BUS

20 Jahre „Bus-Engel“ im hvv: So funktioniert Gewaltprävention im Nahverkehr

Ob an Haltestellen oder im Bus – das Projekt setzt auf Verantwortung statt Wegsehen. Die Verbindung aus Theorie und Praxis vermittelt Jugendlichen ab der 7. Klasse wichtige Fähigkeiten für ein respektvolles Miteinander im öffentlichen Raum.

Jugendliche setzen ein Zeichen für Zusammenhalt und Verantwortung – das Schulprojekt „Bus-Engel“ fördert seit 20 Jahren soziales Miteinander im öffentlichen Nahverkehr. | Foto: Hannah Busing via Unsplash

Seit dem Jahr 2003 wurden in den Kreisen Pinneberg und Segeberg über 10.000 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Schulprojekts „Bus-Engel“ ausgebildet. Ziel des Projekts ist es, Zivilcourage zu fördern, respektvolles Verhalten zu stärken und durch gewaltfreies Handeln die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) zu erhöhen. Das Projekt ist Teil der hvv Schulprojekte und wird im Auftrag der beiden Kreise durchgeführt. Kooperationspartner sind unter anderem Verkehrsunternehmen im Hamburger Verkehrsverbund (hvv).

Vom Modellversuch zum festen Bestandteil im ÖPNV

Das Projekt begann 2003 mit nur zwei Mitarbeiterinnen, wenigen Schulen und 22 Teilnehmenden. Bereits 2006 wurde der 500. Bus-Engel ausgebildet, 2010 folgte der 2.000., 2017 der 5.000. Jugendliche. Bis heute hat sich die Zahl der Teilnehmenden auf über 10.000 verdoppelt – ein Hinweis auf die gewachsene Akzeptanz an den beteiligten Schulen.

„10.000 Bus-Engel – das bedeutet 10.000 Mal gelebte Verantwortung, Respekt und Zivilcourage. Ich bin stolz auf alle Beteiligten, die dieses Projekt möglich machen – und auf jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler, die sich für andere stark machen. Das ist echte Präventionsarbeit mit Herz und Wirkung“,

so Susanne Rieschick-Dziabas, Leiterin der hvv Schulprojekte.

Heute ist das Projekt fest im Angebot der hvv Schulprojekte verankert. Die Inhalte wurden mehrfach überarbeitet und zuletzt 2023 unter dem offiziellen Projektnamen „Bus-Engel – Gewaltprävention in den Kreisen Pinneberg und Segeberg“ aktualisiert.

Zweistufiges Trainingsmodell mit Praxisbezug

Die Ausbildung der Bus-Engel erfolgt in einem zweistufigen Modell: Basismodule ab Jahrgangsstufe 7 sowie darauf aufbauende Module für höhere Klassen. Die Trainings sind flexibel gestaltet und können an die Bedürfnisse einzelner Schulen angepasst werden.

Die Schulung kombiniert theoretische Inhalte mit praktischen Übungen. An drei bis vier Tagen werden insgesamt 16 Unterrichtsstunden bzw. 12 Zeitstunden absolviert. Ein Teil des Trainings findet in einem Linienbus statt, um typische Alltagssituationen realitätsnah zu erproben. Vermittelt werden u. a. der Umgang mit Konflikten, deeskalierendes Verhalten sowie das Übernehmen von Verantwortung – ohne dabei die eigene Sicherheit zu gefährden.

Jubiläumsveranstaltung in Norderstedt

Anlässlich des Erreichens der Marke von 10.000 ausgebildeten Bus-Engeln fand eine Jubiläumsveranstaltung im Kulturwerk Norderstedt statt. Neben langjährigen Projektverantwortlichen, Trainerinnen und Kooperationspartnern nahmen auch aktuelle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schule am Burgfeld aus Bad Segeberg teil.