. Gemeinsam mit der Anlage in Ellwangen derzeit die einzige europäische Produktionsstätte für High-Performance-Lithium-Ionen-Rundzellen.

Nach der jüngsten Zolleinigung zwischen EU und den USA hat Porsche seinen 2025-Ausblick leicht angepasst. Den Zöllen will man, soweit möglich, mit Preiserhöhungen begegnen, und der Konzernumsatz wird wie bisher bei 37–38 Milliarden Euro erwartet, bei einer allerdings schlanken Umsatzrendite von 5–7 % und einer Netto-Cashflow-Marge bei den Automobilen von 3–5 %. Eingepreist sind auch Sondereffekte von rund 1,3 Milliarden Euro für die strategische Neuausrichtung. Auch das gehört zum Kurswechsel auf Sicht – mit fester Hand am Steuer.

Was bedeutet das?

Vor allem der Abfall der Rendite belastet Porsche – und ja, die war bei Skoda besser, aber: Porsche verdient immer noch Geld und hat im ersten Halbjahr ähnlich viele Autos ausgeliefert wie 2024. Allerdings dürfte die Märkte in China und den USA merklich schwächer werden. Aber darauf stellt man sich ein – und steuert gegen.