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Türöffnen ohne Strom: Tesla-Eigner greifen zu "do it yourself"

Nicht nur wirtschaftlich steht das Unternehmen unter Druck – auch das Vertrauen vieler Kunden erodiert. Manche greifen inzwischen selbst zum Werkzeugkasten, um ihr Fahrzeug sicherer zu machen.

Einen (natürlich nicht beschrifteten) Teil der Türverkleidung entfernen und dann lässt sich die Tesla Tür auch bei Stromausfall öffnen - darauf wollen viele Tesla Fahrer nicht vertrauen und greifen zu DIY-Lösungen.| Foto: X

Die Kritik entzündet sich an einem Detail, das in Notfällen entscheidend sein kann: den Türen. Wie viele moderne Fahrzeuge setzt Tesla auf elektronische Türöffner. Mechanische Griffe gibt es nur noch versteckt. Das sorgt für Unmut – vor allem, wenn ein Unfall oder ein Stromausfall den Zugang zur Technik blockiert. Denn dann kann es passieren, dass Fahrzeuginsassen schlicht nicht mehr herauskommen.

Im Unterschied zu anderen Herstellern, die gut sichtbare manuelle Öffnungen einbauen oder Griffe mit Doppelfunktion anbieten, vertraut Tesla auf digitale Lösungen. Im Falle eines Defekts oder Unfalls sollen Nutzer das Fahrzeug per App entsperren. Das funktioniert freilich nur mit Strom, Signal und einem erreichbaren Smartphone – im Alltag oft unproblematisch, in Ausnahmesituationen aber riskant.

Versteckt und schwer erreichbar

Besonders beim beliebten Model Y ist die Notfallbedienung umständlich gelöst. Vorne verbirgt sich ein mechanischer Hebel unter einer unscheinbaren Plastikabdeckung. Hinten liegt die manuelle Entriegelung unter der Fußmatte, am Boden der Türtasche. Im Ernstfall ist beides schwer zugänglich.

Das hat Konsequenzen: Immer mehr Tesla-Besitzerinnen und -Besitzer greifen zu Do-it-yourself-Lösungen. Sie montieren farbige Bänder, sogenannte „Rip Cords“, an den versteckten Hebeln – in der Hoffnung, im Notfall schneller reagieren zu können. Das Technikportal Techspot berichtet von einer wachsenden Community, die in Foren und Videos zeigt, wie man sich absichert. Manche befestigen auffällige „Eject“-Schilder, um Mitfahrer auf die manuelle Entriegelung hinzuweisen. Auch Zubehöranbieter reagieren. Das US-Unternehmen EV Dynamics etwa verkauft für rund 22 Dollar ein nachrüstbares Notfallkabel mit Klettverschluss und Druckknopf.

Vertrauen in der Krise

Die Entwicklung ist ein Symptom für die tiefere Krise bei Tesla. Nach Kursverlusten, rückläufigen Verkaufszahlen und Stellenstreichungen kämpft der Konzern um seine Rolle als Innovationsführer.

Während der Tech-Milliardär medienwirksam verspricht, sich wieder verstärkt um seine Firmen zu kümmern, übernehmen manche Tesla-Besitzer schon selbst die Verantwortung – zumindest für ihre eigene Sicherheit. Das zeigt, wie tief die Verunsicherung reicht. Ist das Vertrauen einmal verloren, lässt es sich nicht so leicht per App wiederherstellen…