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„Wir müssen unseren Investitionsschwerpunkt verlagern“

Im Interview: Victoria Markewitz (Via Transportation) über den Unterschied urbaner und ländlicher Mobilität und über Musterbeispiele erfolgreicher städtischer Verkehrsplanung.

Victoria Markewitz: „Via plant mit seinen Technologielösungen den On-Demand-Verkehr für Gemeinden auf dem Land zu optimieren und so Anbindung und Verfügbarkeit zu verbessern.“ (Foto: IT-Trans)
Victoria Markewitz: „Via plant mit seinen Technologielösungen den On-Demand-Verkehr für Gemeinden auf dem Land zu optimieren und so Anbindung und Verfügbarkeit zu verbessern.“ (Foto: IT-Trans)

Victoria Markewitz ist eine von sechs Headline Speakern auf der Konferenz während der IT-Trans vom 14. bis 16. Mai. Sie ist Partnerships Director bei Via Transportation und wird in einem Panel über Mobility-as-a-Service und On-Demand-Mobilität sprechen – eines der großen Themen bei Via. Das Unternehmen berät und begleitet öffentliche Auftraggeber ebenso wie Verkehrsverbünde auf dem Weg in digital vernetzte Verkehrssysteme.

Frau Markewitz, wo sehen Sie die Mobilität der Zukunft in den kommenden 10 bis 15 Jahren? Was werden die zentralen Änderungen sein?

Die Zukunft der Mobilität in den nächsten 10 bis 15 Jahren wird noch vernetzter und dynamischer sein als heute. Wir erwarten eine Verlagerung hin zu nachhaltigeren, effizienteren und inklusiveren Mobilitätslösungen. Zu den zentralen Veränderungen zählen mit hoher Wahrscheinlichkeit der verstärkte Einsatz von Elektrofahrzeugen, Fortschritte in der autonomen Technologie und die nahtlose Integration verschiedener Verkehrsmittel in flexible und benutzerfreundliche Mobilitätsnetzwerke.

Wenn uns am Herzen liegt, die Armut zu verringern, die Wirtschaft anzukurbeln und die Klimakrise zu bekämpfen, müssen wir unseren Investitionsschwerpunkt verlagern – weg von großen Autobahnprojekten und hin zu innovativen, bedarfsgerechten öffentlichen Verkehrsmitteln auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Deutsche Städte wie beispielsweise Hannover haben eine Blaupause dafür geschaffen, wie Kommunen das Verkehrssystem zugunsten ihrer Bewohner neugestalten können, dadurch Staus reduzieren, den Zugang zu alternativer Mobilitätsangeboten verbessern und die finanzielle Belastung durch den Besitz von Privat-Pkw beseitigen. Wir freuen uns sehr, in den kommenden Monaten auch mit anderen Kommunen, Aufgabenträgern und Verkehrsbetrieben zusammenzuarbeiten.

Mobility-as-a-Service (MaaS) ist gerade im urbanen Raum häufig schon Realität: Welche Möglichkeit sehen sie für ländliche Gegenden? Wie können Verbindungen zwischen Land und Stadt verbessert werden?

Während sich MaaS in Städten extrem weiterentwickelt hat, ist das Potenzial im ländlichen Raum ebenso vielversprechend. Via plant mit seinen Technologielösungen den On-Demand-Verkehr für Gemeinden auf dem Land zu optimieren und so Anbindung und Verfügbarkeit zu verbessern. Dazu gehören eine flexible Streckenführung und Zeitplanung, um den besonderen Bedürfnissen der Landbevölkerung gerecht zu werden. Gleichzeitig kann man, sobald MaaS-Apps auf breiter Ebene genutzt werden, die gewonnen Daten wieder in eine bedarfsgerechte Verkehrsplanung einfließen lassen.

Via Transportation begleitet und berät auch Kommunen und Verkehrsbetriebe bei der Verkehrsplanung. Welche Bedürfnisse haben Ihre Kunden hier? Und haben sich die Anforderungen an Verkehrsplanung heute geändert – Stichwort Nachhaltigkeit, Stichwort Lebensqualität in Stadtzentren?

Bei der Beratung kommunaler Behörden und Verkehrsunternehmen sehen wir, dass das Thema Verkehrsplanung mit dem erklärten Ziel, ein Plus an Nachhaltigkeit und Lebensqualität in Stadtzentren zu erreichen, vermehrt nachgefragt wird. Die Kunden suchen heute nach Lösungen, bei denen Umweltschutz, Bezahlbarkeit und das Wohl der Gemeinschaft im Vordergrund stehen. Genau diese Bedürfnisse erfüllt Via mit seinen maßgeschneiderten, datengestützten Analysen und den darauf basierenden innovativen Verkehrslösungen.

Haben Sie ein Beispiel, bei dem moderne Verkehrsplanung besonders gelungen ist?

Als Beispiel für eine erfolgreiche moderne Verkehrsplanung möchte ich unsere Zusammenarbeit mit der Region Hannover hervorheben. Durch die Implementierung eines umfassenden, datengestützten Verkehrsnetzwerks konnten wir Routen optimieren, die Servicequalität verbessern und die Fahrgastzahlen erhöhen. Dadurch wurde nicht nur die Nutzerzufriedenheit insgesamt verbessert, sondern auch ein Beitrag zu den übergreifenden Zielen der Stadt hinsichtlich Nachhaltigkeit und mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt geleistet.

Sie werden als Speakerin bei der IT-Trans-Konferenz sprechen, Via Transportation stellt als Aussteller seine Lösungen vor. Auf was freuen Sie sich bei der IT-Trans 2024 ganz persönlich?

Ich freue mich besonders darauf, zu netzwerken und mich mit Branchenexperten über deren Best Practices auszutauschen – sei es im Rahmen der offiziellen Programmpanels, der Präsentationen oder bei dem ein oder anderen ungezwungen Treffen auf einen Kaffee oder bei den Abendevents. Als Branche zusammenzukommen, voneinander zu lernen, mit bestehenden Geschäftspartnern in Kontakt zu treten sowie neue Kontakte zu knüpfen, sind meine Motivation, bei der IT-Trans dabei zu sein.

Herzlichen Dank für das Gespräch!