Flughafen Frankfurt: Allivate digitalisiert den Import-Abholprozess
Am Flughafen Frankfurt soll der Abholprozess für die Luftfracht digital werden. Das IT-Luftfrachtunternehmen Allivate lässt die relevanten Vorgänge künftig papierlos im Cargo Community System Fair@link zusammenlaufen.
Das „digitale Recht zur Abholung“ löst dabei den bisherigen Abholschein ab. Der Pilotbetrieb von „Smart Pick-up“ ist jetzt Anfang Mai gestartet.
Pilotbetrieb
Zwei Monate lang testen die Speditionen Kühne & Nagel und DB Schenker, der Handlingsagent LUG sowie der Speditionsdienstleister CHI Cargo das Zusammenspiel der neuen digitalen Abläufe.
Die Pilotpartner werden statt des physischen Abholscheins das digitale Recht zur Abholung als Legitimation für die Fracht-Ausgabe über die Plattform Fair@link weitergeben.
„Die neue digitale Abholberechtigung ermöglicht eine effiziente Sendungsübergabe und bedeutet einen gewaltigen Sprung für die Digitalisierung der Logistikprozesse am Flughafen Frankfurt“, so Allivate-Geschäftsführerin Martina Schikorr.
Nahtlose Transportkette
Ihr zufolge wird zudem die Nachverfolgbarkeit der Abholprozesse verbessert, was wiederum zu mehr Transparenz und Sicherheit in der gesamten Lieferkette führen soll.
Smart Pick-up stoße die Abläufe am Boden bereits an, wenn sich die Sendungen noch in der Luft befinden. Die Autorisierung für die Abholung könne bis zu zwei Stunden vor der Landung erfolgen. Auf diese Weise soll nach dem Eintreffen der Fracht am Flughafen Frankfurt eine nahtlose Weitergabe in der Transportkette ermöglicht werden.
„In unserer Plattform sind Abholbereitschaft, Abholberechtigung, Zoll- und gegebenenfalls Gefahrgutstatus auf einen Blick erkennbar. Auch die Lkw-Slotbuchung ist integriert. Das ermöglicht eine frühestmögliche Disposition und vermeidet Fehlfahrten“, erklärt Schikorr.
Fälschungs- und Missbrauchs-Risiko senken
Auch der Check-In-Vorgang beim Handlingsagenten soll vereinfacht werden. Die manuelle Prüfung der Abholberechtigungen und -bereitschaft in den verschiedenen Systemen sei hinfällig. Künftig würden alle Informationen proaktiv über einen Kanal digitalisiert bereitgestellt werden.
„Durch Smart Pick-up können autorisierte Personen oder Unternehmen ihre Sendungen digital abholen, ohne auf physische Dokumente angewiesen zu sein. Dies minimiert das Risiko von Fehlern, Fälschungen oder Missbrauch und sorgt für ein Höchstmaß an Sicherheit“, unterstreicht Nouri Boulahrouz, Leiter von JetCargo Handling bei DB Schenker.
Geplant sei, dass das neue Smart Pick-up-Modul in der zweiten Jahreshälfte 2025 in den Regelbetrieb startet und standortweit für den Flughafen Frankfurt nutzbar ist.