Verkehrsetat 2025: Weniger Mittel, aber Schwerpunkt bleibt auf Investitionen
Der Bundeshaushalt 2025 sieht für das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) Ausgaben in Höhe von 38,26 Milliarden Euro vor. Das geht aus dem Gesetzentwurf zum Haushaltsgesetz 2025 (Drucksache 21/500) hervor. Damit liegt der Ansatz rund sechs Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert. Trotz der Kürzung bleibt der Verkehrsetat der größte Investitionshaushalt des Bundes.
Aus Sicht der Güterverkehrsbranche ist der Haushaltsentwurf ein gemischtes Signal: Auf der einen Seite bleibt der Etat investitionsstark. Auf der anderen Seite zeigen sich klare Prioritäten, die für Transportunternehmen sowohl Chancen als auch Unsicherheiten mit sich bringen.
Im Einzelplan 12 sind Investitionen in Höhe von 23,72 Milliarden Euro vorgesehen. Zusätzlich stehen 11,71 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur bereit. Die Einnahmen des Ministeriums sollen bei 14,23 Milliarden Euro liegen, davon entfallen 13,37 Milliarden Euro auf die Lkw-Maut – 1,77 Milliarden Euro weniger als im Jahr 2024.
Schwerpunkt auf Bestandserhalt und digitale Modernisierung
Für die Bundesfernstraßen sind im Haushaltsentwurf Ausgaben in Höhe von 10,82 Milliarden Euro eingeplant. Davon entfallen 9,39 Milliarden Euro auf Planung, Bau, Erhaltung und Betrieb. Die Investitionen der Autobahn GmbH sinken auf 3,63 Milliarden Euro (2024: 6,03 Milliarden Euro), für Planung, Betrieb und Verwaltung stehen 2,08 Milliarden Euro bereit.
Besonderes Augenmerk legt der Haushaltsentwurf auf den Erhalt bestehender Infrastrukturen. Der Bund verfolgt ausdrücklich die Strategie „Netzerhaltung vor Netzausbau“. Ein großer Teil der Mittel aus dem Sondervermögen ist daher für die Sanierung von Brücken eingeplant – insgesamt 2,5 Milliarden Euro.
Darüber hinaus benennt der Haushaltsplan eine stärkere Förderung digitaler Infrastruktur. Unter anderem sollen Testfelder für automatisiertes Fahren, KI-gestützte Verkehrssteuerung und digitale Anwendungen auf Straße, Schiene und Wasserstraße weiterentwickelt werden. Die Bundesregierung nennt diese Projekte einen wichtigen Baustein für mehr Effizienz und Klimaschutz im Verkehrssektor.
Einordnung aus Branchensicht: Straßengüterverkehr profitiert – aber Unsicherheiten bleiben
Für Unternehmen im Straßengüterverkehr setzt der Haushalt an mehreren Stellen positive Impulse. Die hohe Mittelausstattung für den Erhalt des Fernstraßennetzes und insbesondere für Brückensanierungen entspricht einer zentralen Forderung der Branche. Der schlechte Zustand vieler Brücken – insbesondere auf stark frequentierten Routen – hat in den vergangenen Jahren regelmäßig zu Sperrungen und Umwegen geführt. Investitionen in den Bestand wirken sich daher direkt auf die Zuverlässigkeit der Lieferketten aus.
Gleichzeitig wirft der Rückgang der Einnahmen aus der Lkw-Maut – laut Haushaltsentwurf von 15,14 auf 13,37 Milliarden Euro – Fragen auf. Zwar werden keine neuen Belastungen angekündigt, doch aus Branchensicht könnte die Differenz künftig Druck erzeugen, die Mautregelung erneut anzupassen oder auszuweiten.
Schieneninvestitionen sinken – Verlagerung in Sondervermögen
Für die Bundesschienenwege sind 12,6 Milliarden Euro vorgesehen – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 16,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Haushaltsentwurf begründet das mit einer Verlagerung wichtiger Posten in das Sondervermögen. Dazu gehören etwa der Infrastrukturbeitrag zur Erhaltung der Schienenwege (vormals 7,47 Milliarden Euro) sowie Mittel zur Ausstattung mit dem Europäischen Zugsicherungssystem ERTMS (vormals 1,08 Milliarden Euro).
Gleichzeitig steigen die Mittel zur Reduzierung der Trassenpreise im Schienengüterverkehr auf 275 Millionen Euro. Für Betreiber kombinierter Verkehre ist das ein wichtiges Signal. Geringere Netznutzungsentgelte stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengütertransports. Allerdings könnte der Rückgang an direkten Investitionen in die Infrastruktur mittelfristig die Leistungsfähigkeit des Netzes beeinträchtigen – insbesondere bei Neu- und Ausbauprojekten.
Die Deutsche Bahn AG soll eine Eigenkapitalerhöhung um 8,48 Milliarden Euro erhalten, hinzu kommt ein Bundesdarlehen über drei Milliarden Euro für Investitionen in die bundeseigene Schieneninfrastruktur.
Kommunale Förderung verdoppelt – Digitalisierung langfristig relevant
Auch im kommunalen Bereich setzt der Bund auf Ausbau. Die Mittel zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden steigen auf zwei Milliarden Euro. Finanzhilfen an die Länder für den öffentlichen Schienenpersonennahverkehr steigen auf 1,11 Milliarden Euro, Investitionszuschüsse für staatsnahe Unternehmen wie die Deutsche Bahn AG auf 888,9 Millionen Euro.
Die geplanten Digitalisierungsmaßnahmen, etwa Testfelder für automatisiertes Fahren und KI-basierte Verkehrsanwendungen, bieten langfristig auch Potenzial für die Güterverkehrsbranche. Kurzfristig dürften die Effekte aber gering bleiben, da flächendeckende Anwendungen und Standards fehlen.
Fazit: Solide Basis, aber wenig Spielraum für Zukunftsinvestitionen
Für die Transport- und Logistikbranche bietet der Haushalt 2025 eine weitgehend solide Grundlage – insbesondere mit Blick auf die Erhaltung der Straßeninfrastruktur. Die digitale Modernisierung und gezielte Förderung des Schienengüterverkehrs setzen strategische Akzente. Gleichzeitig führen die Kürzungen im Schienenbereich und die Umschichtung in Sondervermögen zu Unsicherheiten in der mittelfristigen Investitionsplanung.