Trump streicht E-Auto-Förderung und setzt auf Verbrenner
Mit der Verabschiedung des umstrittenen Steuergesetzes im Kongress kappt die US-Regierung zugleich die Prämien für den Kauf von Elektrofahrzeugen von bis zu 7.500 US-Dollar. Daneben werden auch Beihilfen für Windräder und Zuschüssen zur Reduzierung von Luftverschmutzung und Treibhausgasemissionen. Trumps sogenannte „Big beautiful bill“, englisch für „großes, wunderschönes Gesetz“ kassiert damit die Beihilfen, die Vorgänger Joe Biden 2022 als wichtigen Bestandteil seines Inflationsreduktionsgesetzes (IRA) eingeführt hatte. Befürchtet wird nun ein ähnlicher Einbruch des E-Auto-Markts in den USA wie nach Streichung des Umweltbonus von 4.000 Euro in Folge des Sparurteils des Bundesverfassungsgerichts Ende 2023.
Eine aktuelle Analyse des Thinktanks BloombergNEF prognostiziert zwar eine Verlangsamung des Verkaufs von E-Autos in Folge der Streichung, aber keinen Stopp, wie die Tageszeitung taz aus der Untersuchung berichtet. Bisher rechnete man für das Jahr 2030 mit 48 Prozent der verkauften Neuwagen als e-Autos, nun rechnen das Salata Institute for Climate and Sustainability der Harvard Universität nur noch mit 37 Prozent. Allerdings werde mittelfristig der Siegeszug der Elektrischen andauern, sind die Experten sicher. E-Autos seien besser und billiger geworden, zudem gebe es deutlich mehr Modelle. Der Anstieg der Verkaufszahlen ohne Subventionen verlangsame sich um etwa zwei Jahre. Aktuell sind 26 Prozent der in den USA verkauften Personenkraftfahrzeuge mit elektrischem Antrieb ausgestattet.
Zahl der günstigeren E-Autos steigt, Rabatte auch
Nach der Einführung des IRA hatte sich der Preis eines Elektroautos in den USA von Anfang 2023 64.700 US-Dollar auf im April 2025 59.900 Dollar reduziert, inflationsbereinigt 7,4 Prozent minus. Zudem können Kaufanreize in 17 US-Bundesstaaten die Kosten weiter drücken und Autohersteller sowie Händler räumen üppige Rabatte ein. So kostet ein Nissan Leaf mittlerweile unter 20.000 Dollar, berichtet die taz weiter. Vor gut zwei Jahren gab es auch nur 11 E-Modelle für weniger als 47.500 Dollar, heute die doppelte Zahl. Die Streichung der Zuschüsse werde vor allem nicht so begüterte Käufer*innen treffen, schätzt Ingrid Malmgren von der Elektroauto-Lobbyvereinigung Plug In America zu Bloomberg, wie generell viele der Maßnahmen im Steuerpaket übermäßig von Amerikanern mit niedrigem Einkommen bezahlt würden.
Über die E-Auto-Prämie hinaus legt Trumps Gesetz auch einen Fünf-Milliarden-Dollar-Plan für den Bau von Ladestationen an zwischenstaatlichen Korridoren und in Gemeinden mit niedrigem Einkommen auf Eis. Die Trump-Regierung will zudem fossile Emissionen weniger stark regulieren, das in Kalifornien geplante Aus für den Verkauf von Verbrennermotoren wie es auch in der EU vorgesehen ist, will Trump schlicht verbieten. Bezieht man diese Faktoren noch mit ein, werde das die Dynamik des Verkaufs von E-Autos noch weiter abbremsen. Gemäß BloomergNEF-Prognose würden dann bis 2030 insgesamt nur 27 Prozent des US-Automarktes elektrisch sein. Damit dürften die USA als relevanter E-Auto-Markt ziemlich aus-, zumindest stark zurückfallen: In China waren bereits im Juli 2024 erstmals mehr E-Fahrzeuge (BEV&PHEV) als Verbrenner zugelassen worden.