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Branchenreport Radlogistik 2025: 6.000 Jobs - und kaum Hilfe von der Politik

Trotz mangelnder Rückdeckung von Seiten der Politik vermeldet die Radlogistik-Branche Zuwächse, schafft sichere und nachhaltige Jobs. Der Verband fordert bessere Rahmenbedingungen. Bei Ausschreibungen soll es eine "sustainable first"-Klausel geben, bessere Radinfrastruktur und spezielle Lastenrad-Förderung im Leasing. 

Auf den Punkt gebracht: An griffigen Slogans mangelt es der Radlogistik-Branche nicht, eher schon an politischer Flankierung für emissionsfreie Mikromobilität. | Foto: RLVD

Die Radlogistik-Branche in Deutschland wächst weiter und schafft nachhaltige Arbeitsplätze: Laut dem heute veröffentlichten Branchenreport 2025 des Radlogistik Verbands Deutschland e.V. (RLVD) waren 2024 bundesweit etwa 6.000 Personen im Ökosystem Radlogistik beschäftigt – ein Zuwachs von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig leistet die Branche einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit: Die geringen Unfallzahlen sprechen deutlich für die Radlogistik nur wenige Unfälle mit Lastenradbeteiligung aus der Branche wurden registriert.

"Radlogistik schafft nicht nur sichere Jobs auf dem Sattel, sondern macht auch die Jobs von anderen auf der Straße sicherer", betont Tom Assmann vom RLVD-Vorstand. Das insgesamt niedrige Unfallgeschehen zeigt, dass Radlogistik eine stadt- und sozialverträgliche Alternative im urbanen Wirtschaftsverkehr darstellt. Die Branche ermöglicht es Menschen ohne Führerschein, einen Job in der Logistik auszuüben und fungiert damit als starker Integrator in den Arbeitsmarkt – insbesondere für Migrantinnen und Migranten sowie andere Personengruppen.

Wachstum trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Trotz anhaltender politischer Unsicherheiten zeigt sich die Radlogistik-Branche robust: Der Gesamtumsatz stieg 2024 auf rund 190 Millionen Euro (plus 4 Prozent). 40 Prozent der befragten Unternehmen erwarten für 2025 eine Zunahme ihrer Mitarbeitendenzahl, was weiteres Wachstum signalisiert. Das Ökosystem umfasst mittlerweile 254 identifizierte Institutionen, von operativen Radlogistikern über Hersteller bis hin zu spezialisierten Dienstleistern.

„Der Appell an die Politik bleibt: bessere Rahmenbedingungen für die Radlogistik-Branche müssen geschaffen werden“, betont Prof. Christian Rudolph, Mitautor der Studie. Für nachhaltige und sichere Innovationen auf der Straße braucht es eine bessere Marktgestaltung.

Die teilnehmenden Unternehmen fordern konkret von der neuen Bundesregierung unter anderem ein "Sustainable First"-Prinzip bei öffentlichen Ausschreibungen, den Stopp klimaschädlicher Subventionen wie etwa des Dieselprivilegs oder die bundesweit einheitliche Regelungen zur Planung von Mikro-Hubs. Die Hauptforderung der Unternehmen ist nach wie vor der konsequente Umbau der Fahrradinfrastruktur auf mindestens zwei Meter breite, durchgängige Radwege. Die Mittel dafür sind im Sondervermögen vorzusehen. Zudem wird weiterhin die Ausweitung der finanziellen Förderung für Lastenfahrräder auf Leasing gefordert. 

Die Ergebnisse des Branchenreports werden am Donnerstag den 26. Juni auf der Eurobike im Rahmen der 6. Nationalen Radlogistik Konferenz vorgestellt. Der Branchenreport Radlogistik 2025 basiert auf einer Befragung von 43 Unternehmen und wurde in Kooperation mit der Technischen Hochschule Wildau erstellt. Er liefert umfassende Daten zur Entwicklung des Ökosystems Radlogistik in Deutschland.

Über den Radlogistik Verband Deutschland e.V.: 

Der Radlogistik Verband Deutschland (RLVD) will den Einsatz moderner Cargo Bikes und Lastenanhängern in der Logistik voranbringen und vertritt die Interessen der Innovatoren der Logistik. Der Radlogistik Verband Deutschland e.V. wurde im September 2018 in Berlin gegründet und hat über 80 Mitglieder. Er ist als eingetragener Verein mit Sitz in Berlin registriert und Teil des Verbands Cycling Industries Europe. Der Radlogistik Verband Deutschland  ist Stimme und Netzwerkplattform des Ökosystems Radlogistik.

Über TH Wildau:

Die BMV-Stiftungsprofessur für Radverkehr in intermodalen Verkehrsnetzen an der TH Wildau qualifiziert Studierende im Rahmen eines eigenen Masterstudiengangs zu zukunftsorientierten Radverkehrsplanerinnen und -planern unter Einsatz innovativer Lehr- und Lernkonzepte. Einer der Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Radlogistik. Die Professur verfolgt das Ziel, die Mobilitätswende aktiv mitzugestalten und eine sichere, diskriminierungsfreie Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen zu fördern.