Chinas Marken in Deutschland: 2024 im Minus - bis auf eine Ausnahme
Der abflauende EV-Markt und die teils noch dünnen Händlernetze ließen die chinesischen Hersteller 2024 gegenüber dem Vorjahr sogar weniger Autos verkaufen: Laut CAM seien sind die Gesamtzulassungen der Top-5-chinesischen Automarken (ohne Volvo) im Vergleich zu 2023 um üppige 24,06 % zurückgegangen und erreichten insgesamt 43.835 Einheiten.
Dieser Rückgang wird durch den allgemeinen Marktrückgang verstärkt, da die Verkäufe von Elektrofahrzeugen (EVs) in Deutschland im Jahresvergleich um 27,4 % gesunken sind. Weshalb sich MG, wo man auch Hybride anbietet, noch vergleichsweise gut aus der Affäre ziehen konnte. Schlimmer steht es um Smart, wo man aus der Nische einfach nicht herauskommt.
Noch schlimmer traf es Polestar, Great Wall und BYD, die teils regelrecht abgestürzt sind. So performten die größten fünf chinesischen Marken im Einzelnen:
MG: Trotz eines leichten Rückgangs von -1,20 % bleibt MG die führende chinesische Marke in Deutschland mit 20.977 Zulassungen. Bemerkenswert ist, dass der BEV-Anteil von MG bei 68,5 % liegt, was die starke Ausrichtung der Marke auf Elektromobilität unterstreicht, während diverse Antriebsoptionen den Rückgang abfedern.
Smart: Die Verkaufszahlen sanken um -28,45 % auf 12.463 Zulassungen im Jahr 2024. Als rein elektrische Marke verdeutlicht die Leistung von Smart die Herausforderungen, denen sich BEV-Only-Hersteller in einem schrumpfenden Markt gegenübersehen.
Polestar: Die schwedisch-chinesische Premium-EV-Marke verzeichnete den größten Rückgang von -49,41 % mit nur 3.181 verkauften Einheiten im Jahr 2024. Hier hofft man auf Besserung durch den Anlauf der neuen Modelle Polestar 3 und 4.
GWM (Great Wall Motors): Die Verkäufe von GWM fielen um 35,58 % auf 3.002 Zulassungen, obwohl der BEV-Anteil bei 69,8 % liegt, was eine starke Durchdringung mit Elektrofahrzeugen zeigt. Die Deutschlandzentrale mitten im BMW-Land nahe dem FIZ (wie BMW sein Forschungs- und Entwicklungszentrum abkürzt) wurde mittlerweile geschlossen.
BYD: Mit einem Rückgang von -30,15 % wurden 2024 insgesamt 2.891 Fahrzeuge registriert. Die Marke expandiert weiterhin, sieht sich jedoch ähnlichen Hürden wie andere BEV-fokussierte Hersteller gegenüber.
Nio: Auch Nio stürzte dramatisch ab - um 68,5% auf 398 Einheiten.
Xpeng: Die einzige Marke, die sich auf niedrigem Niveau gegen den Trend stemmen kann: Von den 393 Einheiten wurden allein im 2024er-Dezember 99 Stück zugelassen.
Lynk & Co: Drastisch war er Absturz von Lynk&Co: Um 97% (!!!) auf nur noch 68 Einheiten.
Aiways: Aiways hat nur noch 27 Einheiten zugelassen, was einem Rückgang von 46,0% entspricht.
Was bedeutet das?
Chinas Marken tun sich nach wie vor schwer in Deutschland. Der Hauptgrund dürfte darin liegen, dass sie vor allem auf BEV setzen und nach wie vor über vergleichsweise dünne Händlernetze verfügen. Dazu kommen Modelle im eher hochpreisigen Segment – und von denen gibt es in Europa genug spannende(re) Alternativen. Man darf gespannt sein, wie sie sich 2025 entwickeln, zumal sie jetzt auch noch mit Zöllen belegt werden.