Heyport: Digitale Plattform im Hafen von Casablanca eingeführt
Manuelle Abstimmungen, fragmentierte Daten und eingeschränkte Echtzeiteinblicke in Schiffsanläufe - die Plattform Heyport soll der komplizierten Planung von Terminalabläufen ein Ende bereiten. Ziel sei es, präzise, aktuelle Planungsdaten zu liefern – darunter satellitengestützte Schiffsverfolgung, Wetter- und Gezeitenprognosen sowie automatische Fahrplan-Synchronisation mit mehr als 150 Linienreedereien.
Aufwand reduzieren
Die digitale Lösung ging an den fünf Terminals von Marsa Maroc im Hafen von Casablanca an den Start. Die nahtlose Integration in das Terminal Operating System (TOS) von Marsa Maroc sowie in das lokale Port Community System reduziere manuellen Aufwand und minimiere Fehlerquellen, so die Angaben.
Nicht nur die operativen Abläufe sollen so verbessert werden, sondern auch die Ressourcenplanung, etwa durch exakte Zuweisung von Kränen und Arbeitsgruppen – was wiederum zu verkürzten Liegezeiten führe.
Darüber hinaus ermögliche die Plattform eine standortübergreifende Echtzeit-Zusammenarbeit zwischen Terminals, Hafenbehörden und externen Partnern – auch über mehrere Häfen hinweg. Kurzfristige Änderungen könnten nun effizient und flexibel gehandhabt werden.
„Unsere Teams können nun auf verlässliche Echtzeitdaten zugreifen und ihre Planung mit hoher Präzision durchführen. Die Plattform hilft uns, Liegezeiten zu minimieren, Emissionen zu senken und unseren Kunden einen noch besseren Service zu bieten“, so Amine Boulif, Head of Operations bei Marsa Maroc Container Terminals Casablanca.
Die Einführung der Lösung nahm vom Projektstart bis zum vollständigen Live-Betrieb zwölf Wochen in Anspruch. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) beruft sich auf Analysen aus dem Hamburger Hafen und Studien der IMO, denen zufolge sich dank Just-in-Time-Anläufen CO₂-Emissionen um bis zu 14 Prozent senken lassen.
Dies stelle einen bedeutenden Beitrag zu einer nachhaltigeren Schifffahrt dar. Zugleich habe man den manuellen Kommunikationsaufwand um 90 Prozent reduzieren können. Pro Schiffsanlauf würden nun 180 Minuten bei Planung und Koordination eingespart, heißt es.
Hafenbetreiber
Marsa Maroc betreibt in Marokkko insgesamt 24 Terminals in zehn Häfen – darunter fünf im Hafen von Casablanca mit einem jährlichen Umschlag von über zehn Millionen Tonnen. Diese umfassen verschiedene Güterarten:
- Zwei Containerterminals mit zehn Containerbrücken, die jährlich rund 800.000 TEU abwickeln
- Ein RoRo-Terminal mit 100.000 Fahrzeugbewegungen pro Jahr
- Ein Stückgutterminal für eine Vielzahl von Waren
- Ein Mineralienterminal, zentral für Marokkos Exportwirtschaft