Jahresbilanz 2024: Kühne+Nagel trotzt der Krise
Die Kühne+Nagel-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2024 ein solides Ergebnis erzielt. Wie das Unternehmen auf seiner Bilanzpressekonferenz bekannt gab, stieg der Nettoumsatz gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 24,8 Milliarden Schweizer Franken. Der operative Gewinn (EBIT) belief sich auf 1,7 Milliarden Schweizer Franken, während der Reingewinn mit 1,2 Milliarden Schweizer Franken um 16 Prozent rückläufig war.
Starke Entwicklung in See- und Luftfracht
Vor allem die Bereiche See- und Luftfracht trugen zur positiven Entwicklung im zweiten Halbjahr bei. In der Seefracht steigerte Kühne+Nagel den Nettoumsatz um acht Prozent auf 9,3 Milliarden Schweizer Franken. Das transportierte Volumen lag bei 4,3 Millionen Standardcontainern (TEU). Trotz eines Rückgangs des EBIT um 16 Prozent auf 851 Millionen Schweizer Franken blieb die Conversion Rate mit 41 Prozent auf einem hohen Niveau.
Im Bereich Luftfracht stieg der Nettoumsatz um fünf Prozent auf 7,3 Milliarden Schweizer Franken. Insgesamt wurden 2,1 Millionen Tonnen transportiert, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Das EBIT lag mit 478 Millionen Schweizer Franken um 14 Prozent niedriger als im Jahr 2023. Laut Kühne+Nagel konnte sich der Bereich trotz Rückgängen im Automobilsektor gut behaupten, insbesondere durch Stärken in den Segmenten verderbliche Güter, Pharma und Halbleiter.
Herausforderungen im Landverkehr
Schwierig gestaltete sich das Geschäft im Landverkehr. Der Nettoumsatz sank um zwei Prozent auf 3,5 Milliarden Schweizer Franken, während das EBIT um 26 Prozent auf 98 Millionen Schweizer Franken zurückging. Die schwache konjunkturelle Entwicklung in Europa belastete vor allem das Stückgutgeschäft. Mit der Übernahme des kanadischen Zolldienstleisters Farrow und des malaysischen Landverkehrsanbieters City Zone Express will Kühne+Nagel seine Position in diesem Bereich jedoch weiter ausbauen.
Wachstum in der Kontraktlogistik
In der Kontraktlogistik erreichte Kühne+Nagel mit einem EBIT von 227 Millionen Schweizer Franken eine neue Bestmarke. Der Nettoumsatz lag mit 4,7 Milliarden Schweizer Franken auf Vorjahresniveau. Ein wichtiger Meilenstein war die Eröffnung eines hochautomatisierten Distributionszentrums für Adidas in Norditalien, das auf einer Fläche von 130.000 Quadratmetern täglich bis zu eine halbe Million Sendungen verarbeitet.
CEO sieht gestärkte Position für die Zukunft
Stefan Paul, Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel International AG, erklärte:
„Die verschlankte Organisations- und Vertriebsstruktur von Kühne+Nagel hat im zweiten Halbjahr 2024 erste Erfolge gezeigt. Zudem haben wir mit Akquisitionen in Asien und Nordamerika neue Wachstumsmöglichkeiten erschlossen.“
Ganz besonders für die jüngst ausgebaute Präsenz in Nordamerika gilt allerdings auch, dass die potenzielle Rückkehr der protektionistischen Wirtschaftspolitik der USA unter Donald Trump ein unberechenbares Risiko ist. Höhere Zölle auf Importwaren und mögliche Handelskonflikte darüber hinaus den globalen Warenverkehr belasten und sich negativ auf das Geschäft in der Seefracht sowie den interkontinentalen Transport auswirken.
Dennoch sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt für das laufende Geschäftsjahr.
„Wir sind zuversichtlich, die positive Entwicklung auch 2025 fortführen zu können“, so Wolle abschließend.