Digitaler Notruf im Test: DB zieht Bilanz zur Sicherheits-App am Hauptbahnhof
Die Deutsche Bahn hat das Pilotprojekt zur Hilferuf-App „SafeNow“ am Hamburger Hauptbahnhof abgeschlossen. Seit Oktober 2023 konnten Reisende, DB-Mitarbeitende sowie Mieterinnen und Mieter am Bahnhof die App im Alltag testen. Das Projekt soll planmäßig am 30. Juni 2025 enden. Ziel ist es, einen app-gestützten Hilferufprozess unter realen Bedingungen zu erproben.
Funktionsweise der App „SafeNow“
Die im Pilotprojekt getestete App „SafeNow“ ermöglicht es Nutzenden, mit nur einem Klick unauffällig Hilfe zu rufen. In sogenannten SafeNow Zonen – etwa an Bahnhöfen, auf Veranstaltungen oder in öffentlichen Einrichtungen – verbindet die App Hilfesuchende direkt mit dem zuständigen Sicherheitspersonal vor Ort, inklusive metergenauer Standortübermittlung, auch innerhalb von Gebäuden. Außerhalb dieser Zonen lässt sich die App im privaten Umfeld nutzen, etwa in Gruppen mit Familie, Freunden oder Kolleg:innen.
In Notfällen kann ein lauter Signalton ausgelöst werden, der auch bei aktivem „Nicht stören“-Modus hörbar ist. Der Live-Standort wird ausschließlich im Alarmfall übermittelt. Die App ist kostenlos nutzbar und verzichtet auf Werbung, Abo-Modelle oder Datentracking.
Langzeitstudie mit wissenschaftlicher Begleitung
Die Erprobung fand im Rahmen des Forschungsvorhabens „Sicherheitsbahnhof“ statt und wurde wissenschaftlich begleitet. Im Fokus stand die Praxistauglichkeit des digitalen Hilferufs sowie die Zusammenarbeit mit den Sicherheitspartnern vor Ort, insbesondere der Bundespolizei und DB Sicherheit.
Ergebnisse und Perspektiven
Erste Auswertungen zeigen, dass eine Hilferuf-App das subjektive Sicherheitsgefühl der Nutzerinnen und Nutzer stärken kann. Für eine mögliche bundesweite Einführung sind jedoch weitere Schritte erforderlich. Insbesondere müssen die Alarmierungs- und Einsatzprozesse mit den technischen Systemen aller beteiligten Sicherheitspartner kompatibel gemacht werden.
Ende der App-Nutzung am Bahnhof
Mit dem Abschluss des Pilotprojekts endet auch die Möglichkeit, die Bundespolizei und DB Sicherheit über die App am Hamburger Hauptbahnhof zu alarmieren. Reisende können weiterhin die bestehenden Notrufkanäle nutzen.
Sicherheitsmaßnahmen bleiben bestehen
Das Sicherheitskonzept des Bahnhofs umfasst auch weiterhin eine sichtbare Präsenz von Sicherheitspersonal, darunter sogenannte Quattrostreifen, sowie Kameraüberwachung und spezielle Beleuchtungskonzepte. Diese Maßnahmen sollen zur Aufrechterhaltung des Sicherheitsgefühls beitragen.
Forschungsvorhaben „Sicherheitsbahnhof“
Das Projekt war Teil des gemeinsamen Forschungsvorhabens von Bundespolizei und Deutscher Bahn, das vom Bundesministerium des Innern (BMI) und dem Bundesministerium für Verkehr (BMV) unterstützt wird. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung innovativer Sicherheitslösungen für Bahnhöfe unter realen Bedingungen.